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ich, am Weg

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Wien - Hetzmannsdorf (Bgld. Extrem Test)
28.12.2018 18:12

Einleitung:

Dies hier ist kein klassischer Wanderbericht. Hier geht es mehr um meine persönliche Vorbereitung für das Sportevent 24h Burgenland Extrem, dort wo ich Ende Jänner 2019 bereits zum dritten Mal an den Start gehen werde. Viel mehr werde ich zum dritten Mal versuchen den See und seine 120 Kilometer Rundstrecke zu meistern. Warum es mir bislang noch nicht gelang und mir das Erreichen dieses Zieles so wichtig ist, erklärt Euch mein emotionaler Bericht aus diesem Jahr.

Bericht Burgenland Extrem 2018

So kann ich mir eine Vielzahl an Erklärungen sparen und gleich zum eigentlichen Thema kommen, nämlich meine Vorbereitung um das gesteckte Ziel endlich zu erreichen. 


Meine erwählte Strecke für den 1. Test:
von Wien Stadlau nach Hetzmannsdorf bei Wullersdorf
71 Kilometer - 350 Höhenmeter

Die Strecke führt wahrhaftig von meiner Haustüre in Wien Stadlau rüber zur Donauinsel. Weiter geht es über Nußdorf stadauswärts über Klosterneuburg nach Greifenstein. Dann übersetzt man die Donau am dortigen Kraftwerk worauf man über die Donauau nach Stockerau gelangt. Dann folgt man fast nur noch den Radweg über Sierndorf, Göllersdorf und Breitenwaida bis Hollabrunn.
Danach führt ein Güter- bzw. Feldweg stadtauswärts zur Ortschaft Hetzmannsdorf bei Wullersdorf. Geendet hat dieser Megamarsch dann beim Haus meiner Eltern. (rechts unten bei der Karte auf vergrößern klicken)

 


Testfokus Schuhe:

Kilimanjaro Plus Trekking Schuhe (Größe 45)

Das ist ein Wandertrekking Schuh von meinem Vater. Mit diesem Modell habe ich die ersten 35 Kilometer von Stadlau nach Stockerau zurückgelegt. Obwohl mir der Schuh natürlich zu Groß ist, spielt das nur bedingt eine Rolle. Um so mehr Platz die Zehen haben, um so besser. Eigentlich ist dieser robuste, wasserfeste und kompakt geschnittene Schuh eher für das Bergwandern geeignet. Bei den ersten Tests bei normalen Tagestouren hatte ich noch Druckstellen am Schienbein. Nach dem Entfädeln der Senkel im Mittelteil war er aber sehr angenehm zu tragen. Ein schwerer aber eben robuster Schuh. Bei Regen, Schnee oder nasser Erde sicher ein Vorteil. Keine bestimmten Reibungspunkte an der Fußsohle bemerkt. Mit diesem Schuh könnte ich weit kommen.

Saucony Redeemer / Asphaltlaufschuh / Größe 43,5

Dies sind meine Asphaltlaufschuhe. Die Schuhe habe ich dann von Stockerau bis Hetzmannsdorf getragen. Sie sind sehr leicht und haben einen höheren Absatz. Die Knautschzone ist beim Laufen am Beton für den Fuß recht angenehm. Diesen Schuh habe ich beim Burgenland Extrem 2018 getragen und nach ca. 35 Minuten eine Blase am linken Fußballen bekommen. Wenn man vorher 35 km mit schweren Trekkingschuhen geht, fühlt es sich zunächst super an diesen leichten Schuh zu tragen. Bei langen Strecken auf Güter- oder Radwegen ist er wegen seiner Knautschzone unschlagbar. Seine Probleme hat er aber, sobald es uneben wird wie auf Feldwegen oder Kieswegen. Da wird er teilweise sogar recht unbequem. 120 km würde ich mit diesem Model nicht gehen wollen, aber der Schuh könnte mir auf den letzten Kilometern in die Karten spielen, wo die Beine schon müde sind.


Testfokus Körper / Ernäherung:

Rötungen und Druckstellen ausmasieren

Nach 18 Kilometern habe ich erstmals in Klosterneuburg die beanspruchten Stellen an meinen Füßen ausmasiert. Meistens erkennt man diese schon an kleinen Rötungen oder an Wasseransammlungen. Genau das und nur das hat mir beim letzten Burgenland Extrem den Erfolg gekostet. Diesmal will ich es gleich richtig machen. Bei meiner Rast in Stockerau nach 35 km habe ich dann die gleiche Prozedur noch einmal angewendet. Dafür habe ich mir ca. 2-3 Minuten Zeit gegönnt. Abgesehen davon, dass es sich im Anschluss sehr angenehm anfühlt, kann oder muss ich von einem Erfolg sprechen. Denn nach den 71 Kilometern hatte ich keine Blase. Keine Einzige! Die Kombination aus Schuhwerk und Ausmasieren hatte dabei sicher einen großen Anteil. 

Energiehaushalt hochhalten

Normalerweise frühstücke ich kaum. Aber wenn große Abenteuer anstehen, dann ist das natürlich die Grundbasis für einen erfolgreichen Tag. Am Morgen gönnte ich mir einen Kaffee und einen Kornspitz mit Kantwurst. In Klosterneuburg folgten Kaffee, Croissant, Wurstsemmel und Energiedrink. Dazu gab es am Weg reichlich Wasser und verdünntes Cola. In Stockerau, also ab der Hälfte, gab es dann einen Bauerntoast mit Spiegelei und Salt. Nahe Viehdorf folgte eine Schinkensemmel. In Göllersdorf gab es noch eine Bananenmilch samt Energy Drink und einen Schokoriegel. Sonst hatte ich immer Müsliriegel parat. Nur zur Feststellung: Ob das jetzt gut oder weniger gut ist oder war, kann ich nicht sagen. Dies dient hier nur zur Dokumentation. Jedenfalls habe ich mich über den ganzen Weg hinweg fit und energiegeladen gefühlt. 


Sonstige nennenswerte Punkte:

Dass man schon eine Weile unterwegs ist, habe ich erstmals nach ca. 50 Kilometer gespürt. Aber nicht in Form von Schmerzen oder Müdigkeit, sondern am Druck auf die Fußballen. Im Großen und Ganzen war ich doch sehr angenehm überrascht wie gut es mir ging. Selbst nach über 60 Kilometer in Hollabrunn verspürte ich immer noch die Freude am Gehen. Bis Stockerau war ich auch in Begleitung meines Vaters Josef, mit dem ich ja schon 5 Mariazellerwege absolviert habe und der mich wieder beim Burgenland Extrem supporten wird. Ab Stockerau ging ich dann alleine weiter. Er hat mir dann ein Schuhpaar abgenommen, so das mein Rucksack auch etwas leichter war.
Ab ca. 16:30 wurde es dann gänzlich dunkel. Ich hatte also ca. 5 Stunden in der Nacht zu gehen. Aber auch das störte mich überhaupt nicht. Ganz im Gegenteil. Dieses Nachtwandern weiß ich immer mehr zu schätzen. Ich fühle mich weder unsicher noch unwohl dabei. Ich finde das eher spannend. Sicher auch ein Mitgrund warum meine Aufmerksam und Wachsamkeit so lange anhielt.

Mein Fazit nach dem ersten Testmarsch:

Diesmal waren es 71 Kilometer. Im Burgenland warten an die 120. Das ist natürlich ein Unterschied und dem bin ich mir bewusst. So naiv bin ich nicht. Trotzdem kann man schon sehr gut in sich hinein hören und ich muss sagen, wenn ich über 70 Kilometer lang diesen Fokus halten kann in Punkte Energie, gestärkte Füße und gute Laune, dann ist sehr viel erreicht. Denn klar, die letzten Meter am Neusiedlersee werden sicher die Hölle. Denn die Distanz von 70 Kilometern entspricht ungefähr jener vom Start in Oggau bis zur Ortstafel von Podersdorf am See. Wenn ich da also immer noch so gut drauf bin, dann wäre das sensationell gut. Denn nach Podersdorf kann ich mich wie auf einer Leiter Stück für Stück von Ort zu Ort kämpfen. Zum Vergleich, in diesem Jahr hatte ich schon ab ca. 40 Kilometer Probleme mit Blasen, Druckpflaster und daher stammende Schmerzen im Knöchel gehabt, die sich bis Kilometer 100 dann bis ins Knie gefressen hatten, und ein Weitergehen nicht mehr möglich war. Das werde ich tunlichst vermeiden. Dieser Test hingegen war sensationell gut. Es wird aber noch eine Generalprobe folgen.


VLOG:

Fotos:

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