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ich, am Weg

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No
WW07 - Kittsee - Nickelsdorf
19.11.2018 21:02

Ostösterreichischer Grenzlandweg 07
20. Etappe: von Kittsee nach Nickelsdorf (25 Kilometer)
Datum: 03. November 2018

Wer oder was ist der 07er Weitwanderweg?

(Österreichischer Weitwanderweg 07, 710 km). Der ostösterreichische Grenzlandweg 07 wurde 1979 eröffnet. Er führt durch die Bundesländer Niederösterreich, Burgenland und Steiermark und reicht vom Nebelstein im nördlichen Waldviertel nach Bad Radkersburg in der Südoststeiermark. Der Ostösterreichische Grenzlandweg ist vom Nebelstein bis Wolfsthal auch Teilstück des europäischen Fernwanderweges E8 und von Wien bis Hochstraß Teilstück des europäischen Fernwanderweges E4.
Erklärung und mehr Informationen findet Ihr im Rahmen der Alpenvereinssektion Weitwanderer! Grüße gehen raus :-)

Video:


Meine Geschichte zur 20. Etappe:

Der 3. November 2018 war nun angebrochen. So langsam aber sicher neigte sich ein langes und aufregendes Jahr dem Ende zu. Die Wochen davor hatte ich noch am Martinusweg verbracht. Doch mit dem Einzug des Novembers wurden die Tage auch wieder frischer um nicht zu sagen kälter. Und genau in dieser Jahreszeit eignet sich das Begehen am Ostösterreichischen Grenzlandweg für mich besonders. Denn im Hochsommer, wenn die Temperaturen 30 Grad und mehr erreichen, um den Neusiedlersee herumzuwandern, das kann doch schon ziemlich anstrengend sein. Das merkte ich nämlich schon bei meiner Tour von "Retz nach Mailberg", als ich am Tag darauf von einem üblen Sonnenstich geplagt wurde. 

Und so zogen mich die ersten kühleren Tage einfach wieder hinaus, um am 07er Weg weiter fleißig Etappen zu sammeln. Irgendwie war das auch mein Trainingseinstieg für mein Antreten beim Burgenland Extrem 2019. So konnte ich zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen. Einerseits konnte und sollte ich nun viel im Winter marschieren, andererseits konnte ich so wieder auf diesen tollen Weitwanderweg zurückkehren. Und so beschloss ich eben an diesem Tag nach Kittsee zu fahren, dort wo zuletzt noch das Winternebelabenteuer mit Peter, Monika und Steffi geendet hatte. Meine Eltern mussten zufällig am selben Tag nach Kittsee fahren, was mir sehr gelegen kam. Ich konnte sie so im Auto begleiten und konnte somit unbeschwert starten.

Das Wetter war noch relativ schön. Man möchte meinen, es wäre eine Art spätsommerliche Laudatio gewesen. Hier und da blies der Wind über die Felder und Steppen, doch in diesem Teil des Burgendlands, wo es nur ganz wenig Waldflächen gibt, ist das nicht weiter erwähnenswert. Ich war natürlich froh, Kittsee nun bei Tag zu sehen. Am Ende der letzten Etappe war es noch so nebelig gewesen, das man auf 10 Meter nichts mehr gesehen hatte. Und als wir dann das Ende der Etappe erreicht hatten, war es schon stockfinster. Nun konnte ich in Kittsee jedoch genießen und dabei rückblickend die Königswarte am Schafberg erkennen. 

Diese Etappe blieb mir aufgrund ihrer endlosen langen Straßen in Erinnerung. Zunächst entlang der Zugstrecke nach Pama, dann von Pama entlang der Staatsgrenze nach Deutsch Jahrndorf und überhaupt vom Dreiländereck hinab zum Söllnerwald. Und doch war es irgendwie spannend in scheinbar endlose Wege zu blicken. Ich gebe zu, für die letzten Kilometer habe ich meine Kopfhörer angelegt und laut zu gute Laune Musik gesungen. Doch das gab mir am Ende ein schönes Gefühl von Zufriedenheit und Glück. Als ich in Nickelsdorf ankam, hatte ich das Gefühl einen richtig tollen Tag erlebt zu haben. Der Gedanke, wieder am 07er Weg unterwegs zu sein, erfüllte mich mit ehrlicher Freude und ich konnte es kaum erwarten, meinen Weg hier fortzusetzen.
 


Endlich bin ich wieder am 07er Weitwanderweg unterwegs

Die Unterführung an der A6 Nordost-Autobahn

Blick auf die Seeäcker und den Leithawiesen

Ein Blick zurück auf Kittsee

Am Aussichtshochstand bei Pama

Die Wallfahrtskirche am Zeiselhof



Wegbeschreibung:

Ich starte die Tour in Kittsee auf der Höhe des Gasthauses Leban an der unteren Hautpstraße. Nun geht es abwärts bis kurz vor dem Bahnhof. Vorher schwenkt die Pamastraße nach rechts ein und ich marschiere entlang der Siedlung immer weiter Stadtauswärts. Nach der Siedlung und dem Ortsschild wird die Straße nun zum Güterweg Kittsee-Pama und führt südwestlich hinab bis zu einem kleinen Rastplatz neben dem Weg. Von hier aus kann man noch einmal schön zur Königswarte am Schafberg zurückblicken. Nur wenige Schritte später erreiche ich die Unterführung der A6 Nordost Autobahn

Gleich nach der Unterführung verlasse ich den kerzengeraden Weg und folge der Autobahn nun links in den Osten. Dieser kurze Abschnitt nennt sich Güterweg Kittsee-Klosteräcker. Es dauert nicht lange und ich stehe vor einer Überquerung von Bahngleisen. Diese übersetze ich noch, biege aber sogleich Rechts ab. Es folgt nun ein langer namenloser Güterweg entlang der Bahngleise südlich hinab bis nach Pama. Kurz vor dem besagten Ort trifft man auf einen einladenden kleinen Hochstand, der mit einigen Informationen zur Umgebung, der Natur und dem Getier aufwartet. Auch die Aussicht auf die weiten Steppen ist sehr beeindruckend. 

 


Alte Bauernhöfe entlang der Bundestraße

Marterl und Steintisch vor Deutsch Jahrndorf

Ich an der Staatsgrenze zur Slowakai

Die Kirche in Deutsch Jahrndorf



An der Gewerbestraße biege ich nun kurz links ab und übersetze die Gleise. Danach führt ein schmaler Pfad links hinab bis zum Bahnhof bei Pama. Hier erreiche ich nun die L202 Deutsch Jahrndorfer Landstraße. Dieser folge ich vom Bahnhof aus Stadtauswärts in den Südosten. Es folgt nun ein längerer Marsch, stets entlang der Bundesstraße. Auf der Höhe des links befindlichen Csardahofes spaziere ich nun genau neben der Staatsgrenze zur Slowakei. Der Weitblick in ein anderes Land ist richtig aufregend. Wir bleiben jedoch auf der L202 und erreichen später die bekannte Wallfahrtskirche am Zeiselhof. Ein Stück weiter kann man ein schönes Marterl samt steinernen Tisch und Stühle bestaunen. Von dort aus kan man den nächsten Ort schon sehen. Deutsch Jahrndorf.

Im Ort angekommen schwenkt die Bundesstraße rechts ab. Wir folgen aber dem Wegverlauf und marschieren über die obere Hauptstraße durch den Ort hindurch und gelangen so zum Hauptplatz und der Kirche von Deutsch Jahrndorf. Wir folgen der Straße weiter in den Osten und verlassen wenig später den schönen Ort. Erneut blicken wir in eine aufregende Ferne. Von nun an folgen wir der unteren Hauptstraße, die nach dem Ortsschild zur Deutsch Jahrndorfer Landstraße wird. Diese bringt uns nach einigen Kilometern Endlosigkeit zum Dreiländereck Österreich-Slowakei-Ungarn. Etwas Abseits gäbe es einen Skulpturenpark zu bewundern, aber der Weg führt nicht direkt daran vorbei. 

 


Es geht weiter entlang einer endlosen Straße zum Dreiländereck

Es folgt ein Südschwenk endlos hinab zum Karlhof

Der Karlhof

Am Dreiländereck zur Slowakai und Ungarn

Und weiter endlos hinab zum Söllnerwald

Ein Blick über die Grenze nach Ungarn



Der Weg bricht dann ruckartig rechts ab. An dieser Stelle sind auch Grenzposten bzw. Grenzsoldaten positioniert. Nun begibt man sich auf eine lange Reise in absoluter Freiheit. Eine lange Allee führt mich kilometerweit hinab bis zum Karlhof. Bis dahin kann man in den Westen zurück nach Deutsch Jahrndorf blicken. Im Osten kann man bereits die Felder Ungarns bestaunen. Am Karlhof macht dieser lange Güterweg einen kurzen Rechtsschwenk um den Hof herum. Danach geht es weiter geradeaus, wobei der Güterweg dann noch länger und endloser wird. Zwischenzeitlich überquert man den Wiesgraben-Fluss. Nach dem Karl Hof sind es also weitere 3,5 Kilometer bis man schließlich den Söllnerwald erreicht.

Und das ist dann wahrlich eine willkommene Abwechslung, weil der Weg plötzlich einen angenehmen Stilbruch erfährt. Von der Steppe in den Wald. Nach einigen Momenten endet der Weg an einer Kreuzung. Wir folgen der Markierung und marschieren nun links weiter bis wir die große Lichtung des Söllnerwaldes erreichen. Eine betonierte Straße führt uns nun über die Bühl an das südöstliche Ende des Söllnerwaldes. Am Ende des Waldes kann man bereits Nickelsdorf erkennen. Zunächst überquert man noch den kleinen Komitatskanal und gleich danach den Leitha-Fluss. Von nun an heißt unser Weg Güterweg Nickelsdorf-Wiesmahd. Nur wenige Schritte später sind Ort und Bahnhof von Nickelsdorf erreicht.

Etappe geschafft !!!
 


Der Söllnerwald ist nun erreicht

Der Weg ist sehr gut markiert

Nickelsdorf ist schon zu sehen

Die große Lichtung des Söllnerwaldes. Ich bin sehr gut drauf.

Ein Besuch an der Leitha

Das Etappenziel ist erreicht


Infobox:

Kittsee
Deutsch Jahrndorf
Nickelsdorf
Ostösterreichischer Grenzlandweg 07

Ostösterreichischer Grenzlandweg 07 (Ich, am Weg)


Karte:

Großglockner Berglauf 2018

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