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ich, am Weg

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Ap
Tullnerfeld "Tulln - Königsbrunn a. W."
02.04.2018 20:38


DER FRÜHLING ERWACHT IM TULLNERFELD - Teil 1

 

Dies ist Teil 1 einer zweitägigen Tour durch das Tullnerfeld, welche ich gemeinsam mit der Weitwanderin Jazzmin "Jazz Min follows her heart" unternommen habe. 

Schon einige Zeit vor dem verlängerten Osterwochenende sellte ich mir die Frage, was ich wohl hier erwandern könnte. Auch wenn das Ziel zunächst nicht klar war, hatte ich das Bedürfnis etwas länger der Heimat fernzubleiben. 
Jasmin fand die Idee dieser Unternehmung recht interessant und hat sich auch sogleich dafür stark gemacht. Vielen Dank an dieser Stelle. 

Dieser erste Teil am Tullnerfeld bis Königsbrunn am Wagram verläuft Abseits der offiziellen Tullnerfeld-Wanderwege. Ich habe sie nach meinem Bauchgefühl geplant, so dass sie interessant und abwechslungsreich bleibt. Ich hoffe, es ist mir geglückt! 


Video:

 

Unsere Tour beginnt in Tulln an der Donau. 

Tulln Stadt

Tulln ist eine der ältesten Städte Österreichs, dessen Name aus dem keltischen stammen soll. Der Ort wurde bereits in der vorrömischen Zeit besiedelt und in etwa 100 n. Chr. als Reiterkastell Comagena oder auch Comagenis der Stützpunkt der römischen Donauflottille. 
Sogar in den Geschichten der Nibelungen erhielt Tulln Einzug. Einem Lied nach empfing der Hunnenkönig Etzel Siegfrieds Witwe Kriemhild in Tulln. Seit 2005 gibt es daraufhin ein Denkmal in Form eines Brunnens. Im Jahr 859 wurde Tulln erstmals urkundlich unter dem Namen "Tullina" erwähnt. Viele Geschichten ranken sich um diese Stadt und auch in der zweiten Wiener Türkenbelagerung 1683 diente Tulln als Sammelplatz des Entsatzheeres vor der Schlacht am Kahlenberg.
Im 19. Jh. erlebte Tulln einen wahren Aufstieg. Hier wurde die Donaubrücke errichtet und die Franz-Josef-Bahn installiert. Im 20. Jh. folgten dann Schulen und Industrie. 1986 hatte sich Tulln um die niederösterreichische Landeshauptstadt bemüht. Diesen Titel erhielt schließlich dann doch St. Pölten.

Geografisch liegt Tulln im Tullnerfeld, welches vom Wienerwald bis zum Wagram reicht. Die Stadt liegt ca. 40 Kilometer entfernt von der Bundeshauptstadt Wien. 

Wir gönnen uns noch einen guten Kaffee am Tullner Hauptplatz und beginnen nun mit unserem Tullnerfeld Abenteuer. Am Hauptplatz besuchen wir noch die Bezirkshauptmannschaft und die Pest- bzw. Dreifaltigkeitssäule. Wir kommen noch an der Pfarre Tulln-Stankt Stephan vorbei und folgen der Straße nach dem Kreisverkehr nördlich hinauf zur Donau- bzw. Tullnerbrücke. Diese überqueren wir schließlich und genießen noch einen tollen Blick auf die Donau in östliche Richtung. 

Als wir die Tullnerbrücke überqueren, erreichen wir die nördlichen Auwälder.

 

Pfarre Tulln-Stank Stephan

Die Tullner Brücke

Ich, und Jazz Min, am Weg

Blick auf die Donau (Ostseite)



Die Tullner Auwälder / Gießgang

Der größte Teil der Tullner Auwälder befindet sich natürlich südlich. Mit 450.000 m² lockt der große Wasserpark mit seinen revitalisierten Donau-Altarmen. Am Nordufer, dort wo wir uns nun befinden, erstreckt sich außerdem ein 2,5 km breiter, naturbelassener Auwaldgürtel.
Tulln möchte der Natur bewusst neuen Raum zur Entfalltung bieten.
Ein gutes Beispiel dafür ist der Gießgang, ein teichartiges Bewässerungssystem, für natürliche Wasserspiegelschwankungen in diesem Gebiet. Der üppige Auwald am nördlichen Donauufer war nämlich einst in weiten Bereichen von Austrocknung und Versteppung bedroht. 

Im Zuge der Planung des Kraftwerks Greifenstein wurde die Chance zur Erhalt der Natur durch die Donaukraft genutzt. Wir erleben an dieser Stelle einen Teil des 40 Kilometer langen, Altenwörth bis Korneuburg reichenden, durchgehenden Wasserlauf. Gespeist wird der Gießgang laufend durch Grundwasser, Sickerwasser und natürliche Zubringer. An rund 40 Tagen im Jahr werden höhere Wassermassen über den Donaudamm in die Au gespült. Diese regelmäßigen Überflutungen sind wichtig für dieses Gebiet.

Wir verlassen nun die B19 Tullner Straße und folgen der L2156 Schnellstraße entlang des Scharbauerbachs. Nach einigen Metern führt nun eine Waldstraße links hinein in die Auwälder. So gelangen wir zu den Teichen des Gießgangs. Wir umgehen diese nordwestlich und gelangen so zu einer schönen Allee, welche aus Neuaigen bis direkt zur Donau führt. Unterbrochen wird diese dabei leider von der Stockerauer Schnellstraße, welche wir aber über eine Brücke überqueren können.

Gleich darauf folgen wir den letzten Metern über eine Waldschneise bis zum Schloss Neuaigen.
 

Zufluss zum Gießgang

Schöner Blick auf das Wasser

Einer der Gießgang-Teiche in der Donau Au

Schöne Allee aus Neuaigen bis zur Donau



Neuaigen

Dieses Dort liegt im südwestlichen Weinviertel und ist ein Zählsprengel der Stadtgemeinde Tulln. Unter dem Namen "Neven Aygen" wurde Neuaigen im Jahr 1277 erstmals urkundlich erwähnt. Am Ort, wo sich heute das Schloss Neuaigen befindet, gab es bereits eine wehrhafte Anlage, die vermutlich durch Laurenz Freiherr von Hofkirchen erreichtet wurde. 

Schloss Neuaigen

Bereits 1494 wurde ein Vorläuferbau an der Stelle errichtet, wo heute das Schloss steht. Anfang des 17. Jh. wurde es im Stil der Spätrenaissance umgebaut. Die Barockisierung folgte um 18. Jh. Eine Waldschneise, eben diese schöne lange Allee, führt bis zur Donau. Heute ist das Schloss im Besitz der Familie Ratibor-Metternich-Sandor, welche dieses auch als Wohnhaus nutzen. Zuletzt wurde es 1970 umfassend renoviert.

Weiter geht es über, vorbei an den Pferdestallungen in Neuaigen, über einen Feldweg nach Mollersdorf. Der ca. 170 Einwohner fassende Ort wir zu unserer ersten Raststation. Wir rasten auf einer Holzbank neben einem großen Baum, welcher als Naturdenkmal bezeichnet wurde. Ein Einheimischer verrät uns, das wir seit gut 2 Jahren die ersten Wanderer wären, welche hier auf dieser Bank platz genommen hätten.

Wir folgen der L2157 Schnellstraße aus Mollersdorf hinauf, bis die Straße in die Bundesstraße L45 mündet. Genau hier, an einem kleinen Waldstück, folgen wir nun einem Karrenweg durch die Felder und Wälder der weiten und schönen Kranewettenau. Hier können wir im Norden bereits die Wand am Wagram erkennen, sowie einige Orte, welche uns am nächsten Tag erwarten würden.

Letztendlich erreichen wir weiter im Westen das kleine Örtchen Utzenlaa.

 

Schloss Neuaigen

Der Frühling ist da

Stallungen bei Neuaigen

Die weiten Felder der Kranewittenau



Utzenlaa

Dieser Ort fasst in etwa 150 Einwohner und ist unserem Etappen-Zielort Königsbrunn am Wagram untergeordnet. Ein schöner Pfad entlang der sogenannten "Seewiesen" und dem Hubertusweg verbindet diesen Ort mit

Bierbaum am Kleebühel

Dieser Ort wurde 1230 erstmals urkundlich genannt. Entlang der Hauptstraße findet man eine geschlossene Verbauung mit Zwerchöfen, kleinen Dreiseithöfen und Gassenfronthäusern. Im Osten des Ortes folgte die Erweiterung mittels Einfamilienhäusern. 
Eine der Sehenswürdigkeiten is bestimmt die Pfarrkirche, welche nach dem heiligen Laurentius benannt wurde. Dem Kapellenbau aus dem 13. Jh. folgte im 18. Jh. ein barocker Saalbau. Der Turmzubau erfolgte im 19. Jh. Die letzte Restaurierung fand 1963 bis 64 statt.

Im Westen, nahezu angebaut, gelangen wir schließlich in den Ort

Frauendorf an der Au

Hier leben ca. 180 Menschen. Frauendorf gehört ebenso zur Marktgemeinde Königsbrunn am Wagram. Am Hauptplatz, direkt an der Schnellstraße L2015 legen wir unsere zweite und letzte Rast vor dem Ziel ein.

 

Kirche bei Utzenlaa

Bierbaum am Kleebühel

Bildstock bei den Seewiesen

Frauendorf an der Au


 

Zu guter Letzt heißt es nun Acht geben. Wir folgen dem Lindenweg hinauf an jenen Punkt, wo die Schnellstraße L2015 in jene von L2171 einmündet. Hier marschieren wir nun einige Meter vorsichtig entlang der Schnellstraße. Dann heißt es einmal die Bundesstraße L45 zu überqueren, ehe ein schöner weiter und breiter Feldweg immerzu nördlich geradeaus nach Königsbrunn am Wagram führt. Kurz zuvor überqueren wir noch den Gießbach sowie die Gleise der ÖBB und erreichen somit unser Etappenziel

Königsbrunn am Wagram

Der Legende nach stieg hier ein König von seinem Pferd, um sich an einem Brunnen zu laben. Daher soll der Ort bis heute seinen Namen Königsbrunn erhalten haben. 
Dieses liegt nördlich der Donau am Nordrand des Tullner Beckens im Weinviertel, bzw. am markanten Höhenzug des Wagram und ist durch ihren Weibau bekannt. Bekannt ist der Ort zb. für das WagramFenster. Dies ist eine Freiluftbühne, welche direkt an der Kante des Wagrams errichtet wurde. Von hier aus hat man auch einen schönen Ausblick auf das Tullnerfeld. Die weiße Struktur, es sieht aus wie runder Bilderrahmen, hebt sich von der Ferne gesehen markant ab. Das Bauwerk wurde von Martin und Werner Feiersinger entworfen und mitgebaut.
Die katholische Pfarrkirche von Königsbrunn wurde ebenfalls auf einer Anhöhe des Wagrams errichtet. Zuvor befand sich dort eine gotische Kapelle. Die Kirche wurde an jedem Ort erreichtet, welcher dem Ort seinen Namen gab.

Unser Quartier bezogen wir beim Landgasthof Mann. (siehe Infobox)

 

Jazz Min und ich am Weg nach Königsbrunn am Wagram

Königsbrunn am Wagram

Die Sonne zeigt sich dann doch noch

Ankunft in Königsbrunn am Wagram



Karte:

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