Wandern - Weitwandern - Bergwandern - Outdoor Sport

ich, am Weg

11
Fe
Kleine Karpaten im Winter
11.02.2019 20:48

Route: Von Bratislava nach Devínska Nová Ves
Thema: Wandern im Landschaftsschutzpark Kleine Kaparten (im Winter)
Daten: 22 Kilometer - 575 Höhenmeter aufwärts - 590 Höhenmeter abwärts

Die kleinen Karpaten (Kurzinfo)

Die kleinen Karpaten beginnen eigentlich schon in Österreich, und zwar auf Hainburger Seite. In der Slowakei erstrecken sie sich vom Südwesten in den Nordosten empor. 

In slowakischer Landessprache Malé Karpaty genannt, erstreckt sich ein bis zu 85 Kilometer weit bewaldeter Gebirgszug, was auch den Anfang des Karpatenbogens markiert. 

Ich habe mir den südwestlichsten Teil vorgenommen. Dieser erstreckt sich, von Bratislava beginnend über den Kamzik hinweg, bis nach Záhorská Bystrica und weiter bis nach Devinska Nová Ves, wo in der Nähe auch die bekannte Burgruine von Devin steht. Auch dieser Abschnitt, der bereits zu Bratislava gehört, ist Teil der kleinen Karpaten. 

Video:



Vom Bratislava hlavná stanica auf den Kamzik
DURCH WIND, NEBEL, SCHNEE UND EIS. DER MYSTISCHE KAMZIK

Es ist noch recht früh als ich am Bratislava Hauptbahnhof (hlavna stancia) aus dem Zug steige. Als ich Wien damit verlassen hatte, war es noch recht schön und relativ klar. Als ich jedoch jenseits der March auftauche, erwartet mich eine dicke Nebelsuppe. Auch ist es relativ kalt an diesem morgen. Egal. Die Motivation bleibt. Ich mache mein Videointro bei der Straßenbahnschleife beim Bahnhof udn begebe mich sogleich durch den Tunnel auf die Nrodseite des Bahnhofs. Hier entspringt auch der Weitwanderweg Trnavská Stovka. (Weg durch die kleinen Karparten 100 km bis nach Brezová pod Bradlom oder 169 km bis Trenčín.)

Kurz geht es entlang der Eisenbahngleise weiter bis schließlich der Aufstieg über die Cesta na Kamzik empor der Siedlungs- und Kellergassen erfolgt. Dabei lohnt sich ein kleiner Abstecher über den Park Gastanica empfielt. Von hier aus hat man einen tollen Ausblick auf den Stadtteil Revín. Nach wenigen Kilometern erreicht man dann die Busschleife bzw. Endstelle im Stadtteil Koliba, das zu deutsch Strohhütte bedeutet. Weiter geht es nun entlang der Cesta na Kamzik bis zum Gasthaus Stroodl. Hier verlasse ich die Straße und halte mich rechts am nun beginnenden Waldweg mit der weis grünen Markierung. Es folgt ein schöner Aufstieg durch den, heute komplett vereisen, Waldweg bis zum Zajačí skok, dem Hasensprung. Oben führt der Waldpfad und die Straße wieder zusammen. Die letzten Meter entlang der Cesta na Kamzik lege ich nun noch zurück und stehe nun vor dem Fernsehturm Bratislavas am Kamzik auf 439 Meter. Mit einer Höhe von 200 Meter ist er natürlich der Blickfang rund um der slowakischen Hauptstadt. Auch ein Restaurant befindet sich darin. Heute kann man ihn aber durch den Nebel kaum erkennen. Sogar, als ich nur wenige Meter davon entfernt stehe, sehe ich ihn fast nicht.
 



Vom Kamzik durch die südwestlichen kleinen Kaparten bis nach Záhorská Bystrica
UNTER DER SEILBAHN ÜBER DEN GROSSEN DIRNDLBERG UND NOCH VIEL WEITER

Nicht weit vom Kamzik entfernt, am Hügeldach des Hruby Kolešavec, befindet sich die Bergstation des Sessellifts Železná studnička Kamzik. Gleich unterhalb der Bahn befindet sich ein Karrenweg, der entlang des Sesselliftes führt. Heute ist äußerste Vorsicht geboten, denn durch die Eisplatten wird der Marsch nach unten zu einem Tanz wie auf rohe Eier. Nach einem Kilometer hat man aber bereits die Talstation erreicht und ich befindet mich nun in einem kleinen schönen Tal. Neben der Straße Cesta Mladeze befindet sich eine schöne Wiese an der Besiedka Jozefa Dekréta. Dort mache ich dann zum ersten Mal Bekanntschaft mit dem Erdboden. Habe ich es entlang des Sesselliftes noch geschafft, ohne Sturz unten anzukommen, zaubert es mich dann am vereisten Parkplatz und ich falle auf den linken Ellenbogen. *Aua*

Weiter geht es dann entlang der Cesta Mladeze in den Norden. Zunächst bleibe ich noch auf der Straße, ehe der Weg dann links über einen Waldweg hinaufführt. Und bei der Wiese am Besiedka Tabor falle ich zum zweiten Mal ungewollt zu Boden. Wieder ist es eine Eisplatte, die mir die Füße wegzieht. Diesmal falle ich aber auf das rechte Knie und das tut zunächst so richtig weh. Aber es muss weiter gehen! Es folgt der Aufstieg über den Wanderweg Drieňovská hrebeňovka hinauf auf den 368 Meter hohen Maly Drieňovec oder kleiner Dirndlberg. Nun wandere ich durch eine schöne Allee mitten durch den Wald bis zum Hügel Smachy. Hier bricht die Drieňovská hrebeňovka in den Norden ab und ich gelange schließlich zur kleinen Weidritz. 

Weiter durch den Karpatenwald geht es nun über die Straße Dlahá siaha. Kurz darauf, noch etwas weiter im Norden, endet die Drieňovská hrebeňovka und geht dort direkt in den von links kommenden Wanderweg Červená cesta über. Mittlerweile wagt sich die Sonne aus dem Nebel heraus und der Tag nimmt doch recht fröhliche Stimmung auf. Zwar taut das Eis auf den Wegen, worauf einige Schlammfurchen entstehen, aber allgemein begrüße ich die Szenerie nun. Vorbei geht es nun noch an einem schönen Bildstock hinauf auf den 422 Meter hohen Sekyl, dann macht der Weg eine Kurve nach Links und ich beginne nun mit dem langsamen aber bestimmten Abstieg in den Ort Záhorská Bystrica oder Bisternitz. Dieser kleine aber schöne Ort schmiegt sich nahezu an den Wald der kleinen Kaparten, sodass man, kaum hat man den Wald verlassen und den Ort erreicht, bereits eine tolle Fernsicht in Richtung March und Österreich hat. Erwähnenswert sind die Steinskulpturen im Park der Peter und Paul Kirche im Ort. Er ist ein Stadtteil zu Bratislava und wurde durch kroatische Siedler im 16 Jhd. stark beeinflusst. 

 



Vom Záhorská Bystrica nach Devínska Nová Ves
EIN LANGER AUSLÄUFER MIT TRAUMHAFTER FERNSICHT

Kaum hat man Záhorská Bystrica verlassen, so bricht der Stil der bisherigen Tour. War man vorher noch umgeben vom herrlichen Wald der kleinen Karpaten, so nähert man sich wieder dem flaschen und weiten Augebiet der March. Zunächst umwandere ich noch das Industriegebiet der DP Devin und marschiere schließlich weiter westwärts in Richtung Autobahn. Hier marschiere ich entlang des kleinen Baches Vapenicky potok. Die Straße überquert schließlich die Autobahn und ich kann nun einen tollen Blick zurück auf die Hügel des Landschaftsschutzparks werfen. Im Süden erblicke ich die Bauten von Bratislava. Im Norden erblicke ich die nächst größere Stadt, nämlich Stupava. Im Westen vor mir erkenne ich schon meinen Zielort Devíinska Nová Ves.

Eine alte, kaputte und leider stark verschmutze Straße, ohne Bezeichnung, führt mich über eine weites Feldgebiet in Richtung Paulinkse bzw. dem großen Volkswagenwerk. Am Feld erkenne ich duzende Fischreiher die sich von ihrer schönsten Seite zeigen. 
In Paulinkse angekommen stehe ich vor einem großen alten Plattenbau. Weiter geht es nun entlang der Jana Jonasa Straße am Siedlungsrand. Und am Ende dieser Straße erwartet mich dann das Ziel. Der Bahnhof bei Devínska Nová Ves. Hier endet meine tolle winterliche Tour durch die westlichen kleinen Kaparten. Vom Nebel in den herrlichsten Sonnenschein. Einfach traumhaft.


 


Infobox:

Bratislava
Kamzik
Bratislava Sessellift
Landschaftsschutzpark Kleine Karpaten

Záhorská Bystrica
Devínska Nová Ves
 



Kommentare


Datenschutzerklärung