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X Crossrun Lake 2019
17.09.2019 20:52


DER HINDERNISSLAUF AM NEUSIEDLERSEE

 

Der X Crossrun...

erfreut sich bereits seit einigen Jahren an großer Beliebtheit. Die Veranstalter bezeichnen dieses Laufevent als Advanture Run.  Und diesen Namen trägt er auch zurecht. 
"Action - Spaß - Party" ist das Motto. Und hier unterscheidet sich der X Crossrun doch von anderen Hindernisläufen. Hier geht es nur sekundär um die Zeit. Obwohl es für die motivierten Läufer eine Zeitnehmung gibt, stellen sich viele Hobbyläufer der Freude halber, teilweise in lustigen Kostümen, diesem Hindernislauf. 
Der X Crossrun findet öfter im Jahr statt. In Podersdorf war dies nun bereits die 4. Auflage. 
2015 hatte ich im Rahmen des ehemaligen Indoor Trails am Wiener Messegelände einen Hindernislauf absolviert. Doch was mich hier erwartete, war noch einmal eine Stufe höher und auch noch etwas spaßiger. Die Stimmung war prächtig und die Teilnehmer als auch Zuschauer behandelten sich respektvoll.

Das ist er also - der X Crossrun!

Video:

Die Anreise & Strecken Check!

Ich hatte erst drei Tage vor dem Start beschlossen an diesem Event teilzunehmen. Ich habe in diesem Sommer den Ort Podersdorf wirklich schätzen gelernt. Früher war das für mich nur ein kalter und dunkler Ort, den ich im Rahmen des Burgenland Extrems durchschreiten musste. Dank meiner besseren Hälfte Steffi, habe ich Podersdorf durch diverse Badeausflüge erst so richtig kennenlernen dürfen. Und ich bin begeistert. Und als ich las, dass der X Crossrun - der mir schon ein Begriff war - nun gerade an diesem Wochenende in Podersdorf stationiert, hatte es mich einfach zu sehr gereizt da mitzumachen.

Trotz einiger frühherbstlicher Schlechtwettertage, präsentierte sich Podersdorf von seiner schönsten Seite. Sonnenschein und gestochen klare Sicht entlang des Neusiedlersees. Dort wo ich noch vor einigen Tagen und Wochen am Badestrand lag und entspannte, erstreckte sich nun eine tolle Hindernislaufstrecke. 
Obwohl ich bereits 4 Stunden vor Rennstart angekommen war, störte mich die Wartezeit nicht im Geringsten. Gleich als ich aus dem Bus stieg, nur mit einem Turnbeutel mit Wechselgewand über der Schulter, suchte ich das Startareal samt Festzelt der Podersdorfer Wiesn. Dort konnte ich noch im Rahmen der Nachnennung noch eine Startnummer für den 10 Kilometerlauf ergattern. 

Danach holte ich mir am Nordstrand noch den Schlüssel für mich Schließfach. Gleich danach erkundete ich die Laufstrecke und sah mir vor Ort einmal alle Hindernisse an. Dies tat ich natürlich nicht alleine. Zunächst schlenderte ich mit einer Gruppe, es war wohl ein Laufverein, entlang des Strandes bzw. der Strecke. Diese waren ziemlich motiviert und sprachen bereits von Bestzeiten und einer Taktik, wie man am Besten über die Hindernisse kommt. Mir war das jedoch egal. Für mich zählte heute nur der Spaß an der Sache.

Nachdem ich mir die Strecke angesehen hatte, spazierte ich noch gemütlich durch den Ort Podersdorf und gönnte mir noch einen kleinen Mittagshappen im Supermarkt. Danach schlenderte ich zurück zum Eventgelände und kam gerade noch rechtzeitig zum Start der fünf Startblöcke für den 5 Kilometerlauf (1 Runde). Mir gefiel das Ambiente total und ich beschloss mir ein X Crossrun T-Shirt zu leisten. Ich wollte mich schon auch mit dem Lauf identifizieren. Dazu gefiel es mir auch sehr gut. 

---- Schockmoment ----

Den Schocker des Tages gab es allerdings dann wenige Minuten vor meinem Start im Block der 10 Kilometerläufer. Eine Teilnehmerin wurde bewußtlos aus dem Schaumbecken gezogen. Ich habe nicht wirklich mitbekommen was genau passiert war, aber es war ein furchtbarer Anblick, als andere Teilnehmer sofort Erste Hilfe leisten mussten und den Notarzt verständigten. 5 Minuten lang herrschte stille, als die Ärzte um die Teilnehmerin rangen. Doch schon wenige Augenblicke später war die Frau wieder bei Bewusstsein und wurde weiter sehr gut vom Ärzteteam betreut und abtransportiert. Auf diesem Weg noch einmal alles Gute von mir. 

Dieser Vorfall gab mir aber schon auch etwas zu denken. Man fragt sich, ob man sich nicht doch etwas übernimmt. Bis zum Startschuss meines Blocks beschäftigte mich das noch. Danach versuchte ich mich aber auf meinen Lauf zu konzentrieren.
 


Kleine Eingewöhnungsphase und Vollgas in der zweiten Runde

Dann startete der 10 Kilometerlauf mit mir als Teilnehmer. Zunächst lief ich gemütlich entlang des Strandes in einem gemächlichen Tempo. Ich hatte schon die Tage davor ausgiebig trainiert, was ich dann doch etwas in den Beinen spürte.
Zunächst führte die Strecke direkt in das kühle Nass des Neusiedlersees. Es musste eine kleine Rampe mit einem geflochtenen Netz überwunden werden. Danach kam man wieder zurück auf den Strand. Und so waren Schuhe, Socken, Hose und Shirt gleich einmal durchgetränkt. Aber was solls. Weiter ging es zum Steg hinaus in Richtung Leuchtturm. Doch schon auf der Hälfte des Stegs führte die Strecke links hinab an großen Steinstufen erneut zurück ins Wasser. Dort trottete ich zurück an den Strand und lief nun entlang des Südstrandes hinunter bis zum Fußballplatz. Dort machte die Strecke eine 180-Grad Wende und es folgte die erste größere Hürde, nämlich die Rampe mit dem gespannten Seil. Hier musste man sich mit viel Geschick mit dem Seil nach oben verhelfen und auf der Rückseite über Holzlatten wieder zurück zur Strecke klettern.

Nach weiteren Metern warteten zwei hölzerne Hürde. Zunächst eine Kleinere, welche man überklettern musste, gefolgt von einer noch etwas höheren. Auch das war nicht ganz so einfach. Es folgten nun zwei Kriecheinlagen. Zunächst musste man mit allen Vieren unter einer Gitterbox hindurch klettern, gefolgt von einer Röhre. Danach folgte man der Strecke zurück zum Nordstrand, wo auch schon das Schaumbecken wartete. Nicht nur aufgrund des Unfalls zuvor hieß es Vorsicht. Durch die vielen Teilnehmer war der Schaum bereits vor und vor allem nach dem Becken verteilt, was den Boden äußerst rutschig machte. Gleich im Anschluss folgte, dass für mich, schwerste Hinderniss. Eine Hürde aus drei übereinander hängenden Autoreifen - wie eine Sprossenwand - führte hinauf zu einer Holzlatte, welche man übersteigen musste. Die Autoreifen waren durch den Schaum des Beckens davor bereits so befeuchtet, dass dies gar nicht so ungefährlich war. Man rutschte leicht weg. Das Hindernis war aber gut drei Meter hoch. Daher musste man hier extrem aufpassen.

Waren die Autoreifen erst einmal geschafft, folgte der Aufstieg an drei großen Strohballen empor über eine Brücke bestehend aus zwei Containern, über die ein Holzbrett gespannt war. Auf der anderen Seite der Brücke musste man eben diese Heuballen wieder empor springen. Danach folgten einige Streckenserpentinen die zu einem weiteren Container voller Autoreifen führte. Zunächst musste man hier über eine Holzwand hinauf klettern und dann im Container über all diese Autoreifen hinunterlaufen. Auch das war äußerst schwierig. Nach weiteren Serpentinen folgte dann wohl das lustigste Hindernis, nämlich die zwei Container voll mit abgestandenen Wasser und Schmutz. Zunächst musste man in den ersten Container klettern, wo einem das Dreckwasser in meinem Fall bis zum Bauchnabel ragte. Von hier aus kletterte man in den zweiten Container, der wesentlich tiefer war. Hier ragte mir der Morast buchstäblich bis zum Hals. Das Schwierigste war hierbei noch das Herausklettern über die glatte, leicht schräge, Wand des Containers. Und weil es so schön war, sprang man aus dem Container direkt in eine Dreckpfütze. 

Weiters wartete nach weiteren Laufmetern dann die allseits beliebte Wasserrutsche, welche man erst über eine Holzleiter erklimmen musste. Die Rutsche führt direkt in ein Becken mit ziemlich kalten Wasser. Gleich danach führte die Strecke wieder zurück zu dieser Containerbrücke, welche man nun zurück zum Nordstrand übersteigen musste. Kurz vor dem Ziel warteten dann noch einige fiese Hindernisse wie eine weitere Röhre ins Wasser und ein Klettergarten über weitere Autoreifen. Erst dann war man erlöst und konnte ins Ziel laufen. Doch für die 10 Kilometer hießt es für mich, das Ganze noch einmal zu absolvieren.  Jetzt wo ich die Strecke aber schon kannte, konnte ich mich etwas mehr ins Zeug legen. War zunächst das Kind in mir zufriedengestellt, kam nun doch der Sportler in mir durch. 

Ich konnte mein Tempo noch steigern und hielt mich eine Weile in einer größeren Laufgruppe auf. Immer wieder versuchten sich einige Läufer aus dieser Gruppe abzusetzen. Innerlich wusste ich aber schon irgendwie, dass ich sie alle überholen werde. Und so kam es auch. Ich konnte mein Tempo am Ende sogar noch steigern und setzte mich von dieser Gruppe ab und kam, gönnte mir am Ende sogar noch einen Zielsprint. Nach 1 Stunde und 5 Minuten erreichte ich das Ziel. Sieht man von der Wartezeit vor den Hindernissen ab, bin ich sehr zufrieden mit dieser Zeit. Diese war aber auch nur nebensächlich und interessierte am Ende nur mich persönlich. Der Lauf war klasse!

 


Siegerehrung & Podersdorfer Wiesn´

Am Ende war ich dann doch zufrieden und froh über meine X Crossrun Medaille. Aber dann hieß es einmal raus aus den nassen Klamotten. Der Wind hatte doch zugenommen und ich wollte mich auf keinen Fall erkälten. Also ab unter die Dusche umziehen und die Zeit bis zur Heimreise noch genießen. Und das tat ich dann auch. 

Frisch geduscht und umgezogen kam ich gerade noch Rechtzeitig bei der Siegerehrung im Festzelt der Podersdorfer Wiesn an. Aber interessanter fand ich die tollen Kostüme einiger Läufer. Ich gönnte mir einen Gerstensaft und mischte mich etwas unter die Leute. Die Stimmung war prächtig und untermalt wurde dies alles mit toller Unterhaltungsmusik. 

Danach packte ich aber meinen Turnbeutel und machte mich auf den Weg zum Bus. Vielen Dank für alles Podersdorf. Wir sehen uns wieder. Und dies war bestimmt nicht mein letzter X Crossrun.

 

Infobox:

X Cross Run
Podersdorf am See

Sportograf.com

Karte:

Semmering Bahnwanderweg

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