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ich, am Weg

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Auf den Spuren von Dichter Lenau
03.11.2017 22:02

Der Dichter und die Stockerauer Au

Wie oft mag Dichter Lenau in seiner Kindheit wohl durch die Stockerauer Au marschiert sein? Sicherlich oft genug. An so einem schönen Herbsttag würde auch mir manch schönes Gedicht entlockt werden, beim Anblick des Farbenspiels der schönen Donau Auen.

Entlang des Themenwegs gibt es viel zu entdecken, weshalb ich den Bericht in Wegbeschreibung und Wissenswertes zu Dichter Lenau aufteile.


Wegbeschreibung:

Vom Bahnhof Stockerau ausgehend, folgt man zunächst der Donaustraße links am Volksheim vorbei. Hier gibt es noch keine detaillierte Wegbeschreibung. An einem Baum befindet sich noch eine alte blaue Markierung.
Wir folgen der Donaustraße und gelangen so zum Schlössl, dem ehemaligen Passauer Kastenamt. Links von uns begleiten uns die Gleise der Nordwestbahn. Nach wenigen Metern gelangen wir zu einer Abzweigung, welche uns links unterhalb der Nordwestbahn hindurch zum Franz Blabolil Klubheim führt. Hier treffen wir erstmals auf die klar ersichtlichen Wegtafeln des „Lenau-Weg„ auf denen der Dichter auch abgebildet ist.

Nun führt der Weg um eine Parkanlage herum bis zu einem großen Kreisverkehr. Wir folgen dem Weg und marschieren südlich unter der Unterführung der A22 Donauuferautobahn hindurch. Dann sind es nu noch wenige Schritte bis zum Eingang in die Stockerauer Au.
Ab hier gibt es viele Möglichkeiten seinen Tag aktiv zu gestalten. Wir folgen aber weiter dem Lenau-Weg, welcher uns zunächst abseits der langen Allee in den Südwesten führt. Über einen schönen Spazierweg gelangen wir zur Westseite des Bogensportvereins. Am Ende des kleinen Feldes zweigt der Weg jedoch in den Osten ab. Hier kreuzen wir die lange Allee noch einmal, folgen dem Pfad aber weiter in den Osten.

Wir gelangen zu einem großen weiten Feld, welches uns einen schönen Blick auf Stockerau ermöglicht. Auch die Kirche St. Stephan ist schön zu sehen. Schon nach einem Drittel des Feldweges führt uns der Weg wieder in den Wald hinein zum Wasser- bzw. Pumpwerk Stockeraus. Der Pfad führt uns links hinein in den Osten. Erneut treffen wir auf ein schönes weites Feld, nur diesmal in Mitten der Stockerauer Au, eingehüllt durch Bäumen. Am Ende des Feldes treffen wir auf einem Rastplatz und dem Lenau Gedenkstein, bzw. Lenau Hain.

Wir begeben uns auf eine Waldstraße weiter in den Süden und überqueren dabei einen der vielen Stockerauer Wasserarme. Einen Kilometer weiter gelangen wir an eine Kreuzung. Der Pfad führt uns nun wieder in den Westen. Hier treffen wir auch auf einen Baumlehrpfad. Am Ende dieser Weststraße treffen wir wieder auf die lange Stockerauer Allee, welche hier im Süden den Namen Hagenstraße trägt. Wir folgen dieser in den Norden, ehe links neben uns die Auwiesen erscheinen. Hier könnt Ihr Euch entscheiden, ob ihr dem Weg um die Wiesen oder mittendurch antreten wollt. Am westlichen Ende der Auwiesen führt der Weg nun entlang eines Krumpenwasser Arms.

Nicht weit davon entfernt steht das Konrad Uferhaus, welches zu Saisonzeiten ein willkommener Rast- und Stärkungsplatz ist. Wir folgen nun dem Wasserarm durch einen herrlichen Abschnitt der Stockerauer Auen. Bald erreichen wir wieder eine Unterführung der A22 Donauuferautobahn. Inzwischen haben wir die Einmündung des Göllersbach erreicht und folgen diesem nun bis zur Spitzgartensiedlung. Wenige Schritte später erreichen wir das Sportzentrum in der Au, worauf wir wieder zum Franz Blabolil Klubheim gelangen. Diesmal marschieren wir jedoch durch die Parkanlage und gelangen über die alte Aubrücke Stockeraus wieder zum Bahnhof.


Schlössl (ehemaliges Passauer Kastenamt)

Die Stockerauer Allee in der Au

Diesen Pfad folgen wir nun

Weg entlang des Bogensportverein Areals


Wissenswertes zu Dichter Nikolaus Lenau

Der Name des Dichters lautet Nikolaus Franz Niembsch, welcher später durch Edler von Strehlenau ergänzt wurde. Nikolaus Lenau ist sein Pseudonym. Er gilt als spätromantischer Dichter und war einer der bedeutendsten Schriftsteller des Biedermeier.
Geboren wurde Nikolaus Lenau am 13. August 1802 in Csastád bei Temesvár im Banat (HUN). Seine wohlhabenden Eltern lebten in Stockerau und so verbrachte er seine Kindheit und Jugend oft hier.

Lenau studierte zehn Jahre verschiedenste Fächer und wechselte häufig die Universitäten. Dabei studierte er in Wien, Pressburg und im ungarischen Altenburg. Einen Abschluss schaffte er jedoch nie.
Schon in seiner Jugend hatte er Gedichte geschrieben. Nach dem Tod seiner Mutter verfiel er jedoch in Depressionen, umfasste aber trotzdem in den Jahren 1832 bis 1844 ein umfangreiches literarisches Werk.

Die Erbschaft, nach dem Tod seiner Großmutter, ermöglichte ihm sich ganz der Dichtkunst zu verschreiben. Seine Dichtkunst zog ihn später auch nach Stuttgart, wo er einige seiner Werke bekannt machte. Später versuchte er einen Neuanfang in den Vereinigten Staaten. Doch der Materialismus widerte ihn so an, dass er sein Vorhaben aufgab und 1833 wieder nach Deutschland zurückkehrte.

Nun nahm er sich noch einmal viel Zeit, um weitere Werke zu verfassen. 1838 verliebte er sich in Sophie von Löwenthal. Sie inspirierte ihn zu neuen Gedichten. Als sein Leben soweit geordnet erschien, erlitt er jedoch einen Schlaganfall, von dem er sich nicht mehr erholte. Er fiel in geistige Umnachtung und wurde 1844 in die Nervenheilanstalt Winnenthal bei Stuttgart ein, wo er drei Jahre später in die Heilanstalt Oberdöbling bei Wien verlegt wurde. Dort verbrachte er weitere drei Jahre bis zu seinem Tod.

Nikolaus Lenau starb am 22. August 1850 in Oberdöbling bei Wien.

Der Geburtsort von Nikolaus Lenau heißt heute zu seinen Ehren Lenauheim. Stockerau nennt sich heute „Lenau-Stadt„ In den 1960er Jahren wurden auch die internationale Lenau-Gesellschaft und das internationale Lenau-Archiv gegründet.

Einzelwerke:

  • Der Unbeständige, 1822
  • Polenlieder, 1835
  • Faust, 1836
  • Savonarola, 1837
  • Stimme des Kindes, 1838
  • In der Neujahrsnacht, 1840
  • Die Albigenser, 1842
  • Waldlieder, 1843
  • Blick in den Strom, 1844
  • Eitel nichts!, 1844
  • Don Juan (Fragment), 1844

 


Herbststimmung in der Stockerauer Au

Schönes Farbenspiel in der Au

Das Wasserpumpwerk Stockerau

Der Lenauer Hain


Wissenswertes zur Stockerauer Au:
 


Stockerauer Wasserwerk:

Die Au als Stockeauer Wasserlieferant. Die Menschen rund um diese Stadt werden mit Wasser aus der Aus versorgt. Das Pumpwerk fördert Grundwasser tief aus dem Boden. Der Druck ist so groß, dass eine Badewanne in nur einer Sekunde voll wäre. 6.200.000 Liter Wasser werden pro Tag verbraucht. Damit könnte die Kirche St. Stephan einmal am Tag mit Wasser angefüllt werden.

Konrad Uferhaus:

Dieses ist ein Gasthaus und liegt nahe der Auwiesen. Vom kleinen Snack bis zur vollwertigen Speise ist hier alles dabei. Auch ein Kanuverleih für den Krumpenwasserarm steht zur Verfügung. Die Öffnungszeiten sind von Freitag bis Samstag von 13 bis 18 Uhr. Sonn- und Feiertage von 11 bis 18 Uhr. An Regentagen ist geschlossen.

 

Infobox:

Stockerau
Nikolaus Lenau (wiki)
Stockerauer Au (wiki)
Konrad Uferhaus

Video Clip

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