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ich, am Weg

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Olmütz - auf den Spuren der Geschichte
11.03.2020 20:08


GESCHICHTE, MODERNE & KUNST

 

Mein besuchter Ort:
 

Stadt: Olmütz


Land: Tschechische Republik 
Landschaftskreis: Mähren

Anreise:

Bus aus Wien nach Olmütz: (Flix Bus) - 3 Std. Fahrzeit.
 

VIDEO:

Bronzefiguren, Brunnen und Kirchen

Olmütz, tschechisch Olomouc, ist mit seiner Anzahl an Einwohner die sechstgrößte Stadt Tschechiens und trägt den Verwaltungssitz der Olmützer Region. Auch ist die Stadt Sitz eines Erzbistums sowie der zweitältesten Universität des Landes sowie Ort eines der beiden tschechischen Oberberichte. 
Bis in das 17. Jahrhundert hinein war Olmütz das historische Zentrum Mährens und ist noch heute ein Zentrum für Handel, Kultur und Verwaltung.

Die Stadt selbst liegt im Osten Tschechiens, an jenem Ort wo die March in die Feistritz einmündet. Die Stadtmitte liegt auf einer Höhe von 219 m ü. M.
Vom Hauptbahnhof ausgehend, startet ein ca. 12 Kilometer langer, interessanter und schöner Stadtwanderweg, der einem die Geschichte und die Kultur von Olmütz näher bringt. Er heißt "Auf den Spuren der Geschichte der Stadt." und ist rot-weis gekennzeichnet. 


Hauptbahnhof

alte Stadtmauer mit Treppen

Pädagogische Fakultät

Mausoleum jugoslawischer Soldaten

Auf den Spuren der Geschichte der Stadt

Wir starten am Olmützer Hauptbahnhof. Er ist die Drehscheibe für den Olmützer Stadtverkehr, der sich in Busse und Straßenbahn-Linien aufgliedert. Entlang der Masarykova Straße erreichen wir auch schon bald die pädagogische Fakultät. Vor dieser steht die Statue von T.G. Masaryk, dem 1. Staatspräsidenten Tschechiens.

Nun fällt der Stadtwanderweg in den Süden ab und wir erreichen den Bezrucovy Park am Fluss Mlynsky. Hier erwarten einem die großen weiten Stadtmauern. An einigen Stellen stehen noch alte restaurierte Wehrtürme, die heute zum Auf- und Abstiegen zur Altstadt umfunktioniert wurden. Als Beispiel gilt der Aufstieg zur hilosophischen Fakultät.

An der Parkkurve steht das Mausoleum jugoslawischer Soldaten, welches im neoklassischen Stil im Jahre 1926 errichtet und enthält Gebeine von 1187 jugoslawischer Soldaten, die im Olmützer Militärspital vom Kloster Hradisch während des ersten Weltkriegs verstorben sind.

Westlich des Flusses Mlynsky befindet sich der große botanische Garten der Stadt, der durch seinen Pflanzenreichtum und seine tollen Herkules Statuen überzeugt.
 

Nachdem wir nun diesen Park über Stufen hinauf verlassen haben, erreichen wir nun die südliche Altstadt. Hier steht zunächst die gotische Katharinenkirchen. Hier kann man bereits den Charme dieser Stadt erleben, denn der Marsch durch die bunten Häuser der Altstadt wirkt erfrischend und spannend.

Doch der Stadtwanderweg führt nun weiter südwestlich hinab zum Smetana Park. Dieser überzeugt durch seine schöne Allee, altmodischen Pavillons und modernen Kunstskulpturen. Im Park selbst steht ebenso auch das Pflanzenhaus. Wenn man Glück hat, dann kann man auch seltene Vogelarten im Park bewundern.  Am Ostende der Parkallee steht das Bendrich Smetana Denkmal.

Neben einer weiteren botanischen Anlage enthält der Park weitere steinerne Skulpturen und Denkmäler wie jenes von Frantisek Polivka. Aber auch ein großer Spielplatz für Kinder und eine öffentliche Fitnessanlage kann zu jeder Jahreszeit dort genutzt werden. Generell wirkt der Park als freundliche Sport- und Freizeitanlage nahe dem Herzen der Stadt. 

In den Nordwesten hinauf verläuft die obere Hälfte des Parks, welcher dort den Namen Cechovy trägt. Der Stadtwanderweg allerdings führt dort hin hinein, sondern geleitet uns nun direkt in den Kern der Altstadt.

Die gotische Katherinenkirche

Bedrich Smetana Denkmal

Gassen der Altstadt

Die Allee im Smetana Park

Olmütz Hauptplatz

Der Caesarbrunnen

Der Arionbrunnen mit Bronzefiguren

Der Herkulesbrunnen

Der Hauptplatz von Olmütz sprüht förmlich vor Geschichte und Kunst. Unzählige Zeitzeugen, Skulpturen und Gebilde sind zu bestaunen. 

So gehört der Arionbrunnen mit seinen Bronzefiguren sicher zu den Wahrzeichen dieser Stadt. Er ist der jüngste Brunnen jener die um das Rathaus stehen. Er fällt aufgrund seiner lebendig anmutenden lebensgroßen Plastiken auf. Darunter der Namensgeber, der griechische Dichter Arion. Ein Delphin und eine Riesenschildkröte gehören ebenso zu den Bronzegebilden.

Der barocke Herkulesbrunnen aus dem Jahr 1687 befindet sich nördlich vom Rathaus.

Unweit davon entfernt schmückt auch der Caesarbrunnen mit dem Reiterbild Caesars mit Hund den Oberen Ring, wie der Hauptplatz auch genannt wird. 

Die umliegenden Lokale überzeugen teils mit Hausmannskost und in der warmen Jahreszeit verlocken die Cafes zum munteren Verweilen an diesem schönen Ort. Doch am Oberen Ring gibt es noch viel mehr zu bestaunen.

Zwei Gebilde fallen einem sofort ins Auge. Der größte Hingucker ist bestimmt die 35 Meter hohe barocke Dreifaltigkeitssäule. Sie wurde 1754 als Dank für das Erlöschen der Pest errichtet. Der Bauplan geht auf den Steinmetz Wenzel Reder zurück.

Im Zentrum des Hauptplatzes steht das Rathaus mit seinem 75 Meter hohen Turm. Bekannt ist es für die große astronomische Uhr an der Nordseite. Diese stammt aus dem 15. Jahrhundert und ist nach jener in Prag die zweitälteste in Tschechien. An der Ostseite wurde dem Rathaus 1564 eine Freitreppe mit Loggia im Renaissancestil angebaut. Bekannt ist auch der gotische Rittersaal.

Westlich von der Dreifaltigkeitssäule steht das Stadttheater, welches bis 1830 als Opernhaus verwendet und vom Wiener Architekten Joseph Kornhäusl erbaut wurde.

Am etwas kleineren unteren Platz, welcher südlich vom oberen Ring liegt, warten mit dem Nepumuk Brunnen und der Mariensäule zwei weitere herausragende Bauwerke, die das schöne Gesamtbild der Alt- bzw. Innenstadt abrunden. Auch hier warten zahlreiche Restaurants, Cafes und Bars auf euren Besuch.

 

Die Dreifaltigkeitssäule

Das Stadttheater

Das Rathaus (in Restauration)

Nepumukbrunnen & Mariensäule

Die Jesuitenkirche Maria Schnee

Die asiatische Fakultät

Die Palacky Universität

Der Erzbischof Palast

Nun führt der Stadtwanderweg nordöstlich weiter in das Universitätenviertel. So stehen am Platz der Na Hrade die Florian Statue und die St. Michael Kirche, welche von außen eher schlicht wirkt, aber im inneren durch Schönheit überzeugt.

An der Straße Denisova liegt die kultige Jesuitenkirche Maria Schnee. Sie ist in die Altstadt verwoben und sticht aufgrund ihres Baustils aus den alten Gemäuern hervor. Auch ihre Innenarchitektur weis zu überzeugen.

Weiter führt der Weg nun in das besagte Universitätenviertel. Die Palacky Universität ist die zweitälteste Universität in Olmütz und beherbergt eine große alte Bücherei die der Öffentlichkeit zugänglich ist. 

Gleich gegenüber befindet sich nun die philosophische- als auch die asiatische Fakultät für die Gäste aus dem Fernen Osten. 

Etwas weiter entlang der Wurmova Straße, eben der Palacky Universität, steht der Erzbischof Palast. Dieser kann mit einem Guide besichtigt werden und ist bekannt für seine einzigartigen Exponaten. Die Einwohner der Stadt empfehlen einen Besuch dieses Gebäudes.

Gegen Ende dieser Tour begegnet man schließlich dem wohl beeindruckendsten Gebäude dieser schönen Stadt. Und das ist der Wenzelsdoom. Es wurde dem heiligen Wenzel von Böhmen gewidmet und erhielt im 19. Jahrhundert sein neugotisches Erscheinungsbild. Bekannt ist das imposante Gebäude auch durch seine Schatzkammer. Der Pontifikale Ornat wurde 2010 im Erzdiözesan-Museum zum Olmützer Barock gezeigt. 2017 ging die Krönungsmitra nach Österreich, wo sie bei der Jahresausstellung zu Maria Theresia präsentiert wurde.

Gleich neben dem mächtigen Dom steht die Kapelle St. Anna, welche direkt an das Schloss Olmütz und dem Kirchenmuseum anschließt. Dort sind diverse Gemälde und Statuen zu besichtigen.

Nach diesem Erlebnis nähert sich dieser Stadtrundgang langsam dem Ende zu. So folgt noch eine kleine gemütliche Runde entlang der March bis hinauf zum Kloster von Olmütz, ehe man auf der anderen Seite des Flusses zur St. Goratz Kirche an der Pasteurova Straße gelangt. 

Zuletzt spaziert man gemütlich über den Fluss Bystrica zurück zum Hauptbahnhof, wo dieser tolle Rundwanderweg schließlich abschließt.

Fazit: Natürlich hat es entlang dieses Weges noch viel mehr Sehenswürdigkeiten gegeben. Doch alle diese zu beschreiben hätte hier wohl den Rahmen gesprängt. Ich kann einen Besuch in Olmütz wirklich nur empfehlen. Es gibt viel zu sehen. Auch das Sport- und Freizeitprogramm ist sehr ausgewogen.

Die zwei großen Parkanlagen passen wunderbar in das Stadtgefüge und für Kunst- und Kulturfreunde gibt es ein viel zu sehen, dass wohl ein einziger Besuchstag nicht ausreichen wird. Genießer dürfen sich auf tolle Lokale, Cafes und Restaurants freuen. Darüber hinaus haben manche Supermärkte auch am Sonntag geöffnet. Einem Besuch steht also nichts im Wege.

Der Wenzelsdom

Kapelle St. Anna & Schloss Olmütz

Die March und das Kloster Olmütz


MEHR IMPRESSIONEN


DER WANDERWEG "AUF DEN SPUREN DER GESCHICHTE DER STADT"

Start und Ziel dieses Rundwanderwegs durch die Stadt ist beim Olmütz Hauptbahnhof. Hier folgt Ihr dann dieser Markierung:

Městská trasa - Po stopách historie města Olomouce

 zu deutsch "Auf den Spuren der Geschichte der Stadt" 

von "waymarkedtrails.com"


Diese Tour habe ich gemeinsam mit meinem Bruder Thomas von "Noch lange nicht genug" unternommen... 

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