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ich, am Weg

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Ap
Bratislava (Halb-) Marathon 2018
12.04.2018 17:47


"...WO JEDER EIN GEWINNER IST..."

 

- Mein erster Halbmarathon -

Und nein, diesen absolvierte ich nicht in meiner Heimatstadt Wien. Das hat mehrere Gründe. Schon als Schüler habe ich insgesamt 4x beim Vienna City Marathon im Rahmen des Staffellaufs teilgenommen. Durch mein Lauftraining habe ich mir schon einige Strecken durch meine Stadt erlaufen. Es gibt keinen Winkel an diesem Marathon, den ich noch nicht kenne. Außerdem ist mir in Wien zu viel los.

Ich erwählte mir eine sympatische, nicht so überlaufene und vor allem kostengünstige Alternative und meldete mich für den Halbmarathon in der slowakischen Hauptstadt Bratislava an. 
Diese Stadt kenne ich von meinen Stadtwanderprojekten. Auch mit Freunden bin ich gerne einmal auf einem kulinarischen Besuch in der Altstadt. Zuletzt feierte ich Silvester hoch am Schloss Bratislava. Diese Stadt und seine Bewohner sind mir sehr sympatisch. Darum war die Sache für mich sehr schnell klar.

 

Video Clip:


- Großartige Stimmung schon am Vortag -

In Bratislava gehört der Marathon und sein halbes Pendant zu einem wahren Running-Weekend. Schon am Tag davor, also samstags, finden hier bereits die Kinder- , Jugend- und Seniorenläufe statt. Auch der Minimarathon für die Kleinsten steht am Programm. Das Marathon-Areal bietet allen Besuchern jede Menge Eindrücke. Man findet die best möglichste Beratung in Sachen Laufsport und Ernährung. Im Registrations- und Präsentationszelt warten die fleißigen Voluteere bereits mit dem Starterpaket.

Auch ich will dem Trubel des Marathontags entgehen und beschließe schon am Samstag unsere slowakischen Nachbarn zu besuchen. Schon früh breche ich auf, um pünktlich um 9:00 im Registrationszelt zu stehen. Als ich das Marathon-Areal bei der Eurovea erreiche, packt mich sogleich die Eventlust. Das Eurovea ist ein modernes Shoppingcenter im modernen Viertel östlich der Altstadt, nur wenige Schritte von der Donau entfernt. Hier war ich, trotz meiner zahlreichen Besuche, auch noch nie gewesen. 

Und so hole ich mir meine Startnummer, drehe eine Runde durch das Shoppingcenter und wohne noch dem Start des Minimarathons bei. Und schon hier stehen sehr viele sportbegeisterte Menschen um die Kleinsten anzufeuern. Und schon hier wusste, morgen wird in Sachen Stimmung Feuer am Dach sein. Zufrieden packe ich mein Startpaket in meinen Rucksack und mache noch einen Wanderspaziergang. Das Wetter ist jetzt schon herrlich und ich genieße jede Minute in dieser Stadt, ehe ich a frühen Nachmittag die Heimreise antrete. Nun ist ruhen angesagt.
 

Meine Startnummer

Mein Name am Marathonauto

Startnummernausgabe bei der EUROVEA

Besuch im Einkaufszentrum EUROVEA



- Der große Tag ist gekommen -

Um 5 Uhr klingelt der Wecker. Raus aus den Federn und gleich einmal Körper und Geist aktivieren. Um 6:20 treffe ich meinen Bruder Thomas am Bahnhof Wien Stadlau. Er unterstützt mich heute als Betreuer und wird für mich auch Fotos machen sowie die Videos aufnehmen. Darüber bin ich sehr glücklich, denn es ist immer gut, wenn ein Vertrauter mit dabei ist, der auch auf meine Sachen aufpassen kann. In meiner Aufregung vor so einem Event ist es immer gut, wenn einem sämtliche andere Lasten abgenommen werden, um die man sich nicht wirklich kümmern möchte. 

Um 6:33 fährt der Zug los. Die Fahrt nach Bratislava dauert nicht ganz eine Stunde. Um 7:28 stehen wir also schon am Bratislava Havla Stancia, zu deutsch Hauptbahnhof, im Norden der Stadt. Hier erlebe ich schon mal die erste Überraschung. Es hat gerade einmal 6 Grad Plus. Es ist ziemlich kühl. Ich hoffe nur, dies würde sich legen, da ich heute mit kurzem Shirt und kurzer Hose laufen möchte. Immerhin sind 20 Grad prognostiziert. Davon merke ich aber noch nichts.
Mit dem Bus geht es, wie bei mir schon am Vortag, weiter zur Eurovea. Und obwohl wir um 8:05 dort ankommen und es noch zwei Stunden bis zum Start sind, sind schon viele Runner, Begleiter und Zuschauer vor Ort. Thomas und ich sehen uns einmal das Startareal an und machen uns einen Treffpunkt für nach dem Marathon aus. Denn beim Laufen werde ich ja nichts bei mir führen. Auch kein Handy. Es ist immer noch viel zu kalt draußen und wir gehen in das Innere der Eurovea. Sportgeschäfte haben auch heute, am Sonntag, geöffnet. Klar! Viele Teilnehmer haben die gleiche Idee und man hat das Gefühl, es wäre ein normaler Einkaufstag.

Wir ziehen uns in den dritten Stock in die letzte Nische des Shoppingcenters zurück. Hier beginne ich um 8:45 mit den ersten körperlichen Aktivierung. Langsam kommt diese tolle Wettkampfnervösität. Mir fallen auch immer weniger Themen ein, über die ich mit Thomas reden könnte. Ich mache meine Runnervorbereitung. Um 9:20 verlasen wir schließlich die Eurovea und ich suche meinen Startblock auf. Ich starte im "Adidas Block". Das ist der letzte Startblock aller Klassen. Das ist aber auch klar, denn dies ist mein erster Halbmarathon. Und da ich keine Referenzzeit habe, werde ich in den letzten Block gestellt. Aber das ist absolut OK. Ich bin ja kein Profi. 

Nun jogge ich einige Meter in meinem Startblock hin und her und merke, wie er sich immer weiter füllt. Das ganze Areal füllt sich mehr und mehr und mir fällt jetzt erst auf, das sie gegenüber den gestrigen Laufbewerben sogar noch Zusatztribünen aufgestellt haben. Und auch hier bekommt man jetzt kaum mehr einen Platz. Wow! Es ist nun 9:45 und die Animateure stimmen alle Läufer ein. Es wird zwar alles von einer Dame und einem Herren moderiert, aber wir verstehen es nicht, da es auf slowakisch vorgetragen wird. Ich finde es sehr schade das hier auf eine internationale englische Übersetzung verzichtet wurde. Ich hätte gerne gewusst, was hier gesprochen wird. Die Aufregung steigt. Ich aktiviere meine Sportuhr. Oh, schon 110 Puls ohne Aktivität. Ich bin wahrlich aufgeregt und beschließe, mich nun zu entspannen. Und der Puls fällt - sehr gut! 

Die Uhr zeigt nun 9:55 und die slowakische Nationalhymne erklingt in festlichen Chören. Auch wenn es nicht die Hymne meiner Heimat ist, lausche ich respektvoll und andächtig diesen Klängen und denke daran, was diese Klänge den meisten Menschen hier bedeuten. Zu Deutsch singt der Chor:

"Über der Tatra blitzt es - Donner schlagen wild"
"Lasst sie aufhalten - sie werden sich ja verlieren"
"Slowaken leben auf"
"Unsere Slowakei hat bislang lange geschlafen."
"Aber diese Donnerblitze werden sie erwecken."

Es ist 10:00 - der Marathon beginnt! Die Elite zieht davon. Danach folgen die weiteren Startblöcke. Es dauert bis 10:10, bis ich endlich losstarten kann. Ich verabschiede mich von Thomas und begebe mich auf mein Laufabenteuer.
 

Mit dem Zug geht es nach Bratislava

Besichtigung des Start/Ziel Geländes

Ankunft am Bratislava Havla Stancia mit Bruder Thomas

Aufwärmen in der EUROVEA



- Ein Lauf, ein Spiel und jede Menge Spaß - 

Meine Taktik ist klar. Ich laufe mein Tempo und lasse die anderen tun, was immer sie tun wollen. Es warten 21,5 Kilometer, die gut eingeteilt werden müssen. Ich weiß, das ich ab der Hälfte der Distanz immer noch genug Energie und Kraft aufbringen muss, um mein Tempo zu steigern. Das aber ohne Überwindung. Ich trage meinen Brustgurt. Ich werde mich am Puls orientieren. So kann ich mich bestens beobachten und bremsen, falls ich unbewusst schneller werde. 

Gleich nach den ersten Metern lasse ich mich schön zurückfallen. Von der Eurovea geht es gleich einmal zur Landererovea Straße, welche wir nun östlich folgen. Es ist noch etwas frisch, aber das stört mich jetzt nicht mehr. Ich bin nun Teil des Marathons. Und das ist ein geiles Gefühl. Und so sehe ich, wie mein Startblock schon bald davon zieht und nur eine kleine Menschenkette zurücklässt. Ich schaue auf die Uhr. Der Puls liegt zwischen 140 und 150. Ganz locker. Ich drehe mich um und sehe das nur drei weitere Läufer hinter mir sind. Dahinter fährt bereits das Abschlussauto. Aber auch das ist mir egal. Die sollen nur hinter mir her putzen, denke ich mir frech. Ich lasse mich davon nicht entmutigen. Ich denke an die Worte meines Trainers Gerhard (fitmitrix.at), der mir sagte, das ich am Ende noch einige Läufer wiedertreffen würde, wenn ich mein Tempo halten kann. 

Die Straße wird nun zur Pristavna, welcher wir nun bis zu einer Schlaufe folgen. Danach geht es kurz zurück, ehe wir zum Business Center einbiegen. Und hier hole ich meinen ersten Runner ein. Er tut sich jetzt schon etwas schwer, versucht zunächst mit mir Schritt zu halten, fällt aber dann zurück. Die muntere Aufholjagd beginnt. Ich fühle mich richtig super. Nach 3 Kilometer bin ich nun voll in meinem Rhythmus und genieße die Anfeuerung der vielen Menschen auf der Straße. Weiter geht es nun über die Kosica hinauf zur Mileticova. Und schon treffe ich auf die nächsten Runner, die ich hinter mir lasse. 5 Kilometer habe ich nun in den Beinen und ich kam schon an der zweiten Labestation vorbei. Ich greife jeweils nach einer kleinen Trinkflasche und schmeiße diese nachher wieder weg. Die Stimmung bei den vielen Menschen ist immer noch wunderbar. 

Die Strecke selbst ist ja praktisch der Halbmarathon. Und wer den Marathon läuft, der muss diese zweimal zurücklegen. Für Hobbyläufer wie mich ist das natürlich super, denn die Menschen auf der Straße warten dann natürlich auf die Elite, die uns überholt. Davon profitieren wir dann aber auch, weil sie auch uns anfeuern. Es ist einfach toll.
Es folgt nun eine Rechtskurve in die Zahradnicka. Und hier wartet eine 3,5 lange Gerade auf uns. Und hier beginne ich mit meinem Aufholspiel. Ich behalte mein Tempo bei und sehe dabei, wie ich anderen Läufern immer näher komme. Und ich denke mir stets, das ich sie einholen werde. Und kaum habe ich jemanden eingeholt, orientiere ich mich schon am Nächsten. Ohne dabei aber schneller zu werden. Kurz bevor wir an der Kreuzung zur Tomasikova umdrehen, erreichen wir die 8 Kilometermarke. Meine Uhr zeigt ziemlich genau 60 Minuten. Zeit einmal umzurechnen:

60 Minuten = 8 Kilometer x 2 = 120 Minuten und 16 Kilometer + 5 Kilometer ~ 38 Minuten = 158 Minuten

In anderen Worten *gg* - Will ich unter 2,5 Stunden kommen, muss ich mein Tempo erhöhen. Und das tue ich ab Kilometer 10. Hier schraube ich den Puls von 150 auf zwischen 160 und 170 Schläge hoch.
 

 

Mein Startblock wird immer voller

Der Marathon ist nun voll im Gange

"Hey, ich mag auch fotografiert werden" *hehe*

Die Halbmarathonläufer erreichen das Ziel



- Der unbekannte Süden und ein Herzschlagfinale - 

Und so laufe ich die Ruzinovska zurück. Was mir auffällt, das viele Kinder am Straßenrand stehen. Eine tolle Sache. Sie schwenken slowakische Fahnen oder feuern uns mit Klipp-Klapp Laschen an. Einige wollen gar, das man ihnen die Hand reicht. Und wie es sich gehört, bedanke ich mich auch brav bei allen die mich anfeuern. Erst dann merken sie nämlich, dass ich kein Slowake bin. Und doch rufen mir dann einige "Guten Tag" oder "Alles Gute" nach. Aber auch slowakisches Feedback nehme ich gerne an. 
Ab dem 12. Kilometer beginnt dann jener Abschnitt, auf den ich mich besonders gefreut habe. Es beginnt nämlich der Eintritt in die Altstadt von Bratislava. Und dieser Pfad führt sozusagen in S-Kurven durch die prächtigen Straßen. 

Wir verlassen die Zahradnicka und laufen nun entlang der Spitalska zum Platz der Kamene namestie. Hier laufen wir nun entlang der Namestie Slovenskeho narodneho povstina zur Hurbanovo namestie bzw. zur Kirche Kastol svateho jana z Mathy. Hier führt der Weg über die Brücke der Tränen zu meinem Lieblingsabschnitt des Marathons. Wir laufen durch das Michaelertor entlang der Michaelska. Das ist vergleichbar mit dem Graben in der Wiener Altstadt, nur nicht ganz so groß. Hier hocken die Menschen in Gasthäusern und andere Lokalen und feuern uns weiter tüchtig an. Mittlerweile haben wir 14 Kilometer erreicht und mir geht es prima. Meine Geschwindigkeit kann ich weiterhin halten. Ich merke auch, dass ich später noch einmal eine Schippe darauf legen kann. Aber noch nicht jetzt. Es sind immer noch 7 Kilometer zu absolvieren. Es passt so, wie es gerade läuft.

Entlang der Venturska und Panska geht es nun weiter zur Slovenske narodne divadlo, bzw. dem Stadttheater, worauf wir entlang der Fußgängerzone weiter bis zur Rybne namestie zur Donaupromenade gelangen. Ein herrlicher Ausblick auf das sogenannte UFO (rundes Aussichtscafé an der Spitze der Donaubrücke Most SNP). Wir laufen nun östlich weiter entlang der Vajanskeho nabrezie, entlang der Donau, bis zur Ecke Stary most. Hier biegen wir dann in die besagte Donaubrücke Stary most ein. Ich bin immer noch guter Dinge. 16 Kilometer bin ich schon gelaufen. 5 fehlen noch. Und plötzlich höre ich die Stimme von Thomas, der am Straßenrand steht. Er hat mich gefunden und fragt nach meinem Befinden. Ich sage ihm, das es mir gut geht, und ich damit rechne, nach 2 Stunden und 30 Minuten im Ziel zu sein. Und so laufe ich weiter. Ich versuche noch einmal eine Hochrechnung anzustellen, aber das klappt nicht mehr so gut. Allerdings weiß ich, das ich jetzt mein Tempo noch mal erhöhen kann. Als wir am Südufer Bratislavas ankommen, fällt mir ein, das ich noch nie im Süden Bratislavas gewesen bin. Doch zum Sightseeing in Petrzalka bin ich nicht hier.

Ich laufe nun durch den Aupark Sad Janka Krala. Eigenltich ein schönes Fleckchen Erde, doch langsam hat mein Kopf gecheckt, das es nur noch 3 Kilometer bis ins Ziel sind. Das ist natürlich nicht so gut, denn plötzlich fällt ihm ein, das er müde wird. Und diese Signale sendet er an die Knie und Schenkel. Jetzt spüre ich auf einmal jeden Schritt. Doch ich denke nicht daran langsamer zu werden. Ein Blick auf die Sportuhr verrät mir, dass sich mein Puls zwischen 180 und 185 Schlägen befindet. Ich habe also noch einen Gang dazu gelegt. An der Viedenska cesta führt die Strecke dann zurück zur Stary most Brücke, welche wir dann in die entgegengesetzte Richtung übersetzen. Die Brücke hat einen leichten Bogen. Diese wenigen Höhenmeter fühlen sich jetzt schon an wie bergsteigen. Doch es bewahrheitet sich der Geist des Marathons, auf den ich so gehofft habe. Am Rand der Strecke stehen immer noch so viele Menschen, welche mich mit Gesten oder auch lautstark Anfeuern. Du bleibst einfach nicht mehr stehen, läufst wie in Trance weiter. 

Als ich mich auf der Brücke befinde, zeigt mir die Uhr exakt 2 Stunden 30 Minuten an. "Ach, schade" denke ich mir für 2 Sekunden. Ein klein wenig hoffte ich doch, unter diese Marke zu kommen. Aber diesen Gedanken habe ich gleich weggewischt, denn ich wüsste nicht, wo ich noch Zeit hätte gutmachen können, ohne dabei zu übersteuern. Und so verlasse ich die Stary Most und erreiche kurz darauf schon die Zielgerade an der Pribinova. Ich habe sogar noch die Kraft einen kurzen Sprint hinzulegen, beschließe aber dann, wenige Meter vor dem Ziel, mich bei den Zuschauern zu bedanken. Ich klatsche in Hände von begeisterten Zuschauern und bedanke mich. Dann sehe ich auch schon Thomas mit der Kamera vor mir. Ich bin überwältigt von den Eindrücken und rufe das auch lautstark heraus. Noch einmal hebe ich meine Arme und animiere das anwesende Publikum, welches das auch lautstark quittiert. Und mit einem lauten Ruf und einem großen Satz, springe ich über die Ziellinie, welche ich nach exakt 2 Stunden 32 Minuten und 9 Sekunden erreiche. 

Mein erster Halbmarathon! Ein Traum! 

 

Und auch ich erreiche das Ziel nach 2 Std. und 32 Min

An der Donau realisiere ich das geschaffte

Noch einmal wird Stimmung gemacht

Meine erste Halbmarathon Medaille



Mein Fazit:

Das passt schon so! Ich startete ohne Referenzen. Wenn es gut läuft, so rechnete ich mir eine Zeit von 2 Stunden und 30 Minuten aus. Auf diese 2 Minuten und 9 Sekunden kommt es mir bei einem 21,5 Kilometerlauf aber nun wirklich nicht an. Ich bin zufrieden. Das war auch eine Bestätigung für Lassee, wo ich mich doch 6 Stunden auf den Beinen halten konnte und 42,5 Kilometer erlaufen konnte. 
Zufrieden bin ich auch deshalb, weil ich diese 21,5 Kilometer durchlaufen konnte. Die kurzen Trinkpausen, welche nur wenige Sekunden dauerten, rechne ich da nicht rein. Aber nicht nur das ich sie durchlaufen konnte, so habe ich auch 2x mein Tempo steigern können, obwohl ich da schon einige Kilometer unterwegs war. Das ich am Ende meine Knie und Schenkel gespürt habe, ist glaub ich verständlich. Trotzdem ist die Psyche schon ein frecher Kerl. *gg* 

Hätte ich wissentlich noch 5 Kilometer laufen müssen, dann hätte ich das sicher auch noch geschafft und hätte auch da erst am Ende mit dem Kopf ringen müssen. Aber sei es drum. Der Bratislava-Marathon hat alles das versprochen, was ich mir erwünscht hatte. Das Wetter hat gepasst. Die versprochenen 20 Grad kamen dann tatsächlich. Die Stimmung war prächtig und Bratislava hat mir wieder einmal gezeigt, warum ich es so sympatisch finde. Das die ganze Strecke so zu sagen der Halbmarathon ist, finde ich super. So kann wirklich jeder Läufer jeden Eindruck gewinnen. Die meisten Marathons führen einen 42 Kilometer langen Rundkurs und die Halbmarathon-Läufer hören ab der Hälfte auf und sehen dadurch nicht alles. Das ist schade. Aber egal.

Die Auswertung des Marathons (die im Übrigen der absolute Hammer ist) ergab, das ich während meines Laufs 53 andere Runner überholt habe und dabei kein einziges Mal selbst überholt wurde. Nicht falsch verstehen. Mein Ziel ist es immer nur auf mich selber zu achten. Trotzdem freut mich das, weil es einfach taktisch so gut funktioniert hat. Gerade weil ich auf mich geschaut und in mich gehört habe und es mir super eingeteilt habe, konnte ich noch viele Runner einholen, die vom Start weg zu viel wollten. Das dann noch über 2500 Läufer vor mir ins Ziel kamen, das lasse ich mal so stehen. *lach* Ich bin kein Profiläufer. Ich bin eigentlich sogar ein spät berufener Läufer, der bis zu seinem 30. Lebensjahr mit dem Laufsport überhaupt nichts anfangen konnte. Für einen super guten Läufer fehlen mir halt einfach die Lehren der Jugend. Aber was solls? Das heißt ja nicht, das ich nicht zu jeder Zeit versuchen kann, mich selbst zu übertreffen. Denn genau das ist ja, was mich antreibt. Ich möchte mich selbst übertreffen. Solange es geht.  Und genau deswegen könnt Ihr Euch sicher sein, das dies nicht mein letzter Halbmarathon gewesen ist. Und bevor die Sonne einmal für mich niedergeht, werde ich auch einmal einen vollen Marathon erlaufen haben.

Ein Dankeschön geht auch an meinen Bruder Thomas, der mich nach Bratislava begleitet hat. Das hat mir schon sehr geholfen. Er hatte auch die große Aufgabe, die Fotos für diesen Bericht und auch die Videoclips zu machen. Ich denke, das hat er ganz gut geschafft, oder?
Leider konnte ich Euch während des Marathons nicht mitnehmen, was aber klar ist. Ich wollte nichts mit mir mitführen und das tut man auch nicht bei so einer Veranstaltung. Also! Erster Halbmarathon abgehakt. Super Zeit! Jetzt geht es aber weiter. Die nächsten Herausforderungen warten schon.

 


Marathon-Karte:

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