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Granitpilgern
03.12.2019 23:02


DER NEUE PILGERWEG IM OBEREN MÜHLVIERTEL
 

Warum zum wanderbaren Granitgestein?

Nun, es gibt zwei Gründe, weshalb ich mich auf den Weg machte, den Granitpilernweg zu erwandern.

Der erste Grund dafür war, dass ich bereits ein Monat zuvor den Johannesweg im Unteren Mühlviertel erwandert hatte. Und schon hier traf ich auf einige Wanderer und Pilger, die mir erzählt hatten, dass es auch im Oberen Mühlviertel seit Anfang 2019 einen neuen Pilgerweg geben sollte. Dies notierte ich mir geistig, dachte aber da noch nicht daran, dass ich schon bald wieder den Rucksack packen würde.
Der zweite Grund dafür ist die Wanderbegeisterung von Stefanie, meiner besseren Hälfe. Als ich mit Ihr über den Johannesweg sprach und dabei den neuen Granitpilgernweg erwähnte, erzählte sie mir, dass sie diesen schon erfolgreich zuvor erwandert hatte. Somit hatte ich eine Quelle der Motivation und der Tourenplanung direkt in meiner Nähe. Das machte die Angelegenheit für mich gleich spannender und ich begann gleich im Anschluss an der Planung für diesen Weg zu arbeiten.
Und als ich merkte, dass dies ein ähnlich spannendes Abenteuer werden würde, wie der Johannesweg, gab es für mich kein halten mehr. Ende Mai war es dann schließlich so weit und ich brach nach Kleinzell am Mühlkreis auf.

Was ist Granitpilgern?

Die Mittelgebirgsregion des Oberen Mühlviertels bietet genug Voraussetzungen für spirituelle Wanderungen. Hierfür gibt es auch zahlreiche Kraftplätze zwischen den Flüssen und dem üppigen Gelände. Das Granitgestein prägt auch die Geschichte dieser Region und dient nicht nur als Namensgebung für diesen tollen Rundwanderweg. 

Der Granitpilgernweg wurde am 29. März 2019 offiziell ins Leben gerufen. Hierfür hat man sich auch ordentlich ins Zeug gelegt und anspruchsvolle Angebote erstellt und den Weg recht gut ausgeschildert. Am Parkplatz Heizwerk-Wimberg wurde am Eröffnungstag das Granitpilgern-Monument enthüllt. Bischof Manfred Scheuer und Landeshauptmann Thomas Stelzer eröffneten den Weg schließlich.

Wie schon beim Johannesweg, ist das Mühlviertel der ideale Ort um abzuschalten. Man fühlt sich mit dem ersten Schritt angekommen, dort wo steinalter Granit seinen Platz in der Landschaft behauptet. Rund um Sankt Martin im Mühlkreis und Helfenberg ist das Gebiet vom Wasser der Mühl geprägt.

 

Wie ist der Granitpilgernweg aufgebaut?

Dieser Rundweg ist rund 90 Kilometer lang und kann in drei bis vier Tagesetappen absolviert werden. Der Weg führt durch die südöstliche Region des Bezirkes Rohrbach. Gleich 10 Gemeinden sind an ihn gebunden. Die Beschilderung verläuft im Uhrzeigersinn. Auch wenn der offizielle Start in Sankt Martin am im Mühlkreis ist, kann man nahezu überall einsteigen. Am Ende der Rundtour hat man knapp 3000 Höhenmeter erwandert.
Jede größere Gemeinde bietet Raum für Einkehr und Übernachtungen. Allerdings ist der Weg mittlerweile sehr stark frequentiert. Eine frühe Buchung empfiehlt sich daher. Als persönlichen Tipp kann ich Euch auch ein Pauschalangebot ans Herz legen. Ihr bezieht ein Quartier mit dem entsprechenden Angebot und genießt so einen Shuttletransport. Geht soweit ihr wollt oder könnt und lasst Euch abholen und am nächsten Tag wieder dort hinbringen, wo Ihr aufgehört habt. Ihr erspart Euch so auch die Mitnahme von schwerem Gepäck. Aber natürlich macht das Ziehen von Ort zu Ort genau so viel Spaß!


1. Etappe:
Von Kleinzell im Mühlkreis nach Haslach an der Mühl 
35 Kilometer - 970 Höhenmeter auf - 955 Höhenmeter ab

Mein Abenteuer startet also bei meinem Gastgeber, dem Gasthof Scharinger. Zunächst besuche ich die Pfarre Kleinzell, ehe ich mich dann auf den Weg mache, den Granitpilgernweg zu erkunden. 

Die Reise beginnt mit einem Marsch geradewegs in den Norden. Ich komme noch bei der Ortsmitte vorbei und marschiere nun entlang der Bundesstraße, etwas bergauf, an der Edwiese vorbei, bis ich die kleine Edholz Siedlung erreiche. Ich bleibe auf der Bundesstraße und folge dieser nun wieder etwas talwärts. Dabei komme ich an einigen Höfen vorbei.  Schließlich übersetze ich eine weitere Schnellstraße und finde mich bei den Höfen von Apfelsbach wieder.

Von nun an wird aus dem Asphaltweg, ein Wald und Wiesenweg, der mich durch ein kleines Waldstück führt. Es geht weiter bergab und gelange so zur Großen Mühl und dem Mühltalhof. Von hier aus habe ich bereits einen wunderschönen Blick auf die Kirche von Neufelden. Diese, und die Stadt, ist aber erst nach einem knackigen Anstieg zu erreichen.

Video:

Der Aufstieg erfolgt zunächst entlang der Großen Mühl und zieht schließlich über einen kleinen Steig hinauf, vorbei an der Pühringer Kappelle, bis ich schließlich die ersten Häuser der Amesfurth erreiche. Entlang der Linzerstraße gelange ich schließlich zur Hauptstraße bzw. dem Marktplatz von Neufelden, wo ich nun auch die Pfarre aus nächster Nähe sehen kann. Gleich als ich den Ort westlich verlasse, geht es wieder stetig bergab. Es folgt ein schöner Ausblick auf die Schleife der großen Mühl mit Blick auf die Staumauer. Direkt an der Großen Mühl angelangt, marschiere ich nun entlang der Fahrbahn in Richtung Nordosten und später weiter nördlich durch den bewaldeten Graben bis zur Wallfahrtskirche Maria Pötsch.

Erst auf der Höhe von Pürnstein verlasse ich nun die große Mühl. Ein kurzer aber mühevoller Aufstieg bringt mich direkt zur Burg Pürnstein. Hier folge ich dem Weg nun ostwärts weiter über einige weite Felder. Nach einem kurzen Marsch entlang einer Schnellstraße fällt der Weg kurz vor der Ortschaft Steinbruch wieder direkt in den Süden ab. Dabei geht es kontinuierlich bergab. Ich übersetze die Gaiszeile und biege kurz vor einem kleinen Waldstück wieder links ab und folge dem Weg nun wieder östlich weiter. Entlang von Straßen und Karrenwegen über hügeliges Gelände und kleinen Waldstücken gelange ich schließlich zu Langs Gasthaus.

Hier gibt es einen Abenteuerspielplatz sowie einen spirituellen Kraftplatz und Kraftkreis mit der Geschichte des Granits, passend zu diesem Weg. Der Weg führt nun wieder nördlich weiter hinauf durch ähnliche Beschaffenheiten wie zuvor. Hier komme ich beim Hopfen Erlebnishof vorbei und marschiere nun stetig bergauf bis ich den Güterweg Ganserwinklel erreiche. Weiter geht es aufwärts  bis zur Wimbergstraße, welche mich schließlich direkt in den Ort Sankt Peter am Wimberg führt. Dieser interessante Ort einmal komplett durchlaufen, ehe der Weg über einen Siedlungsweg nördlich hinauf in Richtung Straußberg führt. Erneut wird es hügelig.

Am Lüftnerberg angekommen, erreiche ich auch die Simbrunnerquelle am Predigtstuhl Gipfel. Weiter marschiere ich nun den Weg durch ein kurzes Waldstück und erreiche, entlang einer kleinen Straße, die Kapelle Maria Rast am Hollerberg. Ich wandere den Güterweg weiter hinauf bis zur Wiesmayrkapplle. Von hier aus führt ein Karrenweg nun stetig bergauf, bis ich den Unterkagererhof und die Unterkagererkapelle erreiche. Entlang des Oberkagerer und Hehenberg Güterweg geht es nun wieder etwas abwärts bis zur kleinen Siedlung am Auberg. Hier folge ich dem Weg nun den Sacenhofwald und Bach.

Ein längerer Marsch durch den Saxenhoferwald führt mich talswärts bis ich wieder die Große Mühl erreiche, welcher ich nun dann auch nördlich weiter folge. Entlang von saftigen Wiesen und teils bewaldeten Hügeln folge ich dem großen Mühlstrom geradewegs hinauf in den Norden, wo ich schließlich den Ort Haslach an der Mühl erreiche. Hier endet nach 35 Kilometern meine erste Etappe und ich lasse mich vom Shuttleservice abholen. Zuvor gönne ich mir aber noch einen Kaffee am Hauptplatz.

Mein Fazit:

Wie schon am Johannesweg im unteren Mühlviertel, beginnt für mich auch der Granitpilgernweg ohne Eingewöhnungsphase. Sprich, es geht sofort mit der hügeligen Landschaft zur Sache. Allerdings empfinde ich hier die Fernsicht angenehmer. Aufgrund dessen, dass man hier weniger im Wald spaziert, hat man öfter die Gelegenheit den Blick in die Ferne schweifen zu lassen.

Auch die Übergänge der Charakteristiken empfand ich als sehr angenehm. Ich begann gemütlich am Asphaltweg und genoss schließlich entlang der großen Mühl dann den einen oder anderen Waldsteig über Stock und Stein. Rast und Aussichtsplätze gab es genug. Ein Hingucker war bestimmt auch die Burg Pürnstein, welche schon weit ersichtlich über einem thront, ehe man zu ihr empor steigt. Aber auch das Gasthaus Lang wusste mich zu überzeugen. Der Kraftplatz hat mir sehr gut gefallen und man merkte schon, dass man sich viel Mühe gegeben hat und sich immer noch gibt, den Weg so interessant wie möglich zu gestalten.

Stankt Peter am Wimberg ist nach Neufelden sicherlich der größte Ort entlang dieser Etappe. Hier kann man seine innere Batterie wieder aufladen und seine Kräfte für den bevorstehenden Hügeltripp wieder aufladen. Und das sollte man auch, denn bis Haslach gibt es keine weitere Einkehrmöglichkeit mehr. Es werden aber doch beachtliche Kilometer zurück gelegt. Daher sollte man sich das gut einteilen. 

Die letzten Kilometer bis Haslach entlang der großen Mühl sind ein wahrer Genuss, sofern es nicht Tage zuvor geregnet hat. Dann können die Wege nämlich schon teilweise überflutet sein und große Pfützen aufweisen. Allerdings ist es sehr schön der großen Mühl zu folgen und man wechselt doch zwischen Karrenwege durch die Wiesen und kleinen Waldpfaden. Dies hat meine 1. Etappe richtig schön abgerundet, denn sie bot so ziemlich viele Beschaffenheiten, die man als Wanderer schätzen kann.

Nach einem letzten Anstieg erreicht man dann auch schon Haslach an der Mühl. Ein liebenswerter Ort voller Energie. Als ich ankam, hat man mich stets freundlich begrüßt und man war sehr bemüht mir, und auch anderen Wanderern, ein Quartier anzubieten. Für mich kam dies zwar nicht infrage, da ich ja mein Shuttleservice genoss, aber trotzdem hatte man hier ein Auge auf sämtliche Wanderer auf ihrem persönlichen Weg. Der Hauptplatz strotzt auch voller Leben, zumindest als ich da war. Das fand ich wirklich sehr angenehm.

Karte:


2. Etappe:
Von Haslach an der Mühl nach St. Johann am Wimberg
30 Kilometer - 1080 Höhenmeter auf - 855 Höhenmeter ab

Nach einem guten Frühstück in meinem Quartier in Kleinzell, werde ich mit dem Shuttle wieder zurück nach Haslach an der Mühl gebracht, wo ich dann die zweite Etappe am Granitpilgernweg anfangen kann. Los geht es  diesmal beim alten Turm neben dem Kaufmannsmuseum. Hier gehe ich noch einmal zum Hauptplatz und vorbei an der Pfarrkirche St. Nikolaus, ehe ich mich dann südlich talwärts zum Nebenfluss der Großen Mühl begebe, nämlich der steinernen Mühl.

Von nun an folgt über mehrere Kilometer weit eines der schönsten Abschnitte aus meiner Sicht. Der Marsch an der steinernen Mühl ist wahrlich ein Erlebnis. Zuerst erreiche ich die Notarquelle. Nach einer kurzen Straßenübersetzung geht es dann wieder weiter entlang des Stromes durch den Wald und Hügelrücken. Später übersetze ich einige kleine Nebenläufe der steinernen Mühl und bewege mich stets südöstlich weiter. 

Video:

Weiter geht es stellenweise vorbei an schöne Felder von Höfen in der Gegend und dann doch wieder ab durch bewaldetes Gebiet. Mal verlässt man die steinerne Mühl und später trifft man sich wieder. Es geht auf und ab. Die Strecke jedoch hab ich wirklich sehr gerne. Etwas weiter kommt man auch an der Kastnermühle vorbei, welche nahe am gleichnamigen Ort Kasten liegt. Am ebenso benannten Güterweg geht es nun etwas weiter bergauf durch Wald und über Wiesen. 

Letztendlich treffe ich im Tal von Preßleiten wieder auf die steinerene Mühl und ich durchschreite dieses auch gleich. Bei der Auhäuser Siedlung am Ende des Tals hat man auch freundlicherweise eine Pilgerrast mit Tisch und Bänke erbaut. Nun verlasse ich das Auengebiet und marschiere über eine riesige Waldlichtung hinauf zur Rohrbacher Straße. Dieser folge ich nun weiter nordöstlich hinauf. Erneut trete ich ein etwas breites Tal, welches mich dann auch schon direkt in den, so ziemlich gut versteckten, Ort Helfenberg führt. Bei der Ortmitte, direkt vor der Kirche, verlasse ich dann die Leonfelder Straße und steige nun aufwärts entlang der Schulstraße.

Weiter geht es aufwärts über den Haassteig worauf ich den Ort Helfenberg auch schon wieder verlasse. Hier treffe ich dann wieder auf die Leonfelderstraße, welcher ich nun direkt in den Norden folge. Nach einigen Schritten verlasse ich diese aber wieder und gelange so in das schöne ruhige und verträumte Tal der Waldhäuser. Hier gefällt es mir ebenfalls recht gut. Von hier aus startet aber nun der bissige Aufstieg über einen umgeackerten Forstweg empor zur Waldkreuzkapelle am sogenannten Kreuzweg. Einige alte Steinklötze und Säulen prägen diesen alten aber schönen Kreuzweg. Letztendlich komme ich mit etwas Mühe oben an. Die Kappelle liegt mitten im Wald und ihre Turmspitze ragt auch kaum aus den Baumkronen empor. Es ist dies der nördlichste Punkt am Grantipilgernweg!

Abwärts geht es nun südöstlich entlang eines noch nicht so alten, sichtlich moderneren Kreuzweg. Erneut und ein letztes Mal übersetzte ich die steinerne Mühl und marschiere nun kurz westlich weiter entlang der Bundesstraße nach Helfenberg. Dort hin gehe ich freilich nicht mehr. Der Weg führt mich schließlich südlich weiter und hinauf auf den Zölsenberg. Auch hier heißt es wieder ordentlich schwitzen. Nun also etwas weiter oberhalb erreiche ich die Siedlung Thumerschlag, welche zwar recht klein aber dafür sehr lang ausgedehnt an der gleichnamigen Straße verläuft. An einer markanten Kreuzung jedoch biege ich nun links ab und steige hinauf zur Burg Piberstein. Auch hier ist ein sehr schönes Fleckchen Erde vorzufinden. 

Von nun an geht es aber abwärts. Zunächst an den Parkplätzen und der Busstation vorbei hinab durch einen längeren Waldsteig. Doch schon beim Abstieg erkennt man am Nachbarhügel vor einem, wohin der Weg wieder bergauf führen würde. Ich übersetze die Bundesstraße und fange sogleich mit dem prophezeiten Aufstieg, vorbei an den Ahornhöfen, an. Auf dem Weg nach oben überquere ich auch einige kleine Bäche und Flüße und gelange auf den Güterweg Gassedt. Doch schon bei der nächsten Kreuzung gehe ich weiter entlang des Güterwegs Raid. Wieder geht es kontinuierlich abwärts. Aber am Fuße des Petersbergs angelangt, geht es wieder sofort berghoch.

Es ist dies für mich der anspruchsvollste Teil. Weniger durch die Schwierigkeit des Weges, sondern durch die ständigen Wechsel der Höhenmeter die man gehend bewältigen muss. Ich überquere den Hummelmühlbach und steige nun letztendlich wieder hinab bis zum Güterweg Petersberg und weiter abwärts bis zum Güterweg Reisinger. Ab hier folge ich dann wieder der Schnellstraße, welche mich direkt zum Ziel meiner zweiten Etappe führt, nämlich Sankt Johann am Wimberg. Geschafft!

Mein Fazit:

Diese zweite Etappe war für mich persönlich die Anspruchsvollste. Sie hat zwar nicht das schwierigste Wegwegstück, dieses sollte noch auf der 3. Etappe folgen, allerdings in Summe gesehen war das Wechselspiel zwischen bergauf und bergab doch sehr mühevoll. Das Mühlviertel zeigt hier eindeutig seine Zähne. 

Die steinerne Mühl von Haslach nach Helfenberg gehört wirklich zu den schönsten Wegabschnitten entlang dieser gesamten Rundtour. Obwohl es sich teilweise anfühlt wie in Auengebieten, gliedert es sich schön in Wald- und Hügelabschnitte auf. Das macht Spaß und bringt dem Wanderer auch einen Abschnitt voller Ruhe und Entspannung. Die gebaute Pilgerrast bei der Auhäuser Siedlung wird von einer Familie privat betreut. Ich hatte die Gelegenheit mit der Betreiberin ein bar Worte zu wechseln. Die Idee, hier eine Verpflegungsstation zu kreieren, ist insofern gut, als man zwischen Haslach und Helfenberg keine Einkehrgelegenheit hat.

Helfenberg selbst liegt sehr versteckt in einem Tal und wirkt auf den ersten Blick relativ unspektakulär. Erst etwas weiter im Norden wird es spannender. Der Aufstieg zur Waldkreuzkapelle darf nicht unterschätzt werden. Der Weg war ziemlich verwildert, doch das kann auch daran liegen, dass sich dieser gerade in einer Umbau- oder Renovierungsphase befand. Das kann also jetzt gerade schon anders aussehen. Die Höhenmeter werden aber gleich bleiben. Und ja, die sammelt man dort hinauf auf jeden Fall. 

In Helfenberg sollte man seinen Proviant noch einmal checken. Denn es gibt dann keine Möglichkeit mehr. Dazu kommt, dass bis Sankt Johann am Wimberg dann ein anspruchsvolleres Gebiet auf einem wartet, auf dem man häufig zwischen Hoch- und Abwärtsbewegung wechseln muss. Das kostet mitunter schon einmal die Eine oder andere Schweißperle. Die Belohnung sollte aber im idealsten Fall dann eine Einkehr im besagten Sankt Johann sein, welches von den Einheimischen auch liebevoll "Sankt Hans" genannt wird.

Letztendlich war dies eine schöne Tour, die erneut mit sehr viel Abwechslung überzeugte. Wald und Wiesenwege haben hier überwogen. Fernblicke gab es vereinzelnd aber nicht so stark ausgeprägt wie bei der ersten Etappe.

Karte:


3. Etappe:
Von St. Johann am Wimberg nach Kleinzell im Mühlkreis
33 Kilometer - 870 Höhenmeter auf - 995 Höhenmeter ab

Meine letzte Etappe bricht an. Wieder lasse ich mich zurück nach Sankt Johann am Wimberg bringen und kann so hoch motiviert in den letzten Tag hinein starten. Ich starte vor der Pfarrkirche am Hauptplatz und marschiere die Wimberg Bezirksstraße östlich hinauf, ehe sie einen Südschwenk vornimmt. Von hier hat man noch einmal eine richtig schöne Aussicht auf St. Johann.

Weiter geht es nun in Richtung Reindlsberg, doch vorher biege ich links ab und marschiere über einen kleinen Waldpfad weiter hinauf bis ich den kleinen Ort Schlag erreiche. Hier wandere ich nun weiter südlich entlang des Güterwegs Hansberg, welchen ich letztendlich auch anpeile. Ich bleibe aber zunächst am Hansbergweg und erreiche schließlich das schöne Skigebiet am Hansberg. Ich untersetzte den Sessellift und marschiere schließlich einem Treppelpfad hinauf bis ich die Bergstation des Sessellifts und wenig später auch das Gasthaus am Hansberg und die höchste Erhebung auf 850 Meter erreiche. Dies ist zugleich die höchste Erhebung der gesamten Tour.

Video:

Wenn man durch die Baumwipfel hindurch blicken kann, ergibt sich eine tolle Fernsicht auf das obere Mühlviertel. Ein Feldweg führt mich schließlich östlich hinab zum Güterweg Gugler-Hansberg. Diesem folge ich einige hundert Meter südlich, ehe mich der Weg wieder östlich in den Wald und bergab führt. Ein kurzer Treppelweg führt mich zu einer Schnellstraße, welche ich übersetze und dem Waldpfad weiter bergab folge. Wenig später trete ich aus dem Wald heraus und stehe vor der Doppl Kapelle. Hier kann ich die Fernsicht einmal so richtig genießen.

Zu meiner Zeit war der weitere Forstweg abgesperrt, sodass ich einen kleinen Umweg weiter gehen musste. Doch egal ob hinab zur Schnellstraße oder entlang des originalen Weges, nach ca. 1 Kilometer treffen sich beide Varianten wieder bei der Siedlung Uttendorf Windsteig. Man verliert hier also nichts. Der Weg führt nun nahezu um die Siedlung herum und führt nach der Abschreitung eines Feldes und der Übersetzung derUttendorfer Güterwegs weiter in den Süden. 

Ich folge nun einem Asphaltweg entlang von Feldern, ehe ich rechts abbiege und nun westlich entlang eines Kiesweges in Richtung Steinbach marschiere. Hier geht es wieder etwas zäher aufwärts. Ich folge dem Güterweg Steinbach bis zur Ecke des Gütewegs Sichersdorf und folge diesem nun links weiter etwas bergab. Rechts an meiner Seite begleitet mich nun der Pesenbach. Ich bleibe am Güterweg, welcher nun weiter in den Süden führt, und marschiere durch ein kleines Tal durch die Siedlung von Baumgartsau, bis ich schließlich den ruhigen und schönen Ort Niederwaldkirchen erreiche. Auch hier können sich Wanderer auf der Durchreise richtig gut erholen. 

Entlang der Mühlstraße geht es nun weiter südlich hinab bis zur Hauskapelle. Hier führt mich der Weg nun rechts in den Wald hinein entlang des Pesenbachs. Die nächsten Kilometer entlang eines schönen Bachgrabens sind wieder sehr entzückend und bieten einen gelungenen Ausgleich zu den Kilometern davor. Später gelange ich dann aus dem Wald hinaus auf den Güterweg Wahlhofmühle. Diesem folge ich nun links und dann dem Wegverlauf folgend in den Westen bis zum Wegmarterl. Ein weiterer Güterweg bringt mich südlich hinab bis zur Erdmannsdorfer Straße. Wenige Augenblicke später finde ich mich vor der großen Strasser Steinfabrik wieder. 

Nach einem kurzen Umweg, wird die Bundesstraße B127 untersetzt und ich kann den Weg westlich fortsetzen. Über einen Hügelrücken marschiere ich letztendlich dann südlich um den Haselberg herum nach Sankt Martin im Mühlkreis. Hier befindet sich der offizielle Start des Granitpilgernweges. Ein Granitpilgernstein und eine große Karte bei einem Parkplatz zeigen dies auch deutlich. Der Weg zur Pfarrkirche und dem Hauptplatz ist ebenfalls über einen kurzen aber knackigen Aufstieg zu bewältigen. Weiter geht es zunächst stadtauswärts in den Süden, ehe ein Karrenweg dann nordwestlich in ein weites Tal hinabführt.

Am Ende des Tals übersetze ich den Fischbach und erreiche ein kleines Wegkreuz. Danach folgt aber wieder ein langsamer aber mühevoller Aufstieg in die Nähe des Falkenberges. Ich folge der Donausteig Tour links weiter und gelange zu einem herrlichen Aussichtsplatz wo man das Schloss Neuhaus an der Donau schon aus der Ferne erblicken kann. Wenig später erreiche ich dann den gleichnamigen Ort und genehmige mir eine Pause. Weiter marschiere ich entlang des steinigen Weges in den Norden und übersetze später eine weitere Schnellstraße. Schließlich gelange ich zur Granitschenke und der Erlebniswelt des Granits, welche ich auch gleich durchschreite. 

Dann folgt das wohl mühevollste Stück des gesamten Weges. Nach dem Granitsteinbruch führt ein schmaler Waldsteig steil hinab in den Diesengraben. Der Weg führt beinahe bis zur Donau und der Einmündung der Großen Mühl. Doch all die Höhenmeter, die man soeben zurückgelegt hat, muss man auf der anderen Seite des Grabens gleich wieder hoch. Am Ende einer Tour ist das ein sehr undankbares Wegstück und verlangt dem Wanderer doch einiges ab. Die Belohnung ist dann aber das Erreichen der Rammersberg Höfe und der kurze Abstecher hinauf zur Wallfahrtskirche Ramersberg.

Zu guter Letzt führt der güterweg Ramersberg wieder etwas eicht hinab, bis er auf den Güterweg Kleinzell trifft. Ein letzter knackiger Aufstieg wartet noch entlang der Aslphaltstraße, bis man schließlich wieder Kleinzell an der Mühl erreicht und ich diese tolle Rundtour nach drei Tagen endlich abschließen kann. Es ist vollbracht!

Mein Fazit:

Die Gegend um Sankt Johann am Wimberg ist mir sehr sympathisch. Auch der Aufstieg auf den Hansberg weis zu überzeugen. Zu Aussichtsreich ist der höchste Punkt des Granitpilgernwegs aber nicht. Mehr bekommt man am Fuße des Hansberges nach dem Austritt aus dem Wald zu sehen. Der Weg entlang der weiten Felder bringt dann wieder etwas Abwechslung in diese Etappe.

Niederwaldkirchen ist mir auch sehr prägend im Gedachtnis geblieben. Dort gab es mehrere Willkommensschilder für Wanderer und Pilger mit diverser Informationen zur Rast oder Unterkunft. Ich selbst habe mit einem Einheimischen gesprochen, welcher mich sehr herzlich empfangen hat und mir weitere Tipps zu dieser tollen Gegend mit auf dem Weg gegeben hat. 

Der weitere Wegverlauf ist dann etwas mau, da sich die Charakteristik nicht wirklich verändert. Man übersetzt Schnellstraßen und auch die Eisenbahn durch das obere Mühlviertel. Die große Strasser Steinfabrik springt sicher ins Auge. Auch der künstlich angelegte Rastgarten an einem Fischerteich direkt daneben kommt an heißen Wandertagen sicherlich sehr gelegen. Ein Blickfang ist dafür sicherlich wieder Sankt Martin im Mühlkreis. Der offizielle Startpunkt des Granitpilgerweges ist sicher nicht so pompös wie zb. am Johannesweg, aber das muss es auch nicht sein. Das Wanderauge sieht sofort, dass hier der offizielle Startort liegt.

Mit Neuhaus an der Donau und dem gleichnamigen Schloss wartet ein weiteres Highlight. Das Schloss erkennt man schon aus der Ferne und man freut sich regelrecht schon auf eine Zusammenkunft, auch wenn der Weg dort hin sehr üppig verläuft. Definitiv die Zähne zusammenbeißen muss man dann nach dem Granitsteinbruch am Weg hinab in den Diesengraben. Man stapft mühe voll sehr viele Höhenmeter hinab und weis aber eigentlich schon, dass man genau diese Höhenmeter wieder einholen muss. Kaum hat man den Tiefpunkt des Grabens erreicht, geht es auch schon wieder nach oben. Der Weg hinauf ist mühsam und auch recht steil. 

Die Wallfahrtskirche Ramersberg entschädigt aber dann so manche Anstrengung. Sie liegt in einem bewaldeten Hügelgupf verborgen und bringt die nötige Ruhe mit sich. Hier kann man sich von den Strapazen erholen. Ich konnte so die letzten Kilometer hinauf nach Kleinzell wieder so richtig genießen und war dann überglücklich wieder an jenem Ort zu sein, wo meine Reise vor drei Tagen begonnen hatte.

Karte:


INFOBOX

 



Mein Bericht vom Granitpilgernweg aus der Vereinszeitung "WEIT WEG"


Mein Quartier

GASTHOF SCHARINGER (in Kleinzell an der Mühl)

Meine Variante:
Granitpilgern in 3 Tagen mit Start in Kleinzell
Ein Quartier mit variablen Shuttleservice

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