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ich, am Weg

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Ap
WW07 - Langenzersdorf - Groß Enzersdorf
23.04.2018 18:46

Ostösterreichischer Grenzlandweg 07
16. Etappe: von Langenzersdorf nach Groß Enzersdorf (27 Kilometer)
Datum:
21. April 2018

 

(Österreichischer Weitwanderweg 07, 710 km). Der ostösterreichische Grenzlandweg 07 wurde 1979 eröffnet. Er führt durch die Bundesländer Niederösterreich, Burgenland und Steiermark und reicht vom Nebelstein im nördlichen Waldviertel nach Bad Radkersburg in der Südoststeiermark. Der Ostösterreichische Grenzlandweg ist vom Nebelstein bis Wolfsthal auch Teilstück des europäischen Fernwanderweges E8 und von Wien bis Hochstraß Teilstück des europäischen Fernwanderweges E4.
Erklärung und mehr Informationen findet Ihr im Rahmen der Alpenvereinssektion Weitwanderer! Grüße gehen raus :-)

Video:

Meine Geschichte zur 16. Etappe

Diese Etappe des ostösterreichischen Grenzlandweges 07 ist für viele Wanderer, vor allem für Wiener, ein zweischneidiges Schwert. Die Wiener und all jene, die in der Umgebung zu Hause sind, mögen diese Etappe weniger interessant finden. Warum? Nun! Hat man doch alles schon gesehen. Und auch ich muss gestehen, kenne die gesamte Gegend wie meine Westentasche. 

Betrachtet man es aber aus einem anderen Blickwinkel, nämlich aus jenem eines Wanderers, der von weit her anreist, um diese Etappe zu erwandern, der könnte hier aber wohl auf seine Kosten kommen. Denn sucht man eine große Grünoase in der Hauptstadt mit Blick auf viele historische oder moderne Bauten, dann gibt es eigentlich fast nichts Besseres, als diesen Weg zu gehen. Aufgrund seines geringen Anspruchs und Direktheit ist diese Tour vor allem auch für Wandereinsteiger geeignet, erinnert aber auch großteils eher an einen Stadtspaziergang, als an eine Wandertour. Und dennoch vereinigt diese Etappe mehrere Stile in sich, weshalb man diesen Weg nicht unterschätzen sollte.

Ein klassischer Spazier- oder Wandereinsteiger ist mein älterer Bruder Thomas. Dieser brave 76er Jahrgang hat in seinem Leben schon viel erlebt und gesehen, ist aber gerade dabei sein Leben umzukrempeln und hat vor kurzen eben auch die Lust auf das Gehen und Entdecken erweckt. Somit hätte mir hier für diese Etappe, die ich sonst wohl eher an einem anderen Tag gemacht hätte, nichts Besseres passieren können, als mit ihm gemeinsam diesen Weg zu gehen. Es ist ja auch immer wieder interessant zu sehen, wie andere Personen, welche bestimmte Orte noch nicht so gut kennen, auf diese reagieren und diese wahrnehmen. 

Für meinen Bruder, der im Facebook den Blog noch lange nicht genug führt, war es das erste Mal, das er sich auf die Spuren eines Weitwanderweges gemacht hat. Folglich hatte er auch viele Fragen, auf die ich ihm dementsprechend auch hoffentlich die richtigen Antworten geben konnte. Dieser Frühlingstag sollte als jener Tag in unseren Köpfen bleiben, als es bereits hochsommerliche Temperaturen hatte. Insofern machte die drückende Hitze, Plus 30 Grad, auch diese relativ einfache Tour zum sportlichen Hochleistungstest. Trotzdem haben wir diese Tour nach ca. 6 Stunden und 40 Minuten vollendet. Dabei haben wir 28 Kilometer zurückgelegt. 

Dieses Bilderbuchwetter hat aber auch dazu geführt, das ich Euch wirklich gute Bilder und Clips präsentieren kann. Und so ist unsere Tour verlaufen...


Langenzersdorfer Hauptplatz

Was man in Langenzersdorf so alles findet

Ich und mein Bruder Thomas vor einer 07er WW-Tafel

Am Marchfeldkanal



Wegbeschreibung:

Die Tour geht in unserem Fall vom Bahnhof Langenzersdorf aus. Dieser befindet sich oberhalb der Unterführung der Klosterneuburger Straße. Auf dieser treffen wir bereits auf viele Wandervarianten, darunter auch unseren Weitwanderweg 07. Doch bevor wir den Marsch zur Donau ansetzen, wollen wir natürlich den Ort Langenzersdorf besuchen.


Wir folgen also der Klosterneuburgerstraße rechts hinauf bis zur Ecke Schulstraße, wo auch die neue Mittelschule von Langenzersdorf steht. Wir folgen der Klosterneuburgerstraße weiter hinauf bis zum Hauptplatz, welche durch die B3 Korneuburgerstraße/Wienerstraße durchzogen wird. Hier gibt es nun die Gelegenheit, sich noch einmal zu stärken oder Proviant zu besorgen. Nun kann diese Tour aber losgehen. 

Wir marschieren zurück zum Bahnhof und folgen nun der Klosterneuburgerstraße weiter in den Süden. Gleich kommen wir am Sportplatz des Ortes vorbei und treffen so auf einige Gartensiedlungen. Wir überqueren die Obere Haaderstraße sowie die Sarobagasse und die obere Alleestraße, bis wir am Ende an der Uferstraße anstehen. Der Weg ist sehr gut markiert und führt uns nun links in die Praungasse. Hier befinden wir uns schon sehr nahe an der Donauufer Autobahn.

An der Ecke Barwichgasse folgen wir der Markierung nun rechts hinein bis wir den Marchfeldkanal und den Imbiss zur Fischerhütte erreichen. Nur wenige Meter weiter nördlich befindet sich das kleine Wehr zum Wassereininlauf des Marchfeldkanals aus der Donau. Wir folgen der Barwichgasse und untersetzen die Autobahn und finden uns dann am Donauufer bzw. beim Einlaufwerk in Langenzersdorf wieder. Wir haben nun die Donau erreicht und werden diese nun sehr lange begleiten.

 
 

Das Einlaufwerk in Langenzersdorf

Das Leben erwacht beim Kirschenhain

Entlang der nördlichen Donauinsel

Blick zurück auf den Leopolds- und Kahlenberg sowie Nußdorf



Wir überqueren nun das Einlaufwerk, welches die Donau schließlich in dessen Hauptstrom und die neue Donau aufteilt. Hier ist der nördlichste Ursprung der Donauinsel. Es gibt viele Wege die durch und über die Insel führen, doch wir versuchen dem originalen Weg treu zu bleiben. 

Gegenüber, am anderen Donauufer, befindet sich der Ort Klosterneuburg, welches wiederum vor dem Leopoldsberg liegt. Über einen schönen asphaltierten Weg geht es nun entlang der Insel stets abwärts. Dabei kommen wir an schönen Wiesen, Wassergräsern und Sträuchern vorbei. In der Ferne kann man bereits die Donau City erkennen und man weis schon lange vorher, was einem noch erwarten wird.

Kurz vor der Jedleseer Brücke erreichen wir den Bereich des Kirschenhain. Hier marschiert man auch durch eine wunderschöne Allee von Kirschenbäumen. Ein Blick zurück gibt uns nun eine tolle Aussicht auf den Leopoldsberg, Kahlenberg und Leopoldsberg. Auch die Ortschaft Nußdorf, welche davor liegt, zeigt sich von ihrer schönsten Seite.

 


unter der Brigittenauer Brücke mit Blick auf die Donau City

Friedensdenkmal

Wehr 1 nahe der Donaustadtbrücke

Millennium Tower und Millennium City

Blick auf die Reichsbrücke sowie die Donau City

Laaerbahn Brücke



Weiter geht diese Inseltour nun hinab zur Nordbrücke und dem Steinitzsteg. Davor erkennt man am Westufer der Donau noch die Einmündung in den Donaukanal auf der Höhe des Laufkraftwerks Nußdorf. Die Nordbrücke bietet ein Bindeglied zwischen der A22 Donauufer Autobahn und der B14. Nach dem Steinitzsteg kommen wir langsam in das Gebiet der ersten öffentlichen Grillplätze.

Kurz nach der BMX Bahn, dem Aschauer Radverleih sowie dem Eissalon Da Ponte, gelangen wir zur Floridsdorfer Brücke. Über diese Brücke führt die B226 vom Hubertusdamm über die Donauinsel hinüber zur Adalbert Stifterstraße. Auch die Straßenbahn überquert diese Brücke.

Das Areal, welches nun folgt, ist ein einziger großer Hotspot. Der Donauinselplatz ist vor allem für die größte Festbühne des Wiener Donauinselfestes bekannt. Auf der Westseite liegt mit dem Bertha-von-Suttner-Gymnasium das bekannte Schulschiff zu Wasser. Abgerundet wird dieser große Platz mit der Nordbahnbrücke und dem dahinter liegenden Georg-Danzer-Steg. Von hier aus hat man den besten Blick auf die Millennium City und dem Millennium Tower, dem zweithöchsten Gebäude Österreichs. 

Im nächsten Abschnitt der Donauinsel folgen wir einiger Spielplätze, bis wir nach der Summer Station, einem Lokal, die Brigittenauer Brücke erreichen. Die Brigittenauer Brücke verbindet die Donauufer Autobahn mit dem Handelskai. Auf der Ostseite der Donau liegt dann auch die Brigittenauer Bucht. Dieser Ort ist einer der beliebtesten Grillorte Wiens, bei dem sich oft tausende Menschen versammeln.

Weiter geht es entlang der Donauinsel und wir erreichen nun mit jedem Schritt die Donau City am Ostufer. Diese umfasst unter anderem den Donaupark sowie dem Donauturm und das Vienna International Centre. Das größte Highlight ist hier wohl der markante schwarze DC Tower. Mit seinen 250 Meter ist er das höchste Gebäude Österreichs. Die Wegbeschaffenheit ändert sich nicht. Immer noch folgen wir einem asphaltierten Weg entlang von Wiesen und Sträuchern. Nach dem Inselcafe erreichen wir die Booteria, die Taverne Sokrates und den Ponte Cagrana Steg über die neue Donau. Gleich daneben befindet sich die bekannte Sansibar. Und nur wenige Meter später untersetzen wir auch schon die Reichsbrücke, welche die Donau City mit dem Stuwerviertel verbindet.

Nahe der Rampenbrücke Süd geht es nun weiter hinab zum Wasserspielplatz. Wir befinden uns auf der Höhe der Praterlände im Westen und Kaisermühlen im Osten. Während wir hinter uns noch einmal die moderne Donau City bewundern dürfen, erreichen wir auf der Höhe des Kinderspielplatzes die Kaisermühlenbrücke. Dieser Steg verbindet die Insel mit dem besagten Kaisermühlen. Es folgt ein etwas längeres Stück gerade aus wir am Naturschutzgebiet des Tritonwassers vorbeikommen. Auch hier gibt es wieder Grillplätze. Auf der Höhe des Lokals Wake Up befindet sich die Wasserskianlage. Danach folgt auch schon das Schleusenwehr 1 und die Donaustadtbrücke, über welche die U2 fährt. Gleich daneben verbindet die Praterbrücke die A23 Südosttangente den Kaisermühlendamm mit Handelskai auf der Höhe der Donaumarina.

Dahinter wartet bereits die nächste Brücke, nämlich jene der Laaer Ostbahn. Dies ist eine reine Eisenbahnbrücke und verbindet den Zugverkehr zwischen Stadlau und dem Praterkai. 


Die Steinspornbrücke

Einsame Schienen zum OMV Werk in der Lobau

Die Wolfsböden in der Lobau

Der Walulisosteig

Vorwerk Lobau - ehemaliges Museum

Groß Enzersdorfer Arm bei den Napoleon Schanzen


Nach der Eisenbahnbrücke folgt nun wieder eine längere Distanz, auf welcher man wieder mehr den natürlichen Aspekt genießen darf. Nach wie vor verfolgt uns dieselbe Charakteristik. Auf der Höhe des Donaustadt-Kraftwerks treffen wir auf das Cyclodrom, einem Rundkurs für Radsportler, sowie auf die Wildwasserarena vom Verbund. Zwischen den beiden Kursen befindet sich das Schmutzwasserpumpwerk des Wienkanals.

Dann wird es endlich Zeit die neue Donau wieder zu überqueren. Und zwar auf der Höhe der Steinspornbrücke am Biberhaufenweg. Hier kehren wir in einem Lokal ein und stärken uns. Danach geht es weiter entlang der Donau, nur diesmal auf der Ostseite bzw. entlang der Raffineriestraße. Hier marschieren wir nun zwischen dem Frachtenbahnhof Lobau und der neuen Donau.

Kurz vor der Walulisobrücke, am westlichen Ende des OMV Zentraltanklagers. Hier verlassen wir nun nach langer Zeit endlich die Donau und folgen nun der Lobgrundstraße nach links. Nicht weit davon entfernt befindet sich einer der vielen Eingänge in den Nationalpark Donau-Auen, bzw. in die Lobau. In diesem Fall ist es der Eingang zur Panozzalacke, nahe dem ehemaligen Hauptquartier Napoleons und dem Salzgitter Bunker.

Weiter geht es nun entlang der alten Napoleonstraße, bis wir später der Markierung rechts entlang des Tanklagers folgen. Nun ändert sich dementsprechend der Stil dieser Tour. Wir folgen nun einem Waldweg entlang des Gebiets Kraftwörth und dem Birkenspitz. Zwischen dem Ochsenhalt Wäldchen und der Grasmais geht es nun weiter bis zur Vorwerkstraße in der Lobau. Hier, beim Vorwerk, steht noch das Gebäude, wo einst das Lobaumuseum beheimatet war. Gleich daneben führt der Weg links hinein in den Hausgraben und dem Bibergehege. Gleich danach folgen wir einem schmalen Waldstreifen zwischen zwei Feldern, welche Oberer- und Unterer Wolfsboden genannt werden. 

Letztendlich führt der Weg über die Waldgebiete Rustenschacherl und den Oberen Schanzenhagen zum Schneibergkreuz zurück zur Vorwerkstraße, welche weiter in den Osten führt. Diese bringt uns direkt zu den Napoleon Schanzen und dem Groß Enzersdorfer Arm. Als wir die Brücke über den Flussarm überqueren, erreichen wir das Ziel dieser Etappe. Nämlich Groß Enzersdorf.

 

Hier ein kleines Duo-Best of



Infobox:

Ostösterreichischer Grenzlandweg 07 (Ich, am Weg)
Langenzersdorf
Donauinsel
Donau City
Nationalpark Donau-Auen
Groß Enzersdorf

 

27 Kilometer

Das verschwundene Bratislava

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