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Ruine Tabor & Römische Palastanlage
20.02.2020 18:06


DIE STADT DIE FAST ALLES HAT

 

Mein besuchter Ort:
 

Stadt: Neusiedel am See / Parndorf / Bruckneudorf


Land: Österreich
Landschaftskreis: Burgenland, Niederösterreich

Anreise:

Zug nach Neusiedl am See (aus Wien):
(Wien Hauptbahnhof S-Bahn und REX - 40 Minuten)

Auto (aus Wien):
Autobahn A4 - 40 Minuten

Video:

Ruine Tabor & Die römische Palastanlage

Im Rahmen seiner 23. "Stein um Stein" Begehung, folgte ich meinem Bruder Thomas, vom Blog "Noch lange nicht genug" bei seiner Wanderung von Neusiedl am See über Parndorf nach Bruckneudorf. 

Zunächst besuchten wir natürlich den Ort Neusiedl und die Überreste des alten Spähturms am Tabor. Danach marschierten wir entlang des Zentralalpenwegs 01 über Parndorf weiter bis zum alten römischen Villenfundort wo einst eine große Palastanlage stand. 

Eine durchaus interessante Tour, welche man zu jeder Jahreszeit machen kann. Die Geschichte jener Orte, der Ruine Tabor und der römischen Palastanlage, könnt Ihr hier in wenigen Sätzen erfahren. Und jetzt gehts los! 


Neusiedl am See

Die über 8.000 Seelengemeinde ist eine Stadt im Bezirk Neusiedl am See in Österreich, genauer gesagt im Burgenland. Sie liegt, wie der Name schon sagt, am Neusiedlersee und gehört sicherlich zu den bekanntesten Ortschaften rund um diesen.

Die Ungarn nennen die Stadt Nezsider. Neusiedl wird auch als Einkaufs- oder Schulstadt bezeichnet und ist gleichzeitig der Bezirksvorort bzw. die Bezirkshauptstadt des gleichnamigen Bezirkes. 

Die erste Überlieferung Neusiedls geht auf das Jahr 1209 zurück. Hier wurde es urkundlich Sumbotheil genannt. Im 13. Jahrhundert  wurde der Ort nach der Zerstörung der Mongolen unter dem Namen Niusidel wieder neu besiedelt. 

Bevor Neusiedl, wie das gesamte Burgenland, nach dem Ersten Weltkrieg, Österreich zugesprochen wurde, gehörte es zu Deutsch-Westungarn. Seit 1919 ist es nun Teil Österreichs. Und seit 1921 zum neu gegründeten Bundesland Burgenland. 

Die Ruine Tabor

Nur die Wenigsten wissen das jenes Wort "Tabor" ein altes slawisches Wort ist und zu deutsch "Aussicht" heißt. Und dies war auch einst die große Funktion dieser Anlage, welche auf der Anhöhe der heutigen Stadt Neusiedl am See errichtet wurde. Schon lange vor ihrer Erbauung wurde die genannte Anhöhe als  Aussichtspunkt der damals lebenden Völker über die pannonische Ebene genutzt.

Fachleute nennen die heutigen Ruinenreste heute den ehemaligen Witwensitz der Königinnen Anna (1296) und Maria (1390). Andere wiederum erkennen in ihr einen mittelalterlichen Spähturm. Er wird auf das 16 Jahrhundert zurückdatiert, allerdings erkennt man hier schon das die Fachwelt sich nicht wirklich einig ist, wie alt dieser Turm tatsächlich ist. Vor einigen Jahren wurde er auch noch als römerzeitliches Bauwerk gehandelt. In jener Zeit der Kuruzzenüberfälle wurde der Turmhügel mit Wall-, Graben- und Schanzenanlagen verstärkt. 

Heute ist dieser Ruinenturm ein historisches Denkmal in Neusiedl und ist zu jeder Jahreszeit zugänglich. Man hat von ihr aus einen sagenhaften Überblick über den Neusiedlersee und Umgebung.


 

Parndorf

Zur Römerzeit war dieses Gebiet bereits dicht besiedelt. Es liegt nur wenige Kilometer entfernt von der römischen Palastanlage, einer der wichtigsten Villenfundplätze in Ostösterreich.

Erstmals urkundlich erwähnt wurde der Ort im Jahre 1268 unter dem Namen "Perun." Im Jahre 1529 wurde der Ort im Zuge der ersten Wiener Türkenbelagerung zerstört. Danach wurde es von Kroaten aus dem dalmatinischen Küstengebiet neu besiedelt.

Die Reste der Kuruzzenschanze liegt im Norden des Ortes und besteht aus einem Erdwall mit vorgelagertem Graben. Hier befanden sich einst Wachtürme. Die Schanze verlief von Petronell über Parndorf bis zum Tabor bei Neusiedl am See. 

1863 bekam dieser Ort endgültig den Namen "Parndorf". Schon Neusiedl, gehörte Parndorf einst zu Deutsch-Westungarn. 1921 wurde es mit dem neugegründeten Bundesland Burgenland zu Österreich zugesprochen. 

Heute befindet sich ein bekanntes Designer-Outlet etwas Abseits des interessanten Ortes.

Die römische Palastanlage

Dieser Villenfundplatz zwischen Parndorf und Bruckneudorf war einst ein römischer Palast. Er entstand in der zweiten Hälfte des ersten Jahrhunderts aus reiner Holzbautechnik. Später wurde es dann in ein Fachwerkgebäude mit vielen Wandmalereien umgebaut. Erst 350 nach Christus wurde es zu einem Palast umfunktioniert und ausgebaut. Dazu wurden einige Räume mit Mosaikböden ausgestattet. Diese Bodenmosaike kann man heute im Landesmuseum Eisenstadt begutachten. 

Heute bleibt nur ein großer Grundriss des Palastes. Man geht davon aus, dass diese römische Palastvilla im Herbst 375 n. Chr. im Besitz einer kaiserlichen Familie gewesen sein könnte, da einige der Kleinfunde hohen kulturhistorischen Wert haben.

Das Gelände ist frei zugänglich. Führungen werden jährlich zwischen Juni und September unter Voranmeldung angeboten.  Mehr Informationen dazu findet man im Gemeindeamt Bruckneudorf. Es steht aber jedem frei diese Ausgrabungen selbst zu besuchen. Eine Vielzahl an Informationstafeln erzählen einem die Geschichte dieses geschichtlichen Ortes. 


 

WEITERE IMPRESSIONEN


Diese Tour fand im Rahmen der 23. "Stein um Stein" Tour meines Bruders Thomas Ofner statt, dessen Blog den Namen
"Noch lange nicht genug" trägt. 

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