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ich, am Weg

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Cesta SNP-ET1/ Devin - Bratislava
25.03.2019 19:41

CESTA HRDINOV SNP - Der Weg der Helden

01. Etappe:  von Devín nach Bratislava/Kamzík (22 Kilometer)
Datum: 23.03.2019


Was ist "Der Weg der Helden" ?

1944 wurde der Aufstand aus Teilen der slowakischen Armee, unter Präsident Josef Tiso,  gegen die Deutsche Wehrmacht niedergeschlagen. Noch heute ist daher der 29. August, als Jahrestag des Slowakischen Nationalaufstandes, ein Staatsfeiertag in der Slowakei.

Zum 40-jährigen Gedenken dieser Helden wurde 1984 ein Fernwanderweg durch die Slowakei installiert und eröffnet. Die korrekte Bezeichnung lautet Cesta hrdinov Slovenské národné (Weg der Helden des Slowakischen Nationalaufstandes). 

Obwohl der slowakische Wanderverband (KST) den Weg der Helden mit dem E8 (europäischer Fernwanderweg) gleichsetzt, weichen beide Wege an einigen Stellen etwas ab. Der rund 760 Kilometer lange Wanderweg führt durch die kleinen und weißen Karpaten sowie durch den Nationalpark Große Fatra und die niedere Tatra. Am Ende einer langen Reise erreicht man schließlich den Dunklapass an der Grenze zu Polen.

Video zu dieser Tour:


Meine Geschichte zu dieser Etappe:


Als kleiner Slowakei-Fan hatte ich schon länger geplant die kleinen Karpaten zu erwandern. Seit ich vom Weg der Helden erfahren hatte, hat mich dieser gefesselt und nicht mehr losgelassen. Und so plante ich den Abschnitt Bratislava bis Trencín Mitte April in einem Stück zu erwandern. Der offizielle Start dieser Tour ist jedoch in Devín, an der österreichisch-slowakischen Grenze.

Meine Planung begann bereits mit der Beschaffung mehrerer Karten aus diesen Regionen, sowie dem Outdoorbuch "Weg der Helden" von Jörn & Petra Kaufhold. Auch neues Wanderequipment hatte ich mir besorgt. Da die Wetterlage Ende März schon warme Tage zuließ, beschloss ich den Start dieses Projektes, die 1. Etappe von Devín nach Bratislava/Kamzik gesondert zu erwandern. Dabei fragte ich meinen Bruder Thomas (Blog: Noch lange nicht genug), ob er mich hierfür begleiten wollte. Und das ließ er sich dann nicht nehmen. So betrat ich die große Bühne der Cesta SNP am 23. März 2019. Jede Reise beginnt mit dem ersten Schritt.

Leider kamen wir zu früh in Devín an, weshalb wir nicht das Innenleben der Burgruine erleben durften. Doch schon von draußen machte sie einen imposanten Eindruck. So wanderten wir durch Devín hindurch und stiegen fortan bergauf. Nach einigen, relativ steilen, Höhenmetern erreichten wir auch schon einen schönen Aussichtspunkt kurz vor dem Gipfel des Devínska Kobyla, dem höchsten Berg Bratislavas. 

Nach einer kurzen Rast und Aussichtsgenuss marschierten wir weiter um den Gipfel herum. Dabei betraten wir das Naturreservat der Thebener Karpaten. Der Abstieg über die Anöhen Dúbravska hlavica und Svábsky vrch ist ebenso ein Genuss und führte und schließlich in das altmodische Stadtviertel Karlova Ves. Hier hat man wirklich noch den Eindruck, Teil des Ostblocks zu sein, ohne das negativ bewerten zu wollen. Die Wohnsiedlungen sowie das Studentenheim weisen zumindest äußerlich Zustände auf, die man sich in unserem Land kaum vorstellen könnte. Betritt man jedoch das danebenstehende Einkaufszentrum Galéria Cubicon, dann wird einem wieder die große Moderne präsentiert. Kurios! Auch hier legten wir eine weitere kleinen Pause zur Stärkung ein.

Weiter ging es dann mit der Überquerung der Autobahn und dem Aufstieg zum Kriegerdenkmal Slavin, welcher sich als der anstrengendste Teil der Strecke herausstellen sollte. Die schmale betonierte Straße hinauf ist ziemlich steil und wirkt beim ersteigen endlos. Beim Kriegerdenkmal angelangt, werden wir aber für all unsere Mühen belohnt. Die Aussicht auf die Altstadt Bratislavas sowie weit ins Landesinnere ist wahrlich ein Genuss. 
Dem Weg der Helden folgend erreichten wir nun den Stadtpark Horský Park, welcher sich als angenehmer Erholungswald entpuppt. Hier kann man sich zur Ruhe und Erholung ebenso zurückziehen, sowie seinem sportlichen Drang nachkommen. Fitnessparcours sind genau so dort installiert wie Infoschilder zur Vegetation.

Am Ende unterwanderten wir noch eine der ältesten Eisenbahnbrücken der Slowakei und marschierten schließlich dem Kamzik empor. Auch hier müssen wir wieder einige Höhenmeter zurücklegen, welche aber nicht mehr so anstrengend wirken, wie noch auf den Devínska Kobyla. Bei der Erholungswiese americke namastie machen wir noch eine letzte kleine Rast, ehe wir die letzten Meter zum Sendeturm am Kamzik wandern. An diesem herrlichen Tag ist aber zu viel los, so das man bereits im Foyer des Turms warten muss, bis Plätze im Turmcafé frei werden. So beschließen wir uns zu der großen Erholungswiese am Kamzik zurückzuziehen, um die letzten Sonnenstrahlen des Tages zu genießen, ehe der Abend ins Land zog. Am Ende fuhren wir mit dem Bus zurück nach Koliba und marschierten von hier aus zum Hauptbahnhof in Bratislava. 


Highlights dieser Etappe:

 

Burg Ruine Devín

An der westlichen Grenze zu Österreich thront hoch auf einem Felsen die mächtige Theben. Sie blick direkt auf den Donaustrom und die einmündende March hinab. Sie entstand bereits um 700-800 herum und ist für die Slowakei in Sachen Identität von wichtiger Bedeutung .
Der Name Devín ist aus dem Mittelalter Dowina abgeleitet. Aber viele erklären sich den Namen auch aus dem Wort "deva", was soviel bedeutet wie "Mädchen" oder "Magd". Im Jahr 1961 wurde die Ruine zum Nationaldenkmal erklärt.

 


Aufstieg und Rast am Devínska Kobyla (514 m)

Dieser Kalkberg ist die höchste Erhebung Bratislavas und Teil der kleinen Karpaten. Vom Gipfel hat man eine herrliche Aussicht bis weit hinein nach Österreich und die Umgebung Bratislavas. Das Gebiet um den Berg ist als Naturreservat Thebener Kogel bekannt und steht somit auch unter Naturschutz. Vor dem Gipfel gibt es einen schönen Rastplatz mit einem Schutzdach sowie Feuerstelle für mögliches Biwakieren.

 


Naturreservat Devínske Karpaty -
Abstieg über Dúbravská hlavica und Svábsky vrch

Natürlich hat dieser Abschnitt im südwestlichen Teil der kleinen Karpaten seinen Namen von Devin. Seien Grenzen findet es durch das Marchtal samt gleichnamigen Fluss, sowie das Donautiefland im Osten und der Donau im Süden. Außerhalb der herrlichen Wälder findet man schöne Weinfelder sowie das bedeutsame Weinbaugebiet Malokarpatská vinohradnícka oblast.


Der Stadtteil Karlova Ves

Zwischen den Thebener und den kleinen Karpaten liegt dieser, eher in die Jahre gekommener, Stadtteil im Westen Bratislavas. Bereits im 9. Jahrhundert entstand hier die erste Siedlung. Der Hauptteil erstreckt sich im Tal des ehemaligen Baches Karloveský potok. Am Weg der Helden kommt man auch in das östlich gelegene Stadtviertel Mlynská dolina. Auch hier schien die Zeit stehen geblieben zu sein. Dennoch hat dieser Stadtteil seinen Charme.


Das Kriegsdenkmal Slavin

Dieses Kriegerdenkmal sowie Friedhof thront hoch über der Altstadt Bratislavas und wurde zu Ehren der Sowjetsoldaten, die im zweiten Weltkrieg und der Eroberung Bratislavas fielen, erreichtet. Entworfen hat es der Künstler Ján Svetílk in den Jahren 1957 bis 1960. Von hier aus hat man einen wunderschönen Überblick über die Altstadt Bratislavas bis weit in das östliche Landesinnere. Es besteht aus einer Ehrentreppe, Friedhof und einer zentralen Ehrenhalle.


Der Horský Park und das alte Forsthaus

Die schöne Parkanlage gehört zum Stadtteil Staré Mesto in Bratislava. Angelegt wurde der Park bereits 1868 unter dem Bürgermeister Heinrich Justi im vorhandenen Buchen- und Eichenwald. Ihm ist auch ein steinernes Denkmal im Parkzentrum gewidmet. Er dient als Sport- und Erholungsgebiet. Am nordöstlichen Rand befindet sich auch das beliebte über 130-jährige Forsthaus als kulinarischer Anziehungspunkt.


Wegpunkt Pri Cervenom moste und der Wanderturm

Nach der Cervený most, einer der ältesten Eisenbahnbrücken der Slowakei, folgt schließlich der Aufstieg auf den Kamzik (deutsch: Gämsenberg). Kurz vor dem höchsten Punkt, dem Sendeturm, gelangt man noch zur Wiese americke namastie. Dort steht seit einiger Zeit nun auch ein hölzerner Aussichtsturm. Diese Wiese dient aber auch zur Erholung der Bevölkerung Bratislavas sowie als Biwakplatz für Wanderer am E8 oder am Weg der Helden.


Fernsehturm und Rastplatz am Kamzík

Man sieht ihn schon in weiter Ferne. Der Fernsehturm Bratislava ist bis zur Spitze bereits 200 Meter hoch und steht bereits auf dem 433 Meter hohen Kamzik. Er beinhaltet ein Restaurant sowie ein Café sowie einen herrlichen Rundumblick über das Land. Gemeinsam mit dem Bratislava Sessellift, der Sommerrodelbahn, Gasthäusern und einer großen Erholungswiese, bietet er das beliebte Ausflugsziel am Gämsenberg, der auch mit dem Bus erreichbar ist.


Karte der 1. Etappe:

Vertical Up Kitzbühel 2019
Bratislava Halbmarathon 2019

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