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ich, am Weg

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Vertical Up Kitzbühel 2019
27.02.2019 19:43

EINE NEUE DIMENSION & EIN FANCLUB

Eine unglaubliche Rückkehr -

Zwei Jahre musste ich nun warten, ehe ich mich erneut an der legendären Streif messen durfte. Eine Zeit, in der viel passiert ist und sich viel getan hat. Was kann sich in über 700 Tagen so alles tun?

In Kurzform geschrieben, sehr viel. Neuer Job, neues Umfeld, neue Alltagsherausforderungen sowie 8 Kilogramm weniger am Körper und eine Menge mehr Erfahrungen im persönlichen sportlichen Grenzbereich. Das einzige was nun noch umschalten musste, war der Kopf. Der Glaube an die eigene sportliche Leistung. 

Beim Burgenland Extrem, einige Wochen zuvor, hatte ich einen kleinen Dämpfer erlitten, als mich mein Körper bei den heftigen Orkanwinden im Stich gelassen hatte und ich auch beim dritten Anlauf den Neusiedlersee nicht umrunden konnte. Trotzdem war ich fitter denn je und ich freute mich auf meine zweite Chance einen Langzeitrekord von mir zu brechen. Das Vertical Up 2019 in Kitzbühel. Und diesmal startete ich erstmals in der "Läuferklasse".

 

Video:
 

2018 - Leider kein Vertical Up für mich

Nach drei darauffolgenden Jahren musste ich im Vorjahr meine Teilnahme leider absagen. Eine böse Erkältung hatte mich heimgesucht. Die Genesung war noch nicht so weit fortgeschritten, als das es Sinn gemacht hätte, sich auf die Reise nach Kitzbühel zu machen. Vormals im April auch mein erster Halbmarathon auf dem Programm stand und ich mich nicht einem schlimmeren Rückfall aussetzen wollte. Natürlich hat sich dies für mich wie ein Rückschlag angefühlt, da auch diesmal wieder einige Freunde von mir am Start waren, aber ich musste das nun mal so hinnehmen. Schade war nur, dass ich nun wieder ein Jahr warten musste, um es erneut zu versuchen. Aber ehrlich, was ist heute schon ein Jahr? Die Zeit vergeht wie im Flug und hier sind wir schon wieder. Links seht Ihr das Bild von meinem Blog, als ich meine Teilnahme absagt hatte.

 

Körperliche Veränderungen, Training und Einsatz

Nun waren einige Indikatoren anders. Das Jahr 2018 war sowohl körperlich auch mental kein leichtes Jahr. Vor allem im Sommer hatte ich für mich persönlich ein ganz schweres emotionales Tief zu überwinden, was dazu führte, dass ich binnen weniger Wochen rasant an Gewicht verloren hatte. Doch als es mir dann wieder besser ging, nutzte ich die Gunst der Stunde und sprang auf den vorgefahrenen Zug auf und stellte meine Ernährung etwas um und trainierte weiter hart an meinen Erfolgen. Unterstützt wurde ich dabei erneut von meinem Trainer Gerhard Eder von fitmitrix.at. Ein Trainer, der auch noch das Letzte aus mir herausholen kann.

Mit bis zu 8 Kilo weniger muss man doch was anfangen können. Und ich merkte dies schon bei meinen Laufeinheiten, Laufintervallen und Bergtrainingsläufen. Ich hatte zwar nach dem Burgeland Extrem kurz mit einer Erkältung zu kämpfen, doch diese raffte mich nicht so dahin, wie in den Jahren zuvor. Auch wusste ich mich davon gut zu erholen und stieg auch nicht wieder zu früh ins Training ein. Somit verlor ich kaum Substanz und war sofort wieder im Rythmus, als ich wieder trainieren konnte. Mit hochpulsigen Intervallen holte ich mir die Ausdauer. Mit Berglauftraining, wie bei der Eisenenhandgasse oder dem Nasenweg am Wiener Leopoldsberg und einem super genialen Abschlussbergtrail am Lindkogel, südlich von Wien, holte ich mir die Kraft in den Beinen. 

Mir war also vor meinem bereits 4. Antritt in Kitzbühel sonnenklar, das ich meine Bestzeit aus dem Jahr 2017, nämlich 1 Stunde und 28 Minuten unterbieten würde. Ich wußte nur nicht, ob es knapp werden würde. Mein Trainer predigte mir stets, dass ich viel mehr mit meinem aktuellen Leistungsstand herausholen könnte, doch ich müsste daran glauben und den Kopf die Kontrolle übernehmen lassen. Gestärkt und mit viel Selbstvertrauen reiste ich also nach Kitzbühel. Es konnte losgehen!

 


Anreise, Freunde und mein Fanclub

Meine Anreise nach Kitzbühel folgte klassisch über die Weststrecke nach Wörgl in Tirol und weiter mit der Schnellbahn nach Kitzbühel. Und kurz vor Linz hatte der Triebwagen meines Zuges einen Schaden und es gab eine Verzögerung um eine halbe Stunde. Trotzdem habe ich meinen Anschlusszug in Wörgl erreicht. Aber mir war trotzdem etwas mulmig während des Wartens.

Das Wetter in Kitzbühel war traumhaft. Es erinnerte mich an mein erstes Antreten 2015, wo es ähnliche herrliche Bedingungen gab. Das Problem war nur, das es über Tags etwas zu warm war, was dafür sorgen würde, dass der Schnee eher weich statt eisig sein würde. Aber bis zum Start war ja noch Zeit. Vor dem K3, dem Gemeindezentrum in Kitzbühel, holte ich mir dann die Startnummer und traf dort schon den hoch motivierten Rene Kun aka den Run Doc. Für ein kurzes Meet & Greet blieb Zeit, ehe ich dann meinen Reiserucksack bei der Talstation der Kitzbüheler Bergbahn ablieferte. Ich musste mich nun also entscheiden, welche Sachen ich bei mir tragen sollte, während ich die Streif nach oben laufe.

Einen großen Vorteil sollte ich diesmal haben. Mein Trainer Gerhard hatte mir seine Spikesschuhe mitgegeben. Diese waren sehr leicht und hatten nur vorne am Ballen längere Nägel. Optimal fürs Tempo und nicht so klobig wie alpine Spikes, welche man über den Wanderschuh drüber ziehen muss. Somit hatte ich schon mal viel weniger Gewicht an den Füßen aber besseren Grip in der Vorwärtsbewegung. Perfekt! Nach meiner ersten Pistenbesichtigung schwand meine gute Laune aber kurz. Der Schnee war butterweich, ja fast schon wässrig. Und da die Spikesschuhe sehr luftig waren, drang gleich einmal Wasser hinein und meine ersten Sockengarnitur war schon nass, bevor ich noch irgendwas getan hatte. Zum Glück hatte ich Ersatzsocken im Laufrucksack. Ich hätte aber nicht gedacht, dass ich sie schon brauchen würde, bevor ich noch mit dem Aufwärmen gestartet hatte. 

Zwei Stunden vor dem Start begab ich mich in das Restaurant Zielhaus am Fuß der Streif, dort wo unser Start sein würde. Dort genoss ich noch die letzten Sonnenstrahlen des Tages und sah zu, wie immer mehr Teilnehmer den Weg hier herfanden. Und dann folgte eine große Überraschung!

Plötzlich tauchten Raymond und Erwin, zwei Freunde aus Holland im Zielhaus auf! Die Beiden, samt Familie, hatte ich 2017 beim Karwendelmarsch in Pertisau kennenlernen dürfen, nachdem Raymond zwecks Karwendelmarsch im Vorfeld Kontakt zu mir aufgenommen hatte. Er hatte damals meinen Bericht gelesen und wollte sich mit mir austauschen. Aber nun waren sie hier in Kitzbühel und dass nur meinetwegen. Um mich anzufeuern! Wahnsinn! Sie erzählten mir, dass sie jedes Jahr in Tirol Skiurlaub machen. Sie wussten, dass ich hier teilnehmen würde, und hatten mir einen wunderschönen Überraschungsbesuch abgestattet. Nicht jeder hat einen holländischen Fanklub in seiner Ecke. Mit dieser Motivation machte ich mich nun eine halbe Stunde vor Start ans Aufwärmen. Und hier merke ich schon eines. Heute ist mein Tag. Ich fühle mich super und meine Nervosität war verflogen. Jetzt wollte ich nur noch eines, nämlich die Streif rocken. Allein schon für meine Freunde.

Gemütliche Anreise mit dem ÖBB Railjet

Meet & Greet mit meinem holländischen Fanklub (Erwin & Raymond)

Start Areal im Zielhang der Streif

Meet & Greet mit Rene Run Doc vor dem K3 in Kitzbühel

Ich und der mächtige Hausberg der Streif



Es geht los...

Ein ungewohntes Bild für mich. Ich betrete das Areal der Bergläufer. Die Jahre zuvor hatte ich mich immer dahinter bei den Wanderern eingereiht. Jetzt stehe ich also hier mit all diesen übermotivierten Topleuten und fühle mich tatsächlich auch zugehörig. Aufgrund der neuen Sicherheitsbestimmungen des Vertical Ups dürfen nur noch die Läufer über den Hausberg klettern. Die Wanderer müssen den Abstecher über den Ganserlnhang nehmen. Das wollte ich nicht. Ich wollte die originale Strecke bewältigen. Ich stehe auch relativ weit vorne. So in der 5. Reihe würde ich sagen. Meine Taktik ist ohnehin klar. Am Hausberg rechts halten, um das Menschenkegeln zu umgehen. 

Der Startschuss ertönt...

Diesmal mit einem Frühstart, aber das macht nichts. Mich betrifft es nicht. Ich beginne gleich einmal mit einem lockeren Läufchen hinauf auf den Zielsprung der Abfahrer. Natürlich sausen die Extremläufer sofort an mir vorbei. Aber das war mir klar. Ich stand einfach zu weit vorne. Trotzdem habe ich ein recht passables Tempo. Nach dem Zielsprunghügel folgt ein kurzes ebenes Stück, ehe der gewaltige Aufstieg auf den Hausberg beginnt. Hier laufe ich bereits einige Meter und nehme noch den Schwung mit. Die Piste war zwar nun eisig, aber am Rand auch sehr brüchig. Ich vergleiche es mit Zuckerwürfel. Kompakt, aber bei zu viel Einwirkung brüchig. 

Wie jedes Mal purzeln die ersten Teilnehmer vom Hausberg hinunter, aber darüber habe ich schon zu oft berichtet. Man stumpft einfach ab. Ich nehme das so hin und folge den vorsichtigen Teilnehmern rechts am Rand im Gänsemarsch. Aber das Tempo ist doch recht hoch, sodass ich nicht das Gefühl habe, ich verliere Zeit. Dan folgte aber ein absolutes Kuriosum für mich. Die Menschenkette und ich ersteigen nun also am Rand der Piste den Hausberg. Und hier ist der gefrorene Schnee auch eine Falle. Ein falscher Tritt und man versinkt. Und auch mir erging es so. Ich ziehe mich gerade mit den Stöcken vorwärts und stapfe mit meinem linken Fuß in ein noch unbetretenes Schneefeld, worauf ich plötzlich bis über die Hüfte (!!!) im Schnee einbreche. Sowas habe ich noch nie in meinem Leben erlebt. Aber für Schrecken war keine Zeit. Rechts vor mir erstreckte sich Griffbereit ein Stück eines Weidezauns, an dem ich mich ruckartig nach draußen befreite. Mein Glück war, dass die Schneedecke hielt, als ich meine Beine befreit hatte. In Summe hat das alles nicht länger gedauert als 20 Sekunden. Dennoch absolut kurios für mich.

Ich erreiche die Hausbergkante und meine Muskeln brennen innerlich. Es ist jedes Mal eine Qual hier rauf.  Doch im Gegensatz zu den Jahren davor kämpfe ich nicht mit der Luft. Ich kann ohne Pause weiter steigen. Das fühlt sich so sensationell toll an. Hier spüre ich am Körper erstmals die 8 Kilogramm, die ich nicht mehr nach oben schleppen muss. Und ab diesem Zeitpunkt läuft die Maschine. Ich entwickel Energien, die ich so von mir noch gar nicht kannte. Steigen, Stecken, Steigen, Stecken, so der Rhythmus zwischen meinen Beinen und der Wirkung der Stöcke. Den kleinen Trichter nach der Hausbergkannte, bei dem es kurz Abwärts geht, erlaufe ich. So habe ich wieder etwas Schwung für den Aufstieg hinauf zur Seidlalm. Ich weiche von meinem Rythmus nicht ab. Ich bleibe konstant in meinem Tempo und überhole dabei auch viele andere Teilnehmer. Kurz vor der Labestelle bei der besagten Seidlalm überlege ich, ob ich mir etwas zu trinken holen soll. Doch ich bin so gut in Schuss, dass ich jetzt nicht stehen bleiben will. Ich fühle ohnehin das ich sehr schnell unterwegs bin und möchte den Drive einfach nutzen und nicht stehen bleiben.

 

Kurz vor dem Start

Die Nacht bricht herein

Blick auf den Wilden Kaiser


Finale Grande furioso!

Nach der Seidlalm folgt die alte Schneise. Ein kurzer Aufstieg ist hier zu bewältigen, ehe dann eine sehr willkommene Stelle kommt, bei der es abwärts geht. Doch ich darf mich hier nicht ausruhen. Die alte Schneise funktioniert wie eine Skaterbahn. Du läufst so schnell du kannst hinab und nimmst all diesen Schwung mit beim Aufstieg auf der anderen Seite, welche die Schneise nun mal mitbringt. Und genau das tue ich. Ich sprinte hinab und kann auf der anderen Seite die Schneise fast noch bis zur Hälfte im Lauftempo nach oben bewältigen. Diese Taktik hatte ich schon 2016 angewendet, aber diesmal kam ich richtig gut aus diesem Trichter heraus. Somit hatte ich dann nicht mehr so weit nach oben bis zum eher flachen Brückenschuss. 

Der Brückenschuss ist ein ebenes Stück. Wer die Ski-Abfahrtsrennen kennt, das ist jener schmale Abschnitt nach dem Steilhang in das Gschöss. Und was soll ich Euch sagen? Ich habe soviel Energie, dass ich diesen Abschnitt erlaufen kann. Noch während ich das mache, denke ich mir nur, wie sensationell das für mich ist. Wo kommt diese ganze Kraft her? Wieder lasse ich eine ganze Traube an Teilnehmern hinter mir zurück und konzentriere mich nun auf einen der schwersten Abschnitte beim Vertical Up. Nämlich dem Steilhang.

Gepokert, All-in und abgeräumt

Und als ich beim Steilhang ankomme, habe ich einen Plan. Der Steilhang ist ähnlich wie der Hausberg. Intensiv, steil und kräfteraubend. An der rechten Seite gibt es eine Holzbande. Und die meisten Teilnehmer begeben sich auch gleich dort hin, um sich bei den vorgetretenen Schneestufen hochzuziehen. Dabei nutzen sie auch die Holzbande. Der Vorteil ist die Sicherheit. Der Nachteil aber ist, dass es sich hier staut. Die Teilnehmer hier sind meistens schon erschöpft. Das macht sich im Tempo bemerkbar. Binnen weniger Augenblicke treffe ich nun eine Entscheidung. Ich beschließe den Steilhang querfeldein zu nehmen! Die Piste ist eisig und meine Spikes greifen wunderbar. Ich kann das heute packen! Das Ganze hat nur einen Nachteil. Die Piste ist glatt. Ein Fehler und man rutscht wie am Hausberg all diese Meter wieder hinab. Und dann war es das mit der Bestzeit! Du stehst gefühlt am Pokertisch und gehst All-In. 

Ich bin zwar nicht der Einzige, der dieses Wagnis eingeht, aber viele sind es nicht in jener Phase wo ich hier vorbeikomme. Es ist wirklich sehr steil hier, weshalb ich beschließe nicht rückwärts zu blicken. Denn hier gilt wahrlich die Konzentration in die Vorwärtsbewegung zu legen. Ein falscher Tritt und man verliert am höchsten Punkt des Steilhangs gut und gerne 100 Meter, die man nach Absturz erst wieder bewältigen muss. Und so ungefährlich ist das auch nicht. Steigen, Nachziehen, Steigen, Nachziehen, Steigen, Nachziehen! Es klappt! Einmal fahre ich mit dem rechten Stock ins Leere und ich muss mich nach vorne lehnen und kurz mit allen Vieren hochdrücken. Aber ich schaffe es und bewältige den Steilhang ohne Gänsemarsch und querfeldein! Was ist da heute los mit mir?!

Und jetzt ist mein Wille ungebrochen. Ich erlaufe die Kompression und gelange zur Mausefalle. Ich weis jetzt schon das ich eine neue super Bestzeit aufstellen werde. Bei der Mausefalle allerdings riskiere ich nichts mehr, denn hier wird aus dem Eis wieder tiefer wässriger Schnee. Hierfür sind meine Schuhe nicht so geeignet. Darum beschließe ich hier wieder den Trittstufen zu folgen. Jetzt wollte ich mir diese Leistung nämlich nicht mehr nehmen lassen. Einmal riskieren und gewinnen ist schon ein Segen. Ich wollte es auf keinen zweiten Versuch mehr ankommen lassen. So bewältige ich nun auch die Mausefalle, welche am Kopf die steilste Neigung von 85% Gefälle hat und stehe nun vor dem letzten Anstieg hinauf in das Starthaus der Streif, was heute unser Ziel ist. 

Vor mir befindet sich ein großer Tross an Teilnehmern. Es sind noch sehr viele Zuschauer vor Ort. Die Stimmung ist großartig. Alles sagt mir, dass ich heute sehr früh schon hier oben bin. Auch das ich eben mit so vielen anderen zu gleich hier ankomme, zeigt, dass ich kein Nachzügler bin. Ich stapfe dem Ziel entgegen. Immer noch mit soviel Kraft in den Beinen, dass es eine wahre Freude ist. Ich weis nicht wie schnell ich bin, aber gleich werde ich es wissen. Ungefähr 10 Meter vor dem Ziel sehe ich zum ersten Mal auf die digitale Uhr über dem Starthaus der Streif. Und ich lese hier 1 Stunde und 15 Minuten !!! Mit diesem Gefühl mobilisiere ich meine letzten Kräfte und steige völlig euphorisiert nach sagenhaften 1 Stunde und 16 Minuten und 23 Sekunden ins Ziel! Ich habe soeben meine Bestmarke um 12 Minuten unterboten!

 

Mausefalle mit 85% Gefälle

Mein Lieblingsfoto! 

Nicht so einfach hier hoch zu steigen

Mit letzter Kraft ins Ziel

Die letzten Meter ins Ziel


 

Emotionen, Emotionen, Emotionen

Ich hole mir meine Medaille und verlasse das Zielareal. Und dort überwältigt mich ein irrer Taumel voller Freude. Ich wuzzel mich im Schnee, mache Purzelbäume, schreie herum. Was geht da ab mit mir? *haha*
Es ist so herrlich schön. Es ist alles so toll aufgegangen. Hier kann ich all diese Freude herausbrüllen, die mir noch beim Burgenland Extrem verwehrt geblieben war. 12 Minuten schneller als 2017. Eine Zeit, mit der man alles andere als ein Lauftourist ist.

Und was fast noch schöner ist! Ich darf meine Freude mit Anderen teilen, denn Raymond und Erwin sind mit der Bergbahn nach oben gefahren, um mich dort auf den letzten Metern anzufeuern. Sie haben mich auch fotografiert und meinen Zielanstieg gefilmt. (siehe Video) Und nun sind sie hier und feiern mit mir gemeinsam. Noch nie habe ich den Titel "An Tagen wie diesen" von den Toten Hosen so gefühlt wie in diesem Moment.  Dann legt sich die erste Gänsehauteuphorie und ich beschließe nun meinen Rucksack aufzusuchen, um mich umzuziehen und wärmer einzupacken. 

Raymond und Erwin kümmern sich einstweilen um ein gepflegtes Finisher-Bier. Die Teilnehmerrucksäcke liegen in der Gondelgarage der Bergstation. Ich hole meinen und setze mich nun einmal zu Boden und schau mir die diesjährige Medaille an. Und dann laufen die Tränen ganz von alleine. Dabei gibt es gar keinen Grund jetzt zu heulen. Aber es ist ok! Wenige Momente später strahle ich bereits wieder wie eine Flutlichtanlage und treffe beim Zurückgehen auch kurz auf Rene. Auch er hat eine neue Bestmarke aufgestellt. Im Anschluss folgt nun das besagte Finisher-Bier mit meinem Fanklub. Auch Momente, die ich sehr genießen kann. Im Anschluss fahren wir mit der Gondel hinab nach Kitzbühel. Meine holländischen Freunde und ich haben eine Kabine für uns allein. Und so wird aus der 5 Minuten Talfahrt mal eben die beste Partygondel Tirols. Musik, Gesang, Freude! Shake, Shake, Shake! 

 

Emotionen der Freude

Der Fanklub unterstützte mich bis ins Ziel (Foto von Raymond)

Emotionen, wenn man es realisiert hat

Und auch der gigantisch schnelle Run Doc ist im Ziel (Foto von Rene)



Ausklang eines wahnsinnig schönen Tages

Nach diesem sensationellen Event hatte ich noch ein bisschen Zeit um im K3 mit den anderen Sportlern zu feiern. Dort traf ich erneut auf Rene und weiteren Freunden. Es gab dort noch reichlich weitere Elektrolyte Drinks *gg* und herrliche Pasta, die ich mir sicher verdient hatte. Es folgte noch die Siegerehrung aller Klassen und jede Menge Spaß und Action. 

Doch später hieß es für mich Abschied nehmen! Abschied von meinen Freunden Raymond und Erwin sowie Rene und weiteren Bekannten. Ich fuhr mit der Schnellbahn zurück nach Wörgl, setzte dort meine Reise nach Innsbruck fort. Die Landeshauptstadt Tirols erreichte ich um kurz vor Mitternacht. Mein Nachtzug würde aber erst um 1:30 Uhr nach Wien fahren. So hatte ich also noch genug Zeit um Innsbruck bei Nacht zu besuchen. Ich fand ein tolles nobles Nachtrestaurant und gönnte mir noch einen Hopfenblüten-Smoothie sowie eine Pizza. 

Lustig war dabei nur, dass ich mit meinem sportlichen Outfit samt Rucksack von den vielen eitlen und noblen Gästen beäugt wurde. Aber das war mir egal. Die Pizza war ausgezeichnet. Und so bergab ich mich spät Nachts zum Bahnhof zurück und stieg zufrieden in den Nachtzug, welcher mich zurück in meine Heimat brachte. 

Ein glorreicher Tag ging zu Ende!

 

... doch wer mich kennt, der weis - dies war nicht das Ende, sondern erst der Anfang!

 

Fotowand im K3. Da müssen Rene und ich natürlich hin

Mitternächtlicher Spaziergang in Innsbruck

Feiern im Bunde toller Sportler

Ab in den Nachtzug und ab in die Heimat


Infobox:

Veritical Up
Kitzbühel

 

Kleine Karpaten im Winter

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