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Aufstieg auf den Loser 1.837 m
05.10.2019 21:49


DAS HERZ DES AUSSEERLANDES

 

Wenn ich daran denke, wie klein doch mein Horizont für etwaige Wander- und Bergtouren noch ist, so kann ich sehr dankbar sein, eine naturverbundene und aufgeweckte Partnerin wie Steffi zu haben. Ohne ihre Neugierde und ihrem Bestreben, immer neue Touren zu finden, wäre mir der Aufstieg zum Losergipfel wohl noch sehr lange verborgen geblieben.

Und so wurde die Idee, nach Altaussee zu fahren, um dort eben auf den besagten Loser zu steigen, kurzfristig noch während des Vortages geboren. Mit seinen 1837m gehört er zwar nicht zu den höchsten Gipfeln im wunderschönen Ausseerland, doch sein markanter Felskopf thront über den Altaussee und zieht unfreiwillig die Bergsteiger aus Nah und Fern an. Der Loser ist auch über einen Klettersteig zu erreichen. 

Obwohl man "nur" 5 Kilometer vom Fischerdorf hinauf zum Gipfel marschiert, legt man doch über 1100 Höhenmeter zurück, die man zumindest nicht unterschätzen sollte...

Video:


Öffentliche Anreise -

Steffi und ich reisen also öffentlich mit dem Zug nach Bad Aussee. Gleich beim Bahnhof steigen wir in einen Linienbus ein, welcher zwischen Bad Aussee und dem Zielort Altaussee verkehrt. Auch wenn die Fahrt gerade einmal 10 Minuten dauert, so bekommt man auch vom Bus aus einen tollen Einblick in die Ausseer-Welt.

Beim Parkplatz neben dem Drachenflieger Landeplatz am Fischererfeld steigen wir aus dem Bus und werden sogleich von der traumhaften Kulisse des Altaussees empfangen. Im Westen erblicken wir die mächtige Trisselwand. Im Süden erstreckt sich der Ahornkogel und der Tresselsattel. Vor uns spiegelt sich der wunderschöner Altaussee und hinter uns erwartet uns das Ziel unserer heutigen Tour, nämlich der äußerst markante Felsgipfel des Losers.

Zunächst besuchen wir aber einmal den See. Man kann gar nicht anders, wird man magisch angezogen. Und hier fällt mir ein, dass ich in meiner Kindheit schon mal hier gewesen war. Auch Steffi staunt über diesen herrlichen Ausblick. Nun geht es aber los mit dem Aufstieg auf den Losergipfel. Vorbei an der Pfarrkirche St. Ägid im Fischerndorf, folgen wir nun der Althengasse bis zur Kalvarienberg Kapelle. Ab hier geht es nun durch den Wald immer steiler empor. Wir befinden uns nun auf dem Kilerweg. Schon nach wenigen Metern wird man am sogenannten Wurf mit dem ersten Fernblick belohnt. Zuvor hatten wir den Kielerbach passiert. 

Der Weg wird nun immer steiler und auch die Bodenbeschaffenheit wird grober. Über Wurzelwerk und Gestein erreichen wir dann schließlich die Loser Panoramastraße. Von hier aus können wir unser Ziel erstmals ganz klar vor uns erkennen. Und auch sehen wir, wohin uns der Aufstieg noch führen wird. Zunächst marschieren wir über eine Skipiste bis zur bekannten Loserhütte. Ab hier wird der Aufstieg dann anspruchsvoller. 
 


Nun ist Konzentration gefragt, denn der Steig wird nicht nur steiler, sondern auch felsiger. An vielen Stellen wartet auch kleinster Kies. Jeder Tritt sollte also dennoch wohlüberlegt sein. Die ersten Meter steigt man noch durch ein kleines Waldstück empor, dann wartet ein ausgesetztes, mittelschweres, Terrain. 

Langsam und überlegt steigen wir nun also weiter nach oben. Der Losergipfel ist nun zum Greifen nahe. Die felsige Nase sieht auf den Fotos eher klein aus, doch das Ungetüm ist gewaltig groß, wenn es sich in natura vor einem erstreckt. Nach einigen Felsblöcken und überwundenen Gestein finden wir uns beim Sechserfleck wieder. Schon hier könnte man die wunderbare Aussicht genießen, doch verweilen sollte man hier eher nicht. 

Nach weiteren mühevollen Höhenmetern schreitet man nun in eine kleine aber längere Almschneise zwischen dem Loser- und dem Hochangergipfel. Das kleine Tal hat hier eher die Form eines Sattels, durch den man zunächst schreitet. Dann hat man die Wahl, auf welchen Gipfel man nun steigen möchte. In der Tat sind beide Gipfel, also Loser und Hochanger, gleichgroß. Bekannter und aussichtsreicher ist natürlich der Loser. Darum steigen wir zu diesem Gipfel auf. 

Über einen spärlich begrasten Kiesboden schreiten wir nun über den Bergrücken immer weiter hinauf, bis wir schließlich dann vor dem Gipfelkreuz des Losers auf 1.837 Meter stehen. Der absolut unbeschreiblich schöne 360° Ausblick über das Ausseerland verschlägt uns die Sprache. Man weis gar nicht in welche Richtung man starren soll. Von der Nordfront des Gipfels sollte man sich jedoch fernhalten, denn hier wartet ein gut 300 Meter steiler Abgrund. Diese Wand sollte man nur geübt und mit der optimalen Ausrüstung empor klettern. 

Das Muster des Gipfelkreuzes erinnert sehr stark an jenes des Schneebergs. Die Aussicht ins Tal nach Altaussee ist einfach grandios. Wir genießen diese Momente und gönnen uns eine wohlverdiente Jause, die wir uns selbst mitgenommen hatten. Letztendlich machen wir uns wieder auf den Weg ins Tal über denselben Weg, so wie wir aufgestiegen waren. 

Ich war sehr beeindruckt von dieser kurzen aber knackigen Tour und bin sehr froh und dankbar, dass Steffi diese grandiose Idee hatte.

 

Infobox:

Loser
Altaussee

Bad Aussee

 

Karte:

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