20
Ja
Hodonín - die Stadt an der March
20.01.2020 18:08


DIE TSCHECHISCHE STADT AN DER MARCH
 

Mein besuchter Ort:
 

Stadt: HODONÌN
Land: Tschechische Republik 
Landschaftskreis: Mähren

Anreise:

Bahn (aus Wien):
Wien Hbf - Brechlav - Hodonin (Fahrzeit ca. 1 Std. 35 min) 

Auto (aus Wien):
A5 - 47 - 55 (Fahrzeit ca. 1 Std. 20 min)

 

Video



Ein Besuch in Südmähren!

Hodonin liegt im Südosten der Tschechischen Republik im Südmähren. Die Stadt fasst knapp 25.000 Einwohner und liegt 50 Kilometer südöstlich von Brünn entfernt. Die March schlängelt sich östlich davon entlang, welche zugleich auch die Staatsgrenze zur Slowakei bildet.

Die Nachbarstadt Holic ist gar nur 6 Kilometer entfernt und kann über einen Grenzübergang erreicht werden. Aus Österreich ist der Ort mit der Bahn über Breclav verbunden. Einst gehörte Hodonin an der Grenze zur römischen Provinz Carnuntum und wurde um 1169 erstmals schriftlich belegt.

Zu Deutsch wird der Ort Göding genannt. Im Hochmittelalter war die Anzahl an deutschsprachigen Einwohnern sehr hoch.


Tomáš Garrigue Masaryk (1850–1937)
Gründer und erster Staatspräsident der Tschechoslowakei 

Nur wenige Schritte vom Bahnhof entfernt entdecken wir bereits die erste Sehenswürdigkeit, welche in dieser Stadt von großer Bedeutung ist. Es handelt sich hierbei um die Statue von Tomas Carrigue Masaryk, dem Gründer der Tschechoslowakei und somit auch 1. Staatspräsident.

Die Statue steht an der Straße Nr. 17 listopadu gegenüber der Galerie. Thomas Masaryk wurde am 7. März 1850 in Hodonin geboren und gilt auch heute noch als der große Sohn dieser Stadt. Neben seiner politischen Tätigkeit war er auch Philosoph, Soziologe und Schriftsteller. An der Dobrovolskeho, nahe dem Stadtzentrum, stand einst sein Geburtshaus. 

Dieses hat heute leider nicht mehr Bestand. Anstelle finden wir heute einen wohnlichen Altbau. Ein schön verzierter Torbogen samt Plakette weist jedoch an jenen Ort hin, wo Masaryk einst geboren und aufgewaschen war.

In weiten Teilen in Tschechien, sowie in vielen Städten, finden sich zahlreiche Gedenkstätten und Denkmäler zu seiner Person.

Oftmals wird sein Name auch einfach mit TCM abgekürzt. So wird auch der Weitwanderweg von Hodonin nach Hustopece cesta T.G. Masaryka genannt.


Die Laurentiuskirche und das Rathaus

Das Zentrum dieser charmanten Stadt befindet sich zweifellos am Masarykovo Platz. Dort befinden sich mit der St. Laurentiuskirche und dem Rathaus die beiden Aushängeschilder dieser Stadt.

Die Laurentiuskiche, welche mit großer Liebe und Respekt gepflegt wird, gehört zu den bekanntesten sakralen Denkmälern der Stadt. Einst war sie eine Friedhofskapelle. Ihre Geschichte reicht weit zurück bis ins 13. Jahrhundert. Ursprünglich handelte es sich um eine gotische Kirche. Ihren Barockstil erhielt sie in den Jahren 1780 bis 1786. 

Durch einen freien Platz mit Springbrunnen dazwischen getrennt, steht gegenüber das Rathaus. Geschaffen wurde es vom Wiener Architekten Ernst von Gotthilf im Stil der Nürnberger Sezession. Heute befindet sich das Stadtamt in seinen Gemäuern.

Täglich kann man am Masarykovo Platz das Glockenspiel vernehmen, und zwar um 12:00, 15:00 und 18:00 Uhr.

Etwas weiter nördlich von der St. Laurentiuskirche steht die Mariensäule. Das barocke Denkmal vom Bildhauer Anthony Riga wurde um 1716 geschaffen. Die Figuren sind so weit alle Lebensgroß in den Stein gemeißelt worden. 

Das betrifft alle Statuen, welche in Hodonin ausgestellt sind.


Das Schloss Hodonín

Das Barockschloss wurde in den Jahren 1642 bis 1643 errichtet und beheimatet heute das TG Masaryk Museum. Diese Ausstellung kann permanent besucht werden. Sie erzählt die Geschichte des 1. Staatspräsidenten Masaryk, der in Hodoin geboren wurde. 

Neben der heimatlich traditionellen Austellung bietet das Schloss Hodonin allerdings noch andere seperate Vorführungen diverser Aussteller, welche sich saisonal ändern. 


Die Galerie

Das Haus der Künstler wurde zwischen 1910 und 1913 erbaut und zählt zu den bedeutendsten Entwürfen von Baudenkmäler der Stadt. Der Kunstverein schuf damit einst einen modernen, heiligen Ort, einen Tempel der Kunst und ist allen Besuchern gewidmet, die ihre spirituelle Seite pflegen möchten.

Der Innenraum ist mit Gemälden von Jano Köhler dekoriert und in einigen Zimmern mit ländlichen Möbeln und Holzdecken ausgestattet, was zur folkloristischen Atmosphäre des Ortes beiträgt. Die Galerie befindet sich direkt gegenüber der Masary Statue an der Straße 17 listopado.


Denkmal des Dezemberstreiks von 1920 und Gymnasium

Ein Denkmal an der Straße Stefanikova gilt als Denkmal für den Dezemberstreik aus dem Jahr 1920, der mit Waffengewalt niedergeschlagen wurde. Sozialistischer Realismus aus kommunistischer Zeit.

Das Gymnasium an der Straße Velkomoravska gehört auch zu den auffälligsten Gebäuden in Stadtzentrumsnähe. Seien Bauart ist sehr beeindruckend.


Die March in Hodonìn als Grenze zur Slowakei

Schmal und unscheinbar schlängelt sich die March ihren Weg vorbei an Hodonin.  Sie gilt aber auch hier als Ort der Erholung. Entlang der Autobahn stadtauswärts in den Süden gelangt man direkt zum Fluss. Die beiden Ufer sind durch die Autobahnbrücke miteinander verbunden. Doch die March ist hier nicht einfach nur ein Fluss. Sie ist gleichzeitig die Grenze zwischen der Tschechischen Republik und der Slowakei. Die slowakische Nachbarstadt Holic ist gar nur 6 Kilometer entfernt. 

Bei der Einmündung des kleinen Wasserarms Stará Morava steht heute auch ein Wasserregulierungswerk. Nicht weit davon entfernt gibt es auch einen kleine Schiffsanlegestelle. Die Stará Morava gilt auch als Märchenfloß-Pfad für Kinder und reicht fast bis in den Ortskern von Hodonin. Sie führt letztendlich über eine Wasserschleife auf der Höhe von Luzice Hodonina wieder zurück in die March. 


Der städtische Zoo

Nordwestlich vom Stadtkern, am angrenzenden Erholungsgebiet Stupava, liegt der Zoo von Hodonin. Er wurde auf die Initiative des ehemaligen Stadt-Nationalkomitees unter dem Vorsitz von Emil Schwarz gegründet.  Er wurde 1977 offiziell eröffnet.

Der ursprüngliche Zweck bestand darin, den Besuchern möglichst viele Tierarten vorzustellen. Heute gehört er zu einem wichtigen Erholungs- und Bildungszentrum. Auch die wissenschaftliche Forschung beteiligt sich am Schutz bedrohter Tierarten. Man versucht durch Zucht und guter Haltung, eben diese Tierarten weiter zu erhalten. So werden die Tiere auch nicht einfach nur einzeln zur Schau gestellt, sondern sie können durch den Besucher in einem angelegten Revier beobachtet werden. 

Zu sehen gibt es unter anderem Vögel, Säugetiere, Reptilien und Amphibien sowie diverse Fischarten. Der Hodonin-Zoo wurde im Mai 2011 eine besondere Ehre zuteil. Er wurde in den eurasischen Regionalverband für Zoos und Aquarien und im September 2014 schließlich in den europäischen Verband für zoos und Aquarien aufgenommen.


Das Erholungsgebiet im Norden

Ein großes weites Waldgebiet erstreckt sich im Norden Hodonins über weite Teile des Landes und erreicht dabei auch andere Orte Südmährens wie zb. Mutenice, Dubnany, Ratiskovice oder Vracov. Bekannt ist das Erholungsgebiet für seine schön angelegten Wander- und Radwege. Einige Bereiche stehen unter Naturschutz und können nicht betreten werden. 

Im Nordwesten des Waldgebietes, noch zu Hodonin gehörig, befinden sich auch die Naturwasserspeicher. Die Wasseranlage gliedert sich in mehrere kleinere Seen, welche am Rand des Naturreservat Stupava liegen. 

Diese nennen sich wie folgt:
Pisecny rybik, Luzicky rybik, Nad Sadkami, Dovorsky rybik, Komarovsky rybik, Novodvorsky rybik, Bojanovicky rybik und Vytopa

Durchzogen wird das Seengebiet durch den Bach Kyjovka.

Mit 1. September 2016 wurde das Naturschutzgebiet Stupava abgeschafft. Grund für den Schutz des Gebietes war eine hohe mikroökonomgische Vielfalt der Lebensräume. Durch die unterschiedliche Luftfeuchtigkeit bildeten sich dicke Sand- und Tonschichten. Infolge dessen gibt es eine außergewöhnlich reiche Flora, die durch starke Kontraste beim Auftreten von Pflanzen gekennzeichnet ist, deren ökologische Anforderungen sehr unterschiedlich sind. 
Das Gebiet ist in der Tschechischen Republik dennoch von überregionaler Bedeutung im Rahmen der Ramsar-Konvention und hat einen hohen Stellenwert als Genpool und Untersuchungsgebiet.


Meine Wegkarte durch Hodonin

INFOBOX & QUELLEN:


Kommentare


Datenschutzerklärung