16
Ma
Erlebnisweg Kultur verbindet Hausleiten
16.05.2020 08:27


EIN AUSFLUG FÜR DIE GANZE FAMILIE...
 

Mein besuchter Ort:
 

Ort: Hausleiten


Land: Österreich 
Landschaftskreis: Korneuburg (Niederösterreich)

Anreise:

Zug aus Wien nach Hausleiten:
Zug Wien Praterstern (über Stockerau) ca. 1 Std. 

Video:

Natur, Kultur und Geschichte

Am Haupt des Tullnerfeldes, besser gesagt am schönen Wagram, liegt der kleine verträumte Ort Hausleiten, welcher alleine schon durch die an den Klippen thronende Kirche St. Agatha hervorragt. 

Seit 2014, offiziell 2015, verbindet der geschaffene, knapp 10 Kilometer lange, Rundwanderweg "Kultur verbindet" die Orte Hausleiten, Seitzersdorf-Wolfpassing, Pettendorf und Gaisruck und zweigt den gemeinsamen kulturellen Ursprung dieser Region. Die spannend angelegten Erlebnisstationen erzählen von der Geschichte, welche die Region zu dem werden, hat lassen, für was sie heute steht. Sie erzählen auch von der früheren urgeschichtlichen Zeit, die von Landwirtschaft geprägt ist und das Leben am Wagram erst lebenswert machte. 

Durch seine einfache Streckenführung ist die Rundtour ideal für die ganze Familie und bietet interessante Orte, spannende Geschichten sowie einen einzigartigen Rundumblick am Leeberg.

 


Wir starten den Erlebnisweg in Hausleiten

Das gesamte Wagramgebiet war schon in der frühgeschichtlichen Zeit besiedelt, was Funde in den Orten und entlang des Wagrams belegen. Ansiedelungen führen bereits auf die Steinzeit zurück.

Die schon vorhin erwähnte auffallende barocke Pfarrkirche St. Agatha ist eine dreischiffige Basilika, welche über Jahrhunderte immer wieder adaptiert und erweitert wurde. Sie steht unter Denkmalschutz. Am Kirchenplatz läd heute bereits die Agatha Säule zum Verweilen ein.

Gegenüber dem Kirchenplatz steht an der Kirchenstraße steht das markante Kriegerdenkmal, welches an die Opfer des Zweiten Weltkriegs gedenkt. Nach dem Zweiten Weltkrieg war Hausleiten Teil der sowjetischen Besatzungszone. Anfang der 70er Jahre wurden die selbstständigen Orte Gaisruck, Goldgeben, Hausleiten, Perzendorf, Pettendorf, Schmida, Seitzersdorf-Wolfpassing, Zaina und Zissersdorf zur Marktgemeinde Hausleiten zusammengefasst.

Das Marienbründl
& der Weg nach Seitzersdorf-Wolfpassing

Nur wenige Schritte vom Kirchenplatz entfernt, befindet sich auch schon die erste Station, nämlich das Marienbründl. Es steht in einem schönen Bau eingezimmert an einem schönen, von Bäumen umragten, Platz am kleinen Mühlbach. Vor allem im Sommer darf man sich hier über ein ruhiges schattiges Plätzchen freuen. 

Der gut beschilderte Weg führt uns nun in den Norden von Hausleiten vorbei an der alten Mühle, welche heute nicht mehr in Betrieb ist. 

Nun folgen wir dem Pfad weiter in den Norden und marschieren dabei entlang des Stanzendorfer Baches und seiner rundum geflochtenen kleinen Au. Hier erinnern uns Tafeln bereits die Tierwelt in dieser Umgebung zu respektieren. 

Am Ende dieses Abschnittes erreichen wir nun Seitzersdorf-Wolfpassing und dürfen gleich einen Blick auf den großen markanten Hagerhof werfen.

Der Fischer von Seitzersdorf-Wolfpassing
& der Weg nach Pettendorf

Nun treffen wir gleich auf einen hölzernen Fischhändler am Stanzendorfer Bach und erfahren nun, dass die Senke zwischen Hausleiten und Seitzersdorf-Wolfpassing auch Ehlert genannt wird. Fischhändler aus dem Waldviertel und Böhmen wechselten früher hier das Wasser auf den Pferdefuhrwerken. 

Nun folgen wir dem Pfad durch den Ort und erreichen den alten Gutshof Hagerhof. Neben diesem stehen die Statue des hl. Xaver sowie das Rausch Kreuz. Die kleine aber schöne Dorfkapelle hl. Kreuz wird auf dem Weg zur Hornerstraße ebenso besucht. 

Nun verlassen wir Seitzersdorf-Wolfpassing und marschieren westlich, vorbei an einem Spielplatz der zu einer Rast einlädt, über das weite Feldland in Richtung Pettendorf. Dabei genießen wir die Aussicht auf den Dauersberg zwischen Niederrußbach und Stranzendorf. Im Süden lässt sich bereits das Alpenvorland erblicken. 

Wir erwandern einen kleinen Bogen um Pettendorf, ehe wir es dann betreten, treffen aber auf dem Weg dorthin noch auf spannende Stationen.

Pettendorf
& die Tradition des Weinbaus

Wir umkreisen Pettendorf vom Norden aus über den Westen und stoßen dort gleich einmal auf den schönen Floriani Bildstock. Von hier an beginnt dann auch schon die Gaisrucker Kellergasse, welche einige zierliche Kellergewölbe aufweist. 

An einigen Gebäuden erkennt man noch deutlich die alte Tradition des Weinbaus, aufgrund großer Weinpressen oder Fässer entlang der Kellergasse. Eine Station, die sicher auch zu einer gemütlichen Rast einläd, nennt sich "Himmelreich" und erzählt von der Tradition des Weinbaus in diesem Gebiet. 

Nun erwandern wir kurz vom Süden kommend den Ort Pettendorf, obwohl der Weg den Kirchenplatz nicht wirklich mitnimmt. Trotzdem erkennt man die Kirche der hl. Barbara auch aus der Ferne und der Weg über die Holzbrücke des Mühlbachs zeigt Pettendorf auch noch einmal von seiner schönsten Seite. 

Nun sollte aber das eigentliche Highlight des Rundwanderweges folgen. Wir marschieren nun nach Gaisruck und dem Leeberg. 

Der Leeberg (Tumulus)

Der Leeberg von Pettendorf steht unter Denkmalschutz und ist ein Hügelgrab. Daher auch sein Name aus dem lateinischen tumulus. So bedeutet Leeberg auch Totenhügel. Seine Geschichte geht bis ins Jahr 450 v. Chr. in die Latenezeit zurück, so wird es jedenfalls angenommen. Um den Ort herum wurden auch spätneolithische Siedlungsobjekte festgestellt, die noch weiter zurückreichen bis ins Jahr 2800 v. Chr. 

Heute ist der Leeberg ein ca. 10 Meter hoher Kegelstumpf mit einer ca. 25m gebildeten Plattform aus dem Mittelalter. Er kann über eine künstlich angelegte Treppe bestiegen werden. An der höchsten Stelle bietet sich ein wunderbarer Rundumblick über das gesamte Gebiet. Ein moderner Feldstecher zeigt den Besuchern auch alle Gebiete und Gipfel des im Süden befindlichen Alpenvorlandes. Ein Holztisch sowie Bänke laden zum Verweilen ein. Diesen Ort sollte man wahrlich genießen. 

Gaisruck
& der Weg am Wagram zurück nach Hausleiten

Nach dem tollen Leeberg marschieren wir am Marterl in den Weinbergen weiter und erreichen wenig später den Osten von Gaisruck und die Hauptstraße. Wir folgen nun den Klippen des Wagrams in den Osten. Hier treffen wir auf bekannte Wanderwege wie den Jakobsweg oder dem Tullnerfelder Rundwanderweg. Aber auch die Via Sancti Martini von Stockerau nach Melk kommt hier vorbei. 

Auch hier kann noch die Aussicht auf das herrliche Alpenvorland genossen werden und einige Stationen am Weg geben Einblick in das Reich der Vogelwelt in diesem Gebiet. 

Beim Holzkreuz am Wagram kann noch eine letzte Rast eingelegt werden, ehe wir in der Ferne schon die thronende St. Agatha Kirche von Hausleiten erblicken. Ein letzter kleiner Anstieg und der Untersetzung der Kirche und Kapelle, befinden wir uns wieder am Ausgangspunkt dieser schönen Wanderung, nämlich am Kirchenplatz von Hausleiten. 

 

Fazit:

Ob als Kulturwanderweg für die Familie oder Schulklassen oder als sportliche Lauf- bzw. Walkingrunde, der Weg zahlt sich aus. Hausleiten ist mit dem Auto und mit der Bahn sehr gut erreichbar. Schon vom Bahnhof aus wird man mit freundlichen Tafeln auf den Start des Erlebnisweges hingewiesen. 

Der Weg ist leicht zu begehen und kann bei entsprechender Räumung sicher auch im Winter erkundet werden. Um ihn aber in voller Pracht genießen zu können, ist natürlich die Jahreszeit in jener alles blüht und gedeiht am idealsten. Der Erlebnisweg verfügt über eine eigene Homepage und es werden auch immer wieder gemeinsame und geführte Wanderungen angeboten.

Die Beschilderung des Weges ist überwiegend in Ordnung, auch wenn man bei einigen Abzweigungen einmal genauer hinsehen muss. Das tut aber dem Kern des Weges absolut nichts an. Ein Folder mit der Wegbeschreibung kann man in den Gemeindeämtern oder online beziehen. Unten habe ich ihn Euch auch bereitgestellt. 

Unterm Strich hat mir dieser Ausflug in die Kultur und Geschichte der Region wirklich Spaß gemacht und als Freund von Fernsichten kam ich voll auf meine Kosten. Ich würde mir wünschen, dass diesem Weg mehr Aufmerksamkeit geschenkt wird. Bei den Einheimischen ist er, was ich nach einem Gespräch erfahren konnte, jedenfalls sehr bliebt. 

Also, was hält Euch? Der Erlebnisweg "Kultur verbindet" Hausleiten erwartet Euch :-) 

Folder und Informationen stammen aus http://www.erlebnisweg-hausleiten.at/

Kontakt

  • Verein – Kultur verbindet
  • Kremserstrasse 16
  • 3464 Hausleiten

E-Mail: info@erlebnisweg-hausleiten.at

Link: www.hausleiten.gv.at

E-Mail: webmaster@erlebnisweg-hausleiten.at

FOTOS DIESER TOUR VON
MANUEL DÜRER

Kommentare


Datenschutzerklärung