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St. Pölten RWW 455 - Böheimk. - Karlstett.
31.05.2020 20:40

 

ZU DEN STEPPEN IM ST. PÖLTNER UMLAND

 

AUF DEN SPUREN VON FRANZ CZERMAK

Der heute leider ehemalige St. Pöltner Rundwanderweg mit der Nummer 455 wurde schon Ende der 70er Jahre vom Obmann des St. Pöltner Heimatvereins Franz Czermak in Zusammenarbeit mit dem IVV und dem österreichischen Alpenverein ins Leben gerufen und wurde in den 80er Jahren auch mehrmals adaptiert. 

Ziel war es damals, dem motivierten Wanderer die Heimat von Franz Czermak, also St. Pölten, näherzubringen. Heute ist der schöne ca. 125 Kilometer lange Rundwanderweg nicht mehr offiziell gelistet. Nur noch alte Tafeln und verwaschene Markierungen erzählen von seiner einstigen Geschichte. 

Sehr schade, denn in 4 Etappen aufgeteilt, bietet jede Etappe tatsächlich eine eigene Charakteristik. Vom hügeligen Alpenvorland bis zu den weiten Feldern im Norden, der Wanderer erlebt eine Achterbahn der Wanderlust.

Video:


Abschnitt Böheimkirchen - Pottenbrunn (ca. 10 km - 170 hm hoch - 170 hm ab)

In Böheimkirchen angekommen, gibt es gleich etwas zu beachten. Egal ob ihr durch den Ort marschiert, oder diese Etappe wie ich, beim Böheimkirchen Bahnhof beginnt, es gibt eine kleine Änderung des Weges. Als ich dort meine Etappe fortsetzen wollte, war neben dem Bahnhof eine größere Baustelle, wo der Weg nicht fortgesetzt werden kann. Ob sich das in Zukunft wieder ändert, kann ich nicht beurteilen. Aber ich habe schon mal eine Alternativlösung für Euch parat. 

Rot:
Neben dem Bahnhofsgebäude beim Gasthof Fink befindet sich die Baustelle. Hier werden aber Häuser gebaut, weshalb ich nicht sagen kann, ob es diesen Wegabschnitt danach noch geben wird.
 

Grün:
(von der Kirche aus kommend)
Ihr marschiert die Obere Hauptstraße entlang und überquert später den Perschlingbach. Gleich danach biegt ihr rechts in die Stockhofstraße ein und folgt dem Bach in den Norden.

(vom Bahnhof aus kommend)
Ihr folgt der Bahnhofstraße südlich hinab bis zur Bundesstraße und haltet Euch dann gleich links. Ihr bewegt Euch nun in Richtung Ortskern. Nach ca. 500 Metern erreicht ihr dann die Ecke Stockhofstraße, welcher Ihr dann nach links weiter folgt.
Ihr folgt nun der Stockhofstraße in den Norden und verlasst somit Böheimkirchen und erreicht die kleine, angrenzende Siedlung, Weisching. Bei den Siedlungshäusern angelangt, biegt ihr an der dritten Seitenstraße nach links ab. Die Straße nennt sich "Am Kirchenweg". Am Ende der Straße haltet Ihr Euch nun wieder rechts und an der nächsten Kreuzung gleich wieder links. So gelangt Ihr zur Eisenbahnunterführung und auf den originalen Weg zurück. 

Der Marsch durch den Wald des Schildbergs kann mitunter schon etwas verwirrend sein, wenn man einem Weg verfolgt, den es eigentlich nicht mehr gibt. Das Gute ist aber, dass es andere Wege durch den schönen Waldfleck gibt, an denen man sich orientieren kann. Nach der besagten Eisenbahnbrücke marschieren wir nun westlich entlang eines Feldes. Hier können wir noch einmal auf Böheimkirchen zurückblicken. Die Straße macht einen Bogen nach rechts und wir erkennen gleich den Einstieg in den Wald.

<<<<<------- An dieser Markierung orientieren

Wir bleiben nun auf der weis-rot-weisen Markierung und marschieren so durch den schönen Wald des Schildberges. Wir treffen auf einige Wegkreuzungen und kleine Pfade, doch wir bleiben unserer Markierung treu. Sie führt uns behütet durch den Wald in Richtung Pottenbrunn, wo wir als Nächstes hin müssen. 

Später führt uns der Forstweg auch an einem schönen Bildstock mit Holzkreuzen und anderen Mustern sowie einer Holzbank zum Rasten vorbei. 

Wenn wir dem Weg richtig gefolgt haben, verlassen wir den Schildbergwald im Norden am großen Schildberg und gelangen gleich auf eine betonierte Straße, welche uns direkt in Richtung Eisenbahnstrecke führt. Bei der Strecke angelangt, biegen wir links ab und überqueren dann rechts eine Brücke über die Eisenbahngleise. Wir gelangen schließlich auf die Bahnstraße, welcher wir auch gleich links weiter entlang bis zum besagten Bahnhof Pottenbrunn gelangen. Wir bleiben auf der Bahnstraße, welche nun einen leichten Rechtsschwenk macht, und folgen dieser bis zu einer Weggabelung. Hier biegen wir rechts in die Fünfhausgasse ein und folgen dieser nun. Wir verlassen die kleine Bahnhofssiedlung und bewegen uns jetzt auf einem kleinen Feld. Links von uns erkennen wir die Strecke der Westbahn.

Wir folgen dem Güterweg nun, bis uns ein Weg nach links direkt zur Eisenbahnunterführung schickt. Wir untersetzen die Bahn und folgen der Straße bis wir die südliche Siedlung von Pottenbrunn erreichen. Wir folgen der Straße immer dem Straßenverlauf entlang, bis wir schließlich über die Löberfeldstraße zur größeren Amtsstraße gelangen. Hier biegen wir rechts ab und folgen der Amtsstraße immer weiter in den Ortskern. Wir übersetzen den Saubach und gelangen am Ende der Amtsstraße zur Pottendorfer Hauptstraße. Rechts können wir bereits den Wasserschloss Potttenbrunn erkennen. Wir folgen der Hauptstraße und biegen dann links in die Josef Trautmannsdorff Straße ein. Nun stehen wir vor dem Eingang in das Schloss.

Blick zurück auf Böheimkirchen

Schildbergerwald

Weg zum großen Grillenberg

Einsteig in den Schildbergerwald

Bildstock mit Rastbank am Schildberg

Am Saubach mit Blick auf die Weststrecke


Abschnitt Pottenbrunn - Herzogenburg (ca. 7,5 km - 15 hm hoch - 15 hm ab)

Nachdem wir um das Schloss herumgewandert sind, biegen wir rechts in die Schlossallee ein und marschieren gerade darauf los. An der nächsten Kreuzung biegen wir rechts in die Pergenstraße ein und folgen dieser immerzu. Letztendlich verlassen wir Pottenbrunn und erreichen so die Pergenbrücke über die Traisen. Markant sticht dabei die große steinerne Figur an der Nordostseite der Brücke hervor. Am Ende der Brücke steigen wir rechts über eine Treppe hinab und gelangen so auf den Fuß- und Radweg entlang der Traisen. Mit dem Gesicht zur Traisen folgen wir dem weg link weiter, also von der Brücke weg. 

Nach einigen Metern gelangen wir zu einer Gedenkstätte für vier tödlich verunglückte Radlburger Buben. Eine Holzbank daneben läd zum Rasten ein. Es folgt nun ein entspannter längerer Marsch entlang der Traisen, welchen man so richtig genießen kann. An manchen Stellen kann man auch hinabsteigen, um sich etwas am Strom zu erfrischen. Nach ca. 3 Kilometern biegen wir jedoch links in die Traisen Au ab und gelangen so zur Schnellstraße S33. Kurz müssen wir entgegengesetzt zur vorherigen Richtung wandern, bis wir eine Brücke über die Schnellstraße erreichen, diese übersetzen, und daraufhin rechts weiter marschieren. Wir haben nun die Südseite von Herzogenburg erreicht. Zunächst übersetzen wir den Mühlbach und gelangen so zur Oberndorfer Straße, welcher wir nun rechts weiter folgen.

Wir marschieren an einigen Häusern und dem Getreidesilo sowie dem Bahnhof vorbei und erreichen schließlich die St. Pölten Straße. Erst wird noch ein Bahnübergang überquert, ehe wir rechts weiter in den Ortskern gehen können. Links an der Kreuzung befindet sich eine kleine Einkaufsmeile, wo es möglich ist, die Proviant Reserven aufzufüllen. Wenig später gelangen wir, entlang der besagten St. Pölten Straße, an einen Kreisverkehr. Wir folgen dem Straßenverlauf und marschieren so durch die enge Straße hinein in die Altstadt von Herzogenburg. Wir befinden uns nun auf der Kremserstraße und gelangen so zum Rathausplatz von Herzogenburg. Etwas weiter nördlich macht die Straße eine leichte geschwungene Kurve. Hier können wir uns noch den Kirchturm des Stift Herzogenburg ansehen.

Das Wasserschloss in Pottenbrunn

Skulptur auf der Radlbrunner Brücke

Entlang der Traisen

Rathausplatz in Herzogenburg

Das alte Schloss Pottenbrunn

Gedenkplatz für 4 Radlbrunner Buben

Entlang der Traisen

Stift Herzogenburg


Abschnitt Herzogenburg - Rottersdorf (ca. 5 km - 85 hm hoch - 45 hm ab)

So stehen wir also am Kreisverkehr. Links von uns befindet sich der Friedhof von Herzogenburg. Wir halten uns links am Kreisverkehr und biegen nach dem Parkplatz genau so links in die Jahnstraße ein. Dieser Straße folgen wir, vorbei an einigen alten Bauten, bis wir die Unterführung der Kremserbahn erreichen. Wir untersetzen diese und verlassen nun Herzogenburg. Nachdem wir die Häuser hinter uns gelassen haben, treten wir in das Krenntal hinein. Es geht leicht bergauf und wir wandern entlang einer Forststraße an einem Feld. An der nächsten Kreuzung erblicken wir ein kleines Marterl, doch wir folgen der Forststraße weiter. Bereits jetzt kann man im Süden das schöne Alpenvorland erkennen. Erneut treffen wir auf die Kremserbahn, welche wir nun übersetzen und wenig später den kleinen Ort Ederding erreichen.

Wir überqueren die Fahrbahn und marschieren in den Ort hinein bis wir die kleine Ortskapelle erreichen. Bei der Kapelle halten wir uns rechts und marschieren auch schon wieder aus Ederding heraus. Zunächst marschieren wir noch an einigen Häusern vorbei, ehe die betonierte Straße endet und wir vor einer Gabelung mit zwei Karrenwegen stehen. Wir folgen dem linken Karrenweg weiter. Nach einigen Metern macht dieser Weg eine Linkskurve.

Hier befinden wir uns am nördlichsten Punkt des gesamten St. Pöltner Rundwanderwegs 455. Brand-Laaben war der südlichte Punkt gewesen in der 2. Etappe. 

Wir folgen nun dem Karrenweg weiter. Wir erkennen vor uns nun den kleinen Hügel des großen Kölblings. Genau so erblicken wir nun auch die Ederdingerstraße sowie ein Eisenbahngleis vor uns. Und hier hat sich der Weg verändert. 

Rot:
Den verzeichneten Bahnübergang sowie den Feldweg dahinter gibt es nicht mehr. Der Gleiskörper ist komplett neu verbaut und der Feldweg zugewachsen. 

Dunkelgrün:
Dies ist die Route, die ich gemacht habe, aber auch aufgrund dessen, dass ich vor Ort nicht gleich wußte wie es weiter geht. Wenn Ihr beim Gleiskörper ankommt, könnt Ihr diesen übersetzen
(Vorsicht), und dann rechts weiter gehen bis zur Abzweigung nach links hinauf auf den Großen Kölbling. 

Hellgrün:
Die sicherste Variante ist zweifellos jene um das Sivomatic Gebäude herum. Ihr steht vor dem Gleiskörper und folgt der Ederdingerstraße rechts um das Gebäude herum. Hier gelangt ihr nun über einen Bahnübergang auf die andere Seite und könnt auch gleich wieder links auf den Karrenweg einbiegen, bis ihr an jene Stelle kommt, wo es dann rechts hinauf auf den Großen Kölbling geht. 

Am Kopf des Feldweges macht dieser einen Bogen nach rechts. Hier gibt es auch noch einmal eine gemütliche Holzbank zum Rasten, ehe wir dann entlang des Feldweges um den Großen Kölbling herum wandern. Von hier aus haben wir eine herrliche Aussicht auf den Ostrand des Dunkelsteinerwaldes sowie dem St. Pöltner Umland. Dem Weg entlang erreichen wir dann eine kleine aber schöne Kellergasse. Die Kölblinggasse führt uns direkt hinab nach Rottersdorf zur Kreuzung St. Pölten Straße und Herzogenburger Straße. 

Kremser Bahnunterführung

Anstieg auf den großen Kölbling

Kirche in Rottersdorf

Kapelle in Ederding

Blick auf den Dunkelsteinerwald

Blick zurück auf Rottersdorf


Abschnitt Rottersdorf - Karlstetten (ca. 10 km - 180 hm hoch - 80 hm ab)

Rottersdorf ist ein kleiner Siedlungsort und recht schnell durchwandert. Wir überqueren zunächst die Bundesstraße L100 und bleiben auf der Herzogenburgerstraße. Wir biegen in die erste Gasse links ab und folgen nun der Dorfgasse südlich hinab bis zum Dorfrand. Dort führt die Straße nach links, wir marschieren aber über einen Karrenweg nach rechts bis wir zu einer kleinen Brücke über den Fladnitzbach erreichen. Es führen zwei Wege am Bach entlang. Wichtig ist, dass wir zunächst die Brücke übersetzen und den Weg auf der anderen Seite rechts hinab marschieren. So folgen wir den Bach ca. 1,5 km südlich hinab, bis wir nach rechts einbiegen. Knapp über 2 Kilometer marschieren wir nun über die weite Steppe den nördlichen St. Pöltner Umlandes. Im Norden selbst erkennen wir Stift Göttweig. Wir wandern aber in den Westen über der Porschestraße am Dorf Greiling vorbei bis wir schließlich nach Großrust gelangen. Und hier gibt es wieder eine Änderung des Weges zu beachten. 

Rot:
Der Weg über die Großruster Kellergasse kann nicht mehr länger begangen werden. Nach der Kellergasse folgt eine eingezäunte Wiese. Danach ist der gesamte Weg hinauf in Richtung Wachtberg verwachsen bzw. aufgelassen. Ich habe mich nach oben geplagt. Es gibt keinen Weg mehr hier entlang.

Dunkelgrün:
Die Alternative ist aber schnell gefunden und einfach zu begehen. Bereits auf der Großruster Schulstraße könnt ihr in die fast gleichnamige Schulgasse einbiegen und gerade aus an der Kirche einem Karrenweg nach oben entlang der Felder folgen. 

Wie auf der kleinen Karte links ersichtlich, wäre der originale Weg mit dieser Variante wieder zusammen gekommen, worauf man die Route normal und ohne weitere Probleme weiter erwandern kann.

Wir folgen dem Karrenweg bis an den Waldrand des Wachtberges und biegen dann rechts ab. Auch hier haben wir eine tolle Aussicht auf das Alpenvorland im Süden. Wir marschieren nun links um die Waldgrenze herum und erkennen links etwas unter uns den kleinen Ort Heinigstetten. Der Weg führt jedoch nicht direkt hinein. Wir bleiben nun auf dem Karrenweg und folgen diesem über die Hügel des Wachtberges am Waldrand entlang in den Westen.

Nach einem Kilometer erreichen wir schließlich die Göttweiger Straße. Hier biegen wir links ein und folgen der Straße. Achtung auf den Verkehr! Nun marschieren wir immer weiter in den Süden hinab, bis wir schließlich aus dem Wald des Wachtberges heraustreten und vor uns schon unseren Zielort Karlstetten erreichen. Wir befinden uns nun einige Höhenmeter oberhalb von St. Pölten und haben daher eine wunderschöne Aussicht auf das Alpenvorland und weiter. Schließlich folgen wir der Göttweiger Straße bis in den Ort hinein, und haben somit auch die 3. Etappe am 455er St. Pöltner Rundwanderweg geschafft. 

Entlang der Fladnitz

Anstieg auf den Wachtberg

Am Wachtberg

Kirche in Karlstetten

Die Kirche von Großrust

Blick auf die schönen Voralpen in der Ferne

Blick auf Karlstetten

Geschafft


An- und Abreise:

Böheimkirchen: Wien Westbahnhof / regelmäßiger Zugverkehr

Karlstetten: Buslinie 483 (St. Pölten Hbf)


Zeitzeugen des ehemaligen Rundwanderwegs:


Karte:


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