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ich, am Weg

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Ap
Der Johannesweg
21.04.2019 21:18

DAS GUTE LIEGT OFT SO NAH
 

Warum zur wandererbaren Lilie des Mühlviertels?

Als Mitglied der Alpenvereinssektion Weitwanderer stößt man bei diversen Stammtischen und Sitzungen immer wieder auf diverse Wandervorschläge. Und so kommt man um den, bereits heute allseits beliebten, Johannesweg im Mühlviertel kaum herum. 

Initiiert wurde der Weg einst vom Linzer Arzt Johannes Neuhofer. Gemeinsam mit der Mitarbeiterin des Tourismusverbandes Mühlviertler Alm Elisabeth Hackl-Winkler wurde dann der uns heute bekannte Weg in Form einer Lilie konzipiert. Für die Gestaltung der Stationen wurde dann auch der Theologe Mag. Ferdinand Kaineder ins Boot geholt, der auch Leiter des Medienbüros der Ordensgemeinschaften Österreich ist. Am 24. Juni 2012 wurde er schließlich offiziell eröffnet.

Der ca. 85 Kilometer lange Wanderweg befindet sich im untern Mühlviertel und führt dabei durch die sieben Gemeinden Pierbach, Schönau im Mühlkreis, St. Leonhard bei Freistadt, Weitersfelden, Kaltenberg, Unterweißenbach und Königswiesen. Alle befinden sich im Bezirk Freistadt. Zusammengestellt wurde der Weg durch ein Netz von Wander- und Reitwegen. 

So richtig wahrgenommen hatte ich den Weg im Frühjahr 2018. Da habe ich mir erstmals den Wegverlauf im Internet angesehen und etwas darüber recherchiert. Doch wie es oft so ist, wanderte mein Konzept zu so vielen anderen Ideen in meine "to do Liste" an Wanderwegen. Dann sorgte eine Verkettung vieler Ereignisse dafür, dass es noch nicht zur Bewanderung kam. Auch der von mir erforschte Sonntagbergweg erhielt zunächst den Vorzug, da mich das Wandern entlang der Donau und durch das hügelige Gelände zur Basilika zunächst mehr angesprochen hatte. 

Dann war angedacht den Johannesweg im späten Herbst anzugehen. Doch das Wetter und ein zu voller Terminkalender ließen das nicht zu. Ein weiterer Versuch wurde dann 2019 im Frühjahr angedacht. Doch dann hatte ich meine Phase in welcher ich sehr oft und gerne meine Fühler in die benachbarte Slowakei streckte. Die Cesta SNP, der Weg der Helden, durch die kleinen Karpaten sollte es zunächst werden. Die erste Etappe davon hatte ich zu diesem Zeitpunkt auch schon absolviert. Da das slowakische Volk aber offenbar ein, im positiven Sinne, wanderverrücktes ist, verschätzte ich mit der Quartiersfindung total. Für das Biwakieren bei Minusgraden fehlte mir auch noch die entsprechende Ausrüstung. Dazu schneite es am Startwochenende noch einmal auf unter 400 Meter. Alles Anzeichen, die meine Tour dort verhindern sollten. Nun war mein Urlaub aber schon fest verplant und ich hatte nun nur wenige Stunden Zeit um mir eine Alternative zu überlegen. Doch so lange dauerte es gar nicht. Denn jetzt war die Zeit des Johanneswegs gekommen.

Ich besuchte die Homepage des Johanneswegs und erfuhr so, das es auch Pauschalangebote rund um den Weg gibt. Jenes von der Familie Neubauer in Kaltenberg sprach mich sehr an. Im gleichnamigen Gästehaus sollte ich mein Quartier beziehen. Der im Preis inbegriffene Shuttleservice sollte mich von und zu meinen gewünschten Etappen bringen. Das war für mich neu, da ich es sonst gewohnt bin beim Weitwandern von Ort zu Ort zu marschieren und dabei auch zu übernachten. Doch so kurzfristig wollte ich hier nicht mehr darüber nachdenken und war, gebe ich zu, auch etwas neugierig wie das funktioniert. 

Am Dienstag, den 16. April, fuhr ich also von meiner Heimat Wien mit dem Zug entlang der Weststrecke bis nach Linz. Dort stieg ich in die Buslinie 341 um, welche mich dann eine starke Stunde später nach Unterweißenbach brachte. Von dort wäre es nicht weit nach Kaltenberg gewesen, aber Herr Neubauer hatte mich bereits von der Busstation abgeholt und zum Gästehaus gebracht. So hatte ich keinen Stress beim Start dieser Tour und ich konnte wie besagt auch gleich loslegen...


1. Etappe:
Von Kaltenberg nach Pierbach
30 Kilometer - 935 Höhenmeter auf - 1315 Höhenmeter ab

 

Nachdem ich also mit der Bahn und dem Bus sowie Shuttleservice nach Kaltenberg angereist war, konnte meine Reise entlang des Johanneswegs nun beginnen. Ich starte mein Unternehmen bei meinem Quartiergeber, dem Gästehaus Neubauer. Hier besuche ich zunächst die Wallfahrtskirche und kann am daneben liegenden steinernen Balkon gleich einmal die Aussicht auf das westliche Mühlviertel genießen. Kaltenberg liegt bereits auf einer Anhöhe, so das ich zunächst entlang des 14 Stationen langen Kreuzweges hinab nach Unterweißenbach marschiere. 

Im Ort angekommen überschreite ich die kleine Naarn und wandere in Richtung Ortskern. Dort angekommen versorge ich mich noch beim dortigen Supermarkt und setze meinen Weg fort. Nach der Pfarrkirche führt der Weg über eine Straße, vorbei an Häusersiedlungen, immer kontinuierlich bergauf auf den Hinterberg. Schließlich verlasse ich die Straße und es beginnt ein steilerer Aufstieg über Gestein und Wurzelwerk vorbei an kolossalen mit Moos überzogenen Felsbrocken. Nach einem kraftvollen Aufstieg erreiche ich den Wegererstein auf 834 Meter. Hier erwartet mich ein schöner Johannesweg Kraftplatz sowie ein interessanter Aussichtsfelsen mit Steigleiter. 

Video:

Viel Aussicht gibt es beim bewachsenen Wald aber nicht. Trotzdem ist es ein Erlebnis dort hochzuklettern. Nun geht es trittsicher wieder zügiger hinab, bis man erneut kurz auf eine Straße trifft. Am Ende dieser führt erneut ein kurzer, aber weniger schwerer Aufstieg, hinauf zur Hirschalm. Kurz davor trifft man noch auf den tollen, mit Sträuchern zusammen gebündelten, Freundschaftstunnel. Am Ende dessen erreicht man nun die Hirschalm sowie das Dammwildgehege. Dort ist es möglich das Wild zu füttern. (Futterautomat nimmt nur 50 Cent)

Vorbei am Parkplatz wandere ich nun weiter entlang der Straße bis zu einer Kreuzung. Hier biege ich rechts ein und folge dem Weg weiter. Abseits eines Hofes gibt es einen weiteren Kraftplatz des Johannesweges, welchen man aber nicht aufsuchen muss. Ich verlasse die Straße und folge nun einen Güterweg. Er führt konstant um den Himmelberg herum, ehe mal die Straßen von Harlingsedt erreicht. Gleich im Anschluss folgt ein relativ steiler aber kurzer Anstieg hinauf zum Gipfelkreuz des Hansenbergs. Hier mache ich eine kurze Rast, da die Aussicht von hier oben wirklich toll ist.

Beim Abstieg muss man sich konzentrieren und der Wegbeschilderung folgen. Durch Forstarbeiten zu dieser Jahreszeit ist das nicht immer ganz so einfach. Der Weg führt durch einen Waldweg stetig bergab, bis man erneut auf eine Straße trifft, die mich dann aber auf eine freie Fläche und zur Johanneshütte bringt. Auch hier lege ich eine Rast ein. Der Gästeraum bietet für eine freie Spende einen Kaffeeautomaten sowie drei Kühlschränke voller Köstlichkeiten. Hinter der Anlage befinden sich blitzblank saubere WC Anlagen mit Duschmöglichkeit. (!) 
Ich setze mich jedoch auf die Veranda und blicke hinab zu meinem nächsten Zielort, nämlich Königswiesen.

Der Abstieg dort hin dauert ca. 1 Stunde und führt zunächst über einen Hof weiter durch ein schönes Waldgebiet. Zunächst über Forstwege und dann über einen schmalen Pfad gelangt man recht flott vom Berg hinab bis zur Klammleiten, wo auch der gleichnamige Bach überquert wird. Nun folgen wir einer für mich recht stark befahrenen Straße in den Süden, worauf ich beschließe, Abseits der Straße neben dem Klammleitenbach in der Wiese zu gehen. Ein Gärtner im öffentlichen Dienst mahnt mich aber dann doch auf der Straße weiterzugehen.  Schleißlich erreiche ich den Ort Königswiesen, wo der Klammleitenbach in die Große Naarn überläuft.

Nun geht es westlich weiter durch typisches Mühlviertlergebiet. Es geht hoch und nieder und über Waldstücke und Bergwiesen dahin. Dabei erblickt man so manch ortstypischen Vierkanthof. Beim Gilingerhof muss ich dann gezwungenermaßen einen Umweg einlegen. Denn da ist der Weg wegen Forstarbeiten gesperrt. Man wird aufgefordert über die Landstraße nach Mötlas über den Mötlasberg zu gehen. Lieber wäre ich durch den Wald marschiert, aber egal. Soviel mehr Meter sind das auch nicht. Und so marschiere ich über die Straße zum Ort Mötlas, der wie eine Art Dorfpass als Sattel in Mitten vor Hügellandschaft liegt. 

In Mötlas besuche einen alten Greißlerladen! Das ist wirklich zu einem Highlight geworden, so etwas heute noch vorzufinden. Ich versorge mich hier und setze meinen Weg fort. Allerdings folgt jetzt ein eher unspektakulärer Weg entlang der Autofahrbahn in den Süden nach Oberhofstetten und später um den Bischofsberg herum. Die Straße schlängelt sich auch an jedem Hügel vorbei, sodass man nicht wirklich viel von der Umgebung sieht. Dies ändert sich erst in Niederhofstetten, wenn man zum ersten Mal einen Blick auf die imposante Burgruine Ruttenstein werfen kann. Zunächst geht es zügig bergab. Nach dem Überqueren einer Kreuzung verlässt man nun die Fahrbahn und es folgt der kurze aber nicht zu unterschätzende Aufstieg hinauf zur Burgruine.

Am Ende eines Schotterweges wartet, kurz vor den Toren der Ruine, dann das Schutzhaus Ruttenstein. Dort lege ich erneut eine Pause ein und genieße den Anblick der Ruine. Von nun an ändert sich die Charakteristik des Weges ein wenig. Man bewegt sich nun durch klammartiges Gebiet. Über Pfade geht es stetig bergab. Nach dem Abstieg vorbei am Bodenberg erreicht man zwar wieder eine Fahrbahn, welcher man auch weiter in den Süden folgt. Begleitet wird man nun von der großen Naarn. Später marschiert man für einen kurzen Abschnitt an einem angelegten Felsweg neben dem Bach, ehe man zurück zu Fahrbahn gelangt. Dieser folgt man nun weiter durch das Naarntal bis man schließlich direkt vor der Kirche in Pierbach steht. Etappe geschafft!

Mein Fazit:

Das Mühlviertel lässt dich nicht gemütlich beginnen. Da geht es gleich zur Sache. Satte 30 Kilometer habe ich hier zurückgelegt. Nach der Hirschalm habe ich mich auch einmal kurz verlaufen. Und schon hat man über 1100 Höhenmeter an einem Tag zurückgelegt. Das ist es aber auch wert. Ich würde den Weg nicht als besonders schwierig einschätzen, aber man sollte schon die Eine oder andere längere Wanderung gemacht haben. Das ständige Auf und Ab geht schon auf die Waden. Allerdings hat man relativ oft eine Ortschaft oder eine Verpflegsstelle in der nächsten Ortschaft. Auch muss man die Etappe nicht so weit anlegen, wie ich es tue. 

Das Gipfelkreuz am Hansenberg sowie die Burgruine Ruttenstein waren sicherlich meine persönlichen Highlight am Weg. Aber auch die Johanneshütte wusste zu überzeugen. Es waren relativ viele Wanderer an diesem herrlichen Tag anzutreffen. Die Stimmung an sich war sehr gut und die Menschen in den Orten waren alle samt freundlich und hilfsbereit. 

Die Beschilderung dieser Etappe war ausgezeichnet. Nur einmal musste ich mich länger umschauen. Wenn man vom Hansenberg hinabsteigt, fehlt mir eine Tafel, welche um einen großen Felsen herum führt. Aber das ist nicht weiter schlimm. So viele Möglichkeiten sich da zu verlaufen gibt es nicht. So ist es mir nach der Hirschalm passiert, als ich nach dem zweiten Kraftplatz nicht wieder zurück zur Strecke gewandert bin, sondern entlang der Straße zu einem Hof weiter marschiert war. Erst als die Wanderer hinter mir nicht mehr zu sehen waren, merkte ich, dass hier etwas nicht stimmt. *gg*

Eine Einkehr beim Schutzhaus Ruttenstein kann ich ebenso empfehlen. Das sogenannte Pedacola ist für mich eine wahre Attraktion und sollte dort auf jeden Fall konsumiert werden. Es hat mit einem Cola nur entfernt zu tun, ist bei weitem nicht so süß, und super für den Durst. Der letzte Abschnitt nach Pierbach hat mir ebenfalls sehr gut gefallen. Das Wandern neben den klammartigen Felsen der großen Naarn hat mir richtig Spaß gemacht. Einen besseren Einstand hätte ich mir nicht wünschen können.
 

Die Basilika von Kaltenberg

Die Hirschalm

Die Johanneshütte

Burgruine Ruttenstein und Gasthaus

Blick auf Weißenbach OÖ

Dammwild bei der Hirschalm

Blick auf Königswiesen

Weg and er großen Naarn

Aussichtsfelsen bei Weißenbach

Das Johannesstöckerl in Königswiesen

Freundschaftstunnel Hirschalm

Das Gipfelkreuz am Hansenberg

Einer der zahlreichen Stempelstellen

Ankunft in Pierbach

Karte:


2. Etappe:
Von Pierbach nach St. Leonhard bei Freistadt
23 Kilometer - 1195 Höhenmeter auf - 850 Höhenmeter ab

Gut geruht und wohl gestärkt werde ich wieder nach Pierbach gebracht. Und dort starte ich bereits um 7 Uhr morgens in den zweiten tollen Tag. Ich hole mir beim Lebensmittelladen noch etwas Proviant und starte dann bei der Pfarrkirche in Pierbach. Der Weg führt mich zunächst entlang der Bundesstraße und er großen Naarn aus dem Ort hinaus. Wenig später biege ich rechts ab und folge der Zubringerstraße zu den Hinterhöfen.

Dem Straßenverlauf folgenden gehe ich weiter bis zu einer Kreuzung und einem weiteren Vierkanthof. Danach wird die Straße zu einem Karrenweg, der mich zunächst durch saftige Wiesen und später durch ein kleines Waldstück führt. Am Fuß des Tals angekommen erreiche ich dann die bekannte Kugelmühle, die durch die Kraft des Irx-Wassers Granit formen kann. Wenig später geht es schließlich noch einmal kurz bergauf, ehe schon das Highlight des Johannesweges wartet, nämlich dessen Wahrzeichen, der Johannesbrunnen. Er ist bekannt durch die vielen Prospekte des Johanneswegs. Ein kleiner Holzbrunnen. Etwas unterhalb steht dann auch eine kleine Kapelle.

Video:

Etwas weiter unterhalb der Kapelle beginnt dann das wunderschöne kleine Tal, durch welches die kleine Naarn führt. Dieses hat mir besonders gut gefallen, da sich die kleine Nam in Serpentinen durch die schöne Wiese des Tals schlängelt. Auf der Höhe des Ottenbaches, einem Seitenarm der Naarn, biege ich nun links ab und es beginnt ein Aufstieg hinauf bis nach Kaining. Dort befinden sich einige kleine Bauernhöfe und am Wegesrand stehen selbst geschnitzte Wanderstäbe, die man für einen kleinen Spendenbetrag mitnehmen kann. *Bravo*

Nach den verträumten Höfen geht es nun etwas abwärts um den Ottenbach herum. Einen typischen Mühlviertelanstieg später erreiche ich den idylischen Ort Schönau im Mühlkreis. Hier handelt es sich schon um eine größere Ortshaft, so dass ich doch einige Meter in den Ortskern hinein wandern muss. Bei der Jakobuskirche mache ich nun einmal eine halbe Stunde Rast und gönne mir etwas beim Lebensmittelladen. Vor der Kirche befindet sich ein Kasten in welchem die Kinder des Ortes selbst geschnitzte Johannesweglilien für eine kleine Spende ausgeben. Auch hier finde ich die Idee großartig und komme so nun auch zu meinem Souvenir. Und dann habe ich durch meine Pause noch ein tolles Treffen mit Jasmin und ihrem kleinen süßen schwarzen Mops Pauli. Die beiden haben ein gutes Schritttempo, was es uns erlaubt nun bis zum Ende meiner Reise gemeinsam zu marschieren. Das ist eine tolle Abwechslung zum alleine marschieren.

Nun bekommt diese, ohnehin schon tolle Tour, noch mehr Farbe. Es folgt der Aufstieg zum Herrgottsitz auf 855 Meter. Zunächst erreichen wir noch die Stoaninger Alm bei der bekannten Speed-Gleit-Bahn. Am Gipfel des Herrgottsitz thront ein mächtiger Stein mit einem Gipfelkreuz, welchen man mit einigen Handgriffen mittels Aufstiegshilfe auch besteigen kann. Weiter geht es über die üppige Landschaft bis nach Pehersdorf, welches fast unscheinbar vor dem Aufstieg zur Ruine Prandegg liegt. Schon nach Pehersdorf geht es also stetig bergauf. Zuerst erreicht man den Parkplatz und einige Minuten später letztendlich die wunderschöne Burgruine sowie die herrliche Taverne, welche heute an diesem schönen Tag sogar geöffnet hat.

Jasmin, Pauli und ich kehren hier natürlich ein und gönnen uns ein schönes kühles Weizenbier. Nach dieser gemütlichen Rast geht es nun weiter. Zunächst müssen wir all die Höhenmeter, welche wir zur Ruine gegangen sind, wieder hinunter. Der tiefste Punkt dabei ist das kleine Tal des Waldaistbaches. Ab hier müssen wir tapfer sein, denn bis zu unserem Tagesziel geht es nun nur noch bergauf. Während hinter uns die Ruine wieder kleiner wird, taucht vor uns die Stiftungssiedlung auf. Wir durchqueren diese und steigen weiter hinauf bis zum Irrenedt-Hof. Hier wandern wir wieder über schöne und freie Wiesen, welche uns nun einen Überblick über die herrliche Gegend gestatten. Erneut wartet ein knackiger Aufstieg durch den Wald.

Oben angekommen, erkennen wir vor uns den Herzogreither Berg. Obwohl es möglich ist, diesen zu besuchen, lassen wir ihn aber aus und marschieren nun weiter ostwärts bis ein letzter Anstieg uns hinaufbringt zu unserem Zielort, nämlich Sankt Leonhard bei Freistadt. Auch hier handelt es sich um einen größeren Ort, der sich so richtig schön in das Mühlviertel hinein gezimmert hat. Beim Kirchenwirt Schwarz belohnen Jasmin und ich uns mit einem weiteren Gerstensaft und Mops Pauli bekommt sein Wasser. Jasmin und Pauli werden hier übernachten. Ich rufe mein Shuttleservice meines Gastgebers an und werde wenig später abgeholt. Was für ein toller Tag.

Mein Fazit:

Eine Etappe die wahrlich alles beinhaltet, was man sich bei dieser tollen Gegend wünscht. In Pierbach ist ja eigentlich der offizielle Start des Johannesweges. Und das lassen uns die Pierbacher auch wissen. An den Ortsrändern befinden sich große Aufsteller mit dem Hinweis, dass hier der Johannesweg startet. Und es dauert auch nicht lange, bis man vor dem Wahrzeichen steht. Das Gebiet um den Johannesbrunnen hat mir richtig imponiert. Vor allem das kleine Tal danach, durch welches die kleine Naarn fließt. 

An diesem Tag habe ich besonders viele Pilger getroffen. Abgesehen von Jasmin und Pauli hatte ich zuvor eine große Gruppe von Wanderern getroffen. Und auch später kamen wir bei vielen anderen Johannespilgern vorbei. Und das, obwohl die Saison noch gar nicht richtig angefangen hat. Zumindest hat man mir das bei der Prandegg Taverne erzählt. Das schöne Wetter zieht die Wanderer nun mal magisch an. 

Schönau im Mühlkreis ist ein Ort, bei dem man es sicher gemütlich hat. Die Idee mit den selbst geschnitzten Holzsouvenirs fand ich super. Der Kasten mit diesen befindet sich direkt unter dem normalen Stempelkasten und kann kaum übersehen werden. Wenn man wenig Proviant mitnehmen möchte, dann empfiehlt es sich in Schönau noch einmal einzukehren oder beim Lebensmittelladen etwas mitzunehmen, denn bis zur Traverne bei der Burg Ruine gibt es keine Möglichkeit mehr einzukehren. Achtung!! Nach dem Herrgottsitz gibt es eine Hinweistafel zum Gasthof Aufmayer in Oberndorf und das dieser in 15 Minuten zu erreichen wäre. Jasmin, Pauli und ich wollten diesem Aufruf folgen und sind kurz vom Johannesweg abgegangen. Wir haben die Idee aber bald verworfen, da der Ort wesentlich weiter weg ist, als auf der Tafel angeben. Wer allerdings kleinere Etappen wandert und sich keine Gedanken über Ziel und Zeit macht, der kann gerne auch nach Oberndorf marschieren. Es kann dort auch genächtigt werden! 

Die Traverne bei der Burgruine Prandegg hatte an so einem schönen Tag geöffnet. Aber das war auch etwas glücklich, da Mitte April diese normalerweise noch nicht geöffnet hat. So sagte es uns zumindest ein anderer Tavernen Gast. Neben der Taverne gibt es auch ein kleines Burgmuseum. Reinschauen lohnt sich! 

Wer das Mühlviertel kennt und liebt, der weis einfach, dass es ein ständiges auf und ab ist. Wer sich zum ersten Mal so einem Abenteuer stellt, der sollte sich, sofern er St. Leonhard anpeilt, bei der Taverne noch einmal ordentlich stärken. Der Abstieg und vor allem der langsame stetige Aufstieg nach St. Leonhard kann schon sehr fordernd sein. Obwohl wir ihn ausgelassen haben, lohnt sich aber ein Besuch am Herzogreither Berg. Für den Weg hin und zurück muss man aber schon 2 Kilometer zusätzlich einplanen. Wer also vor St. Leonhard noch genug Kraft hat, der sollte sich das nicht entgehen lassen. 

Sankt Leonhard bei Freistadt empfängt einem dann mit offenen Armen. Hier gibt es wieder so allerlei und genug Möglichkeiten zur Einkehr oder zur Nächtigung. Dadurch, dass der Ort auf einer Anhöhe liegt und westlich nur Felder uns Wiesen besitzt, hat man auch eine sehr schöne Aussicht in diese Richtung. 

Kirche bei Pierbach

das Tal der kleinen Naarn

Der Herrgottsitz

Am Weg nach St. Leonhard

Mühlviertel

Blick zurück zu den Naarntälern

Wunderbares Mühlviertel

Gleich geschafft

Die Kugelmühle

Schönau im Mühlkreis

Burgruine Prandegg

St. Leonhard bei Freistadt

Der Johannesbrunnen

Die Stoaninger Alm

Stempelstelle

Meine Errungenschaften

Karte:


3. Etappe:
Von St. Leonhard bei Freistadt nach Kaltenberg
26 Kilometer - 815 Höhenmeter auf - 815 Höhenmeter

Der letzte Tag bzw. die letzte Etappe stehen auf dem Programm. Das große Finale. Und es sollte vieles noch parat halten.

Bereits um kurz vor 8 Uhr morgens stehe ich schon wieder, vom Shuttleservice wohlbehütet hergebracht, vor der Kirche in St. Leonhard bei Freistadt. Alles schläft noch. Auch Jasmin und Pauli sind wohl noch eher am Frühstücken. Leider muss ich heute einen ganz bestimmten Bus in Kaltenberg erwischen, was bedeutet, dass ich mich heute ein klein wenig ran halten muss. Nicht tragisch, aber ich sollte doch vorankommen. Und so starte ich in diese letzte Etappe.

Vom Marktbrunnen aus marschiere ich zunächst östlich hinauf auf den Predigtberg. Der Weg führt jedoch nicht nach oben, sondern seicht nördlich daran vorbei. Und schon wartet das erste kleine Highlight, nämlich die Bründl-Kapelle. Von hier aus sieht mehr sehr schön auf den Haiderberg, dorthin wo mich der Weg noch führen sollte. Zunächst geht es aber noch hinab zur Bundesstraße und dem Einsiedlerbach. Beim Pfeffer-Hof geht es dann am Pechölstein vorbei hinauf durch den Wald. Hier meldet sich dann Jasmin zu Wort. Sie und Pauli sind gerade losmarschiert.

Video:

Bevor es dann endgültig zur Haiderberg Schleife geht, warte ich auf die Beiden und gemeinsam setzen wir dann unsere Tour fort. Die Schleife um den Haiderberg verläuft nur durch den Wald und bringt eine sehr schöne Fernsicht mit sich. Letztendlich kostet dies auch nur einen Kilometer mehr zum Marschieren und zahlt sich aus. Am Seitenrücken des Hirschensteins geht es nun weiter durch den Wald hinab, bis wir eine Straße und wenig später den kleinen Ort Langfierling erreichen. Der Ort ist eher eine kleine Siedlung, liegt aber wunderschön auf einem Wiesenrücken mit fantastischer Aussicht.

Weniger spektakulär ist nun der weitere Weg. Wir wandern entlang der Straße hinab. Erst vor dem Waldfeld-hof biegen wir nun rechts ab und wandern weiter am Strassreither Güterweg. Wenig später erreichen wir den tollen Naturwald am Kasbach. Hier gibt es einige kleine Wanderwege rund um den Galgen von Weitersfelden. Es handelt sich tatsächlich um einen Galgen, der auch eine dementsprechende gruselige Geschichte hinter sich hat. Am Ende des Denkmalweges folgen wir nun der Straße hinab bis zur Kreuzung am Rabenberg. Von hier aus folgt nun der kleine Anstieg hinauf nach Weitersfelden.

Doch nicht über die Bundesstraße, sondern über einen netten, extra angelegten Waldpfad vorbei an dem Waldaistbach. Oben angekommen, sind wir nun endlich in Weitersfelden. Etwas weiter im Ort gibt es auch einen Lebensmittelladen. Also versorgen wir uns einmal ordentlich und rasten auch einige Minuten. Im Anschluss geht es dann östlich durch den Ort, ehe wir ihn verlassen und über eine große Wiese stetig bergauf wandern. Dabei kommen wir auch am Naturkino (ein Holzbilderahmen mit Blick auf Weitersfelden) vorbei. Nach einiger Zeit kommen wir bei der kleinen Siedlung Nadelbach an, wo auch eine sehr schöne kleine Kapelle steht. Über einen Güterweg geht es dann wieder durch ein schönes Waldgebiet.

So wandern wir eine weile dahin, ehe wir nach einiger Zeit beim Biohof Thauerböck stehen. Dort befindet sich auch die Schnappsrast. Für eine freie Spende können hier diverse Schnapssorten verköstigt werden. Es gibt auch einen Bioladen direkt vor Ort. Nach einer kurzen Rast geht es auch schon wieder weiter und wir können schon aus der Ferne das nächste Highlight vor uns erkennen. Nämlich die höchste Stelle am Johannesweg, dem Kammererkreuz auf 980 Meter. Doch bevor wir die Aussicht hier genießen können, folgt noch ein stetiger Aufstieg. Doch es lohnt sich sehr. Oben steht ebenfalls eine schöne kleine Kapelle, welche man auch besuchen sollte, wenn man hier vorbeikommt.

Nach einer weiteren Pause steigen wir also wieder vom Kammererkreuz hinab und erreichen die Bauernsiedlung am Silberberg. Hier lebt ein Johannesweg bekannter Hund, der Erzählungen nach Runden mit Wanderern mitgegangen sein soll. Mit uns will er aber nur 100 Meter mitgehen, ehe er uns bellend verjagt. 
Beim Absteigen vom Silberhof treffen wir auf eine wandernde Familie, die ebenfalls mit Hund unterwegs sind. Mir sind diese nicht fremd, denn sie waren im selben Shuttle mach St. Leonhard gefahren, wie ich. Und so marschieren wir jetzt als größere Wandergruppe gemeinsam weiter, dem bzw. meinem Ziel entgegen.

Nun geht es nur noch südlich hinab durch den Wald und weitere offene Wiesen. Beim Höllenbach kommen wir auch an der Kneipp-Anlage vorbei. Danach erreichen wir die Straße von Weidenau, welcher wir nun eine Weile folgen müssen. Hier wandern wir durch ein kleines Tal hindurch, ehe wir einen weiteren Hof erreichen und uns der Weg nun abseits der Straße, weiter hinauf führt. Am Ende erreichen wir den Norden von Kaltenberg, wo uns die Ortsstraße direkt hinauf zum Gasthaus Neubauer. Somit habe ich den Johannesweg gefinisht. Hier muss ich mich auch von Jasmin und Pauli verabschieden, welche noch nach Unterweißenbach weiter wandern müssen. 

Mein Fazit:

Auch diese Etappe weis zu überzeugen. Gleich der Start hinauf auf den Haiderberg ist bei schönem Wetter ein optimaler Einstieg. Die Haiderbergschleife lohnt sich. Am Haiderberg hat man die Gelegenheit bis ins Alpenvorland und auch zum Dachstein zu blicken. Für einen Kilometer Fußmarsch ist das sicher vertretbar. Auch der Weg nach Langfirling gefällt mir recht gut, auch wenn der Abschnitt dann hinab zum Waldhof entlang der Straße weniger gemütlich ist. Durch den Naturwald entlang des Denkmalweges zum Galgen von Weitersfelden hingegen wird man wieder durch alle schönen Eindrücke des Waldes belohnt. Auch der Aufstieg bei der Waldaist hinauf nach Weitersfelden ist schön angelegt.

In Weitersfelden empfiehlt sich eine Rast, eine Einkehr oder ein Besuch beim Lebensmittelladen. Im Anschluss folgt nämlich ein längerer Marsch bis zum Biohof Thauerböck. Ein Weg, der allerdings wirklich schön in die hügelige Wald- und Wiesenlandschaft hineinpasst. Die Schnapsrast ist eine wirklich gute Idee. Ich würde aber empfehlen, es bei 1-2 kleinen Schnapsproben zu belassen, da sonst der weitere Wegverlauf etwas schwieriger zu gestalten wäre. *gg*

Der Höhepunkt ist bestimmt das Kammererkreuz, der höchste Punkt des Johanneswegs auf fast 1000 Meter. Eine Tafel mit der Erklärung sämtlicher Berge im Süden des Landes gibt einen tollen Einblick, wie weitreichend die Sicht hier ist. Auch ein Besuch in der Kapelle lohnt sich. Im Übrigen ist dies der nördlichste Punkt des Johannesweges. Auch jener Punkt der am weitesten von Pierbach, dem südlichsten Punkt, entfernt ist. 

Der anschließende Weg zurück nach Kaltenberg ist dann schon ein etwas angenehmerer Part. Ganz mutige Wanderer können ihre Füße gerne in der Kneip-Anlage des Höllenbaches abkühlen. Der kurze Aufstieg nach Kaltenberg ist etwas knackig, aber auf jeden Fall zu meistern. Der Ort Kaltenberg liegt so schön auf einer Anhöhe, das man eine tolle Sicht auf den Osten und Süden des Landes hat. Somit kann man von hier auch die Hälfte des Johanneswegs überblicken. 

Kirche bei St. Leonhard bei Freistadt

Schöne Kapellen überall

Aussichtsplatz Kammererberg

Die Bründl-Kapelle

Der Galgen von Weitersfelden

Schnapsrast beim Biohof Thauerböck

Blick in Richtung Ziel

Traumhaftes Mühlviertel

Kirche Weitersfelden

Kneipp-Anlage am Höllenbach

Langfirling

Blick auf Weitersfelden

Kapelle am Kammererberg

Wieder zurück in Kaltenberg

Karte:


 

INFOBOX

 


GÄSTEHAUS NEUBAUER (in Kaltenberg)

Meine Variante:
Johannesweg in 3 Tagen mit Start in Kaltenberg
Ein Quartier mit variablen Shuttleservice

Homepage

 


Karte vom gesamten Johannesweg:

gesamt 85 Kilometer und 2.720 Höhenmeter

Das Abzeichen für den absolvierten Johannesweg

Bratislava Halbmarathon 2019
Jugendleiter Base Camp in Graz

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