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Ja
Velehrad - der verträumte Wallfahrtsort
26.01.2020 15:58

 

 

EIN ECHTER GEHEIMTIPP OSTEN DER TSCHECHISCHEN REPUBLIK

 

Mein besuchter Ort:
 

Stadt: VELEHRAD
Land: Tschechische Republik 
Landschaftskreis: Mähren

Anreise:

Bahn (aus Wien):
Wien Hbf - Brechlav - Stare Mesto (Fahrzeit ca. 1 Std. 45 min) 

Auto (aus Wien):
A5 - 47 - 55 - S5 (Fahrzeit ca. 1 Std. 30 min)

 

Video:


Ein bedeutender Wallfahrtsort im Winterschlaf!

Velehrad ist eine kleine Gemeinde im Osten der Tschechischen Republik im Mährischen Raum. Sie liegt nur 5 Kilometer nordwestlich von Stare Mesto entfernt und gehört damit ebenfalls zum Okres Uherske Hradiste bzw. Ungarisch Hradisch. Bekannt ist dieser Ort vor allem durch die große und schöne Wallfahrtsbasilika Mariä Himmelfahrt samt Klosterkomplex. Weiters liegt Velehrad am östlichen Rand von Chriby, bzw. dem Marsgebirge an der Einmündung des Baches Salaska. Mit knapp 1.800 Einwohner ist der Ort relativ klein besiedelt.

Die Basilika erhielt noch durch Papst Johannes Paul der II. die Goldene Rose verliehen. Einer Auszeichnung, welcher zb. auch dem Wallfahrtsort Mariazell zuteil wurde. Mit dem Nachbarort Modra liegt eine gemeinsame Bebauung vor. Der Wallfahrtsort ist durch den Rosenkranz Pilgerweg mit seinem Nachbarort Stare Mesto verbunden und kann zu jeder Jahreszeit erwandert werden.


Der Rosenkranz Pilgerweg
"von Stare Mesto nach Velehrad"

Der knapp 6 Kilometer lange Pilgerweg des Rosenkranzes verbindet das groß mährische Veligrad (aus der Altstadt von Uherske Hradiste od. Ungarisch Hradisch) mit dem Wallfahrtsort Velehrad. Die Idee zu diesem Weg entstand als Reaktion auf den Besuch von Papst Johannes Paul II. in der Basilika Mariä Himmelfahrt.

Der Weg beginnt hinter dem Bahnhof in Stare Mesto, bzw. der Altstadt, und setzt sich im Tal des Baches Salaska fort. An bestimmten Stellen weicht der Weg  auf Klosterwiesen aus und führt direkt in die Mitte der überraschend exponierten, wunderschönen Silhouette der Basilika. Auf dem Weg nach Velehrad gelangt man an insgesamt zwanzig Stationen in Form von kleinen Mauerbildern, welche das Rosenkranzgebet zitieren.  
Darunter finden wir zur Einleitung den Rosenkranz der Freude, gefolgt vom Rosenkranz des Lichts oder der Schmerzen und mehr. Jede Station birgt ein kleines Rätsel. Die Skulpturen wurden aus Sandstein gefertigt. 

Die Kosten für die Erbauung, Betreuung und Instandhaltung wird von privaten Gönnern gespendet. Deren Namen sind auf an den Seiten jeder Steinstation eingraviert.  

Die Mauerwerke stammen von Josef Kozol. Autor der künstlerischen Entwürfe dieser Stationen ist Milivoj Husak. Hauptpartner bzw. die Hauptbetreuung übernimmt die Bürgervereinigung Matice Velehradska.

Am Sonntag, den 13. Juni 2010, wurde der Rosenkranz Pilgerweg durch den Erzbischof von Olmütz, Jan Graubner, geweiht. Bei dieser Begehung nahm er selbst Teil und führte eine Schar von Gläubige sowie die Spender des Weges besonnen zum Wallfahrtsort. An jeder Station wurde dabei gebeten. Eine Gebetsanforderung für diesen Wallfahrtsweg gibt es auch online. (siehe Infobox)

Am Ende dieser Erstbegehung nach erfolgter Eröffnung beteten Robert Boesner, ein Benediktiner aus Maria Dreieichen in Österreich und die Franzosen Robert und Claudia Mestelan von der Pilgerreise durch das christliche Europa in lateinischer Sprache.


Der Wallfahrtsort Velehrad

Der kleine verträumte Ort hat doch recht viel zu bieten. So findet man Ruhe und Entspannung bei den zwei Fischerteichen Zabinek und Konventni Rybnik. Interessant sind auch die holzgeschnitzten Figuren rund um die Teiche. 

Bekannt ist Velehrad auch für sein Mittelaltermuseum, das kleine Haus des Meeres (Water of Life) sowie sein Reptilienhaus (Terrarium Blue). Ansonsten lebt der Ort natürlich von seiner Bekanntheit als Wallfahrtsort. Und so ergeben sich auch einige Sehenswürdigkeiten.

Neben der Basilika finden wir hier auch das ehemalige Zisterzienserkloster. Im selben Komplex befindet sich auch das Stojan Gymnasium mit dem slawischen Salla Terrena Saal bewundern kann.

Neben der Basilika steht die kleine Kirche der Erscheinung des Herren, welche auch Cyrilka genannt wird. Sie wurde im 13. Jahrhundert beim Klostertor erbaut. Zur Erneuerung im neogotischen Stil kam es dann anlässlich des Jubiläums der Ankunft der heiligen Kyrill und Method im Jahre 1863.

Das Velehrader Haus der heiligen Kyrill und Method ist ein ehemaliges Wirtschaftsgebäude des Klosters. Zugänglich sind sie durch die beheimateten Dienstleister wie das Informationszentrum, die Konditorei, Buchhandlung oder Museum.

Es gibt noch weitere Sakraldenkmäler in Velehrad. So befinden sich in der Nähe des Klosters die Kapelle sowie die Statue des heiligen Wendelin von F. Hirnl. Auch findet man die Mariensäule nahe der Klostermauern. Die Kapelle des heiligen Johannes von Nepomunk an der Bachbrücke zur Salaska ist genau so beeindruckend wie die Statue des Gottessohnes an der Wegkreuzung zwischen Modra und Velehrad.


Die Basilika Mariä Himmelfahrt & Kloster

Auf Initiative des Olmützer Bischofs Robert von England wurde um 1205 der Konvent von Velehrad gegründet. Unterstützung hatte der dabei durch den mährischen Makrgrafen Ladislaus Heinrich, Bruder des Königs Ottokar I. In Mähren war dies das erste Zisterzienserkloster und wurde damals mit zwölf Ordensbrüdern aus Kloster Plasy besiedelt. 

Die romantische Klosterkirche Mariä Himmelfahrt wurde schließlich um 1228 eingeweiht. Mit einer Länge von 100 Metern war sie einst einer der größten Kirchenbauten des Böhmischen Reiches. Um 1421 überfielen die Hussiten das Kloster Velehrad und brannten es nieder. Später wurde es jedoch wieder aufgebaut und mehrmals baulich verändert. Unter der Leitung von Giovanni Petro Tencalla wurde es im Barockstil umgestalltet. 

Im 18. Jahrhundert wurde im Zuge der Josephinischen Reformen der Status des Klosters aufgehoben. Zunächst diente die Klosterkirche noch als normale Dorfkirche, wurde jedoch später dem Verfall preisgegeben. Davor hatte man das Klostergebäude noch zweckentfremdet genutzt. In der  zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde das Kloster endlich restauriert. Im Jahr 1890 nahmen es die Jesuiten unter ihre Obhut. Papst Pius XI. erhob die Kirche im Jahre 1928 aus Anlass der 700-Jahr-Feier zur Bacilica minor. 

Während des kommunistischen Regimes wurde das Kloster 1950 wiederum aufgelöst und nach der Samtenen Revolution 1990 an die Jesuiten zurückgegeben. Noch im selben Jahr besuchte Papst Johannes Paul II. das Kloster. Anlässlich seines Besuchs verwies er auch auf die Bedeutung der Slawenapostel Kyrill und Method. Im Zuge seines Besuches wurde der Basilika auch die goldene Rose verliehen. 


Wanderkarte:


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