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Entlang der ungarischen Donauauen
24.10.2019 21:26


WIE DIE DONAU BEI DEN NACHBARN FLIEST, Teil 2

 

Die Donauauen bei unseren östlichen Nachbarn sind auch im Herbst ein wahrer Genuss für Wanderer, Radfahrer und Naturgenießer. Nahezu der gesamte Grenzbereich zwischen der Slowakei und Ungarn ist geprägt durch den Donaustrom. 

Zuletzt besuchten Stefanie und ich noch die slowakischen Donauauen. Und nun setzten wir den Weg im benachbarten Ungarn fort. Die wilden Donauauen in Ungarn haben ihren ganz eigenen Charme. Die Wege sind unmarkiert. Der Eintritt in das Augebiet birgt so manch mysteriöses Geheimnis. Man bewegt sich durchaus in einem Gebiet, das so sicher noch nicht jeder gesehen hat. Der Donaudamm samt Weg nach Dunakiliti ist sehr langatmig, doch auch ziemlich spannend. So trifft man auf interessante kleine Bauwerke, Flüsse, Kanäle und Teiche. 

Das Stauwasserwerk Dunakiliti ist zwar nicht für Besucher zugänglich, doch die Umgebung inmitten der Donaualtarme entschädigt so einiges. Auch das kleine verträumte Dorf Dunakiliti weis mit seiner ganz eigenen Geschichte zu überzeugen. 

Video


Am Weg nach Cunovo

Start in Cunovo "oben"
An der Grenze (by Stefanie B.) "rechts"

Adlerschau am Donaudamm

Cunovo & der Weg nach Ungarn

Cunovo ist ein Stadtteil der Großstadt Bratislava und liegt etwas weiter Südlich von Rusovce und unweit von der ungarischen Grenze entfernt. Der Ort wurde 1232 zum ersten Mal urkundlich erwähnt. Sehenswert ist bestimmt die Kirche im barocken Stil aus dem 18. Jahrhundert. 

Start dieser Tour ist bei der Bushaltestelle Cunovo priehrada, etwas außerhalb von Cunovo an einem Kanal der Donau gelegen. Hier finden wir auch Informationstafeln zum slowakischen als auch ungarischen Augebiet wieder. Besonders auf das Vorkommen der Greifvögel in diesem Gebiet wird hingewiesen.

Wir brechen auf und marschieren südlich entlang der Obecna plycina Wälder entlang eines ziemlich unebenen Radweges. Wir befinden uns hier auf mehreren bekannten Weitwanderwegen, wie zb. der Via Martini oder der Euro Velo 6 

Es dauert auch nicht lange, bis wir auch schon die Landesgrenze zu Ungarn erreichen. Ein altes heruntergekommenes Grenzhaus steht noch. Ansonsten deutet nur eine kleine Ungarntafel auf den Grenzverlauf hin. Wir können einfach passieren. 


Wasserkanäle, die wilde Au und Fischerteiche

Wir folgen nun einem Karrenweg aus Kiesgestein entlang des Wasserkanals, der uns schon seit Cunovo begleitet. Hier wird er allerdings csurgalek-csatoma genannt und wird durch einige Staumauern und Pumpenstationen geprägt, welche überschüssiges Wasser aus dem links angrenzenden Augebiet abpumpt. Die größte Pumpenstation befindet sich direkt am Altdonaufluss Jonasi-ag. 


Nun wird der Untergrund des Weges etwas gemütlicher und wir befinden uns am Donaudamm, ähnlich des Donaudamms zwischen Wien in Richtung Hainburg. Hier verlassen wir aber nun den Rad- und Gehweg und folgen einer Waldstraße direkt in die verwilderte Au hinein. Dort treffen wir auf einen idyllischen Fischerteich Homoki-ag.

Dort bewegen wir uns noch etwas auf unmarkiertem Gelände und erforschen dabei die Gräser und Pflanzenwelt der ungarischen Au. Auch einige Waldbeeren warten noch auf ihre abernte. Letztendlich kehren wir über eine Waldstraße wieder zurück zum Donaudamm.

 

Pumpenwerk am Donaudamm

Fischerteich

Ab in die wilde Au

Wildwandern durch die Augräser


ehemalige Treppen ins Wasser?

Donaudamm-Wiesen

Altarmregulierung

Am Donaudamm

Der Donaudamm nach Dunakiliti

Dort angekommen marschieren wir weiter südöstlich entlang der unendlichen Weiten des Donaudammes. Nach dem Besuch einer weiteren kleinen Stauanlage marschieren wir nun entlang der großen Dammwiesen neben dem Kanal Szivargo-csatoma. 

Später wechseln wir die Seite und bewegen uns wieder entlang der Auwälder neben dem Donaudamm. Hier finden wir große und lange Steinstufen direkt am Damm, welche darauf hinweisen, dass das Donauwasser einst bis hier hingereicht haben musste.  Die Kilometer langen geraden Strecken sind sowohl interessant als auch zermürbend. Dennoch ist es ein schöner Weg.

Langsam kommen wir in das Gebiet von Dunakiliti, folgen aber weiter dem Donaudamm bis kurz vor der Einmündung des Kanals in die Görgeygei-Duna. Hier folgen wir nun der Straße bis wir die Hauptstraße von Dunakiliti antreffen. Hier folgen wir einem Wanderweg entlang der Straße in Richtung Stauwasserwerk.


Das Wasserstauwerk Dunakiliti & Donau Altarme

Die Straße zum Stauwasserwerk Dunakilti ist wieder eine endlos scheinende. Allerdings folgt man hier einem Weg neben der Straße durch die Auwälder, bis man letztendlich doch auf die Fahrbahn geschickt wird. Zunächst erreichen wir den schönen Donaualtarm Szigeti-Duna. Ein richtig schönes Fleckchen.

Wenig später, nach dem die Straße einen leichten Linksschwenk einlegt, erreichen wir den nächsten Donaualtarm, nämlich die Görgetegi-Duna. Kurz darauf stehen wir vor der Zufahrt zum Wasserstauwerk Dunakiliti, welches jedoch leider für Besucher gesperrt ist. 

Das Wasserstauwerk Dunakiliti wurde vor vielen Jahren in gemeinsamer Arbeit zwischen Ungarn und der ehemaligen Tschechoslowakei geplant und errichtet. Später wurde der Bau seitens Ungarn jedoch gestoppt, worauf das Projekt niemals richtig fertiggestellt wurde. Das Wasserstauwerk ist heute ein Übergang zu einer namenlosen kleineren Donauinsel, welche schon wieder an der slowakischen Grenze liegt. Das Kraftwerk ging nie in Betrieb. Eine Infotafel vor Ort erzählt noch heute seine Geschichte. 

So machen wir eine gemütliche Rast beim Campingplatz Vadviz etterem an einem weiteren großen Donaualtarm. Ein Besuch dieses Ortes, wenn man in der Nähe ist, zahlt sich dennoch aus, denn es handelt sich um ein sehr ruhiges und naturverbundenes Plätzchen, welches zum Entspannen einlädt. Nach einer längeren Pause traten wir nun den Rückweg nach Dunakiliti an.

Am Weg zum Staukraftwerk Dunakiliti

Szigeti-Duna südöstlich

das gesperrte Staukraftwerk

Szigeti-Duna nordwestlich

Görgetegi-Duna

Infotafel zum Staukraftwerk


Rosen an der Dunakiliti Hauptstraße

Blick auf Dunakiliti

Kirche in Dunakiliti

Straße nach Rajka

Dunakiliti

ist eine westungarische Gemeinde mit an die 2000 Einwohnern im Komitat Györ-Moson-Sporon in der kleinen ungarischen Tiefebene. Gelegen ist das Dorf auf einer kleinen Schüttinsel, welche durch den Strom der Donau und der Moson-Donau gebildet wird. Es befindet sich etwas sieben Kilometer entfernt von der slowakischen und 20 Kilometern zur österreichischen Grenze. 

Die Geschichte des Ortes geht bis in das Jahr 1165 zurück. Am 27. Juni 2015 feierte Dunakiliti seinen 850. Geburtstag. Die Kirche im Dorf wurde 1735 im Stil des Barock errichtet. Im Jahre 1910 wurde sie jedoch abgerissen und durch eine neogotische Kirche ersetzt. 

Im Ort gibt es, wenn auch etwas versteckt, ein Schloss namens Princess Palace, welches ebenfalls im Barockstil errichtet wurde. Dieses dient hetue als Hotel für die umliegenden Golfanlagen. Der Name Dunakiliti setzt sich aus dem Wort Duna (Donau) und dem türkischen Wort killt (Schloss oder Schüssel) zusammen. 

Letztendlich marschieren wir durch den schönen Ort und erreichen später wieder den Donaudamm, welchen wir dann zurück nach Cunovo abmarschierten. 


 

 

Fotos von Stefanie HIER

Erreichbarkeit:

Bahn: Wien Hauptbahnhof - Bratislava-Petrzalka
Bus 91: Bratislava-Petrzalka Rusovce
Bus 90: Rusovce - Cunovo Priehrada (Start und Ziel unserer Tour)

Karte:



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