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St. Pölten RWW 455 - Rotheau - Böheimk.
25.05.2020 10:10

 

DAS ALPENVORLAND IN SEINER PRACHT ERLEBEN...

 

AUF DEN SPUREN VON FRANZ CZERMAK

Der heute leider ehemalige St. Pöltner Rundwanderweg mit der Nummer 455 wurde schon Ende der 70er Jahre vom Obmann des St. Pöltner Heimatvereins Franz Czermak in Zusammenarbeit mit dem IVV und dem österreichischen Alpenverein ins Leben gerufen und wurde in den 80er Jahren auch mehrmals adaptiert. 

Ziel war es damals, dem motivierten Wanderer die Heimat von Franz Czermak, also St. Pölten, näherzubringen. Heute ist der schöne ca. 125 Kilometer lange Rundwanderweg nicht mehr offiziell gelistet. Nur noch alte Tafeln und verwaschene Markierungen erzählen von seiner einstigen Geschichte. 

Sehr schade, denn in 4 Etappen aufgeteilt, bietet jede Etappe tatsächlich eine eigene Charakteristik. Vom hügeligen Alpenvorland bis zu den weiten Feldern im Norden, der Wanderer erlebt eine Achterbahn der Wanderlust.

Karte:


Abschnitt Rotheau bis Wilhelmsburg (ca. 7 km - 315 hm hoch - 330 hm ab)

Wir setzen nun den ehemaligen St. Pölten Rundwanderweg 455 bei der Bustation Rotheau/Traisen Ortsmitte fort und marschieren sogleich östlich zur Mariazeller Bundesstraße. Diese überqueren wir und marschieren die Straße weiter entlang bis wir die Brücke über die Traisen erreichen. Auch diese übersetzen wir und gelangen so zum stillgelegten Bahnhof Rotheau-Eschenau. 

Hier orientieren wir uns nun auf den Waldmarkweg, der recht gut beschildert ist. Wir wandern also rechts bergauf an einem kleinen Hof vorbei und gelangen so gleich über einen versteckten Karrenweg durch den Wald immer weiter hinauf. Wir erreichen so eine größere Weidefläche, welcher wir noch am Waldrand hinauf folgen. Wir kreuzen einige Waldpfade, doch wir halten uns am Waldmarkweg und wandern vorsichtig durch die abgezäunte Weidefläche hindurch, die man aber mittels hölzernen Zutrittszaun betreten und verlassen kann. An der nächsten kleinen Waldlichtung angekommen, folgen wir dem Pfad weiter rechts hinauf, ehe wir nach ca. 320 Höhenmetern den großen Bauernhof von Stadelböck erreichen. Hier verlassen wir nun den Wald und gehen auf einer betonierten Straße weiter bis zum Hof. Wir befinden uns nun auf einen offenen herrlichen Wiesenplateau, marschieren so durch den Hof und daran links vorbei, und genießen die prachtvolle Aussicht in den Norden und Westen des Landes. Es gibt auch eine kleine Kapelle und die Möglichkeit zu rasten.

Weiter geht es entlang der Rametzstraße bis wir zu einer Abzweigung kommen, wo die Straße rechts auf das Gugerl und hinab entlang des Traisentaler Rundwandwanderwegs führt. Wir folgen aber dem Straßenverlauf, marschieren durch ein kleines Waldstück und  gelangen danach zum Hof mit dem Namen "Am Waldreich". Wir befinden uns nach wie vor am Waldmarkweg. Von nun an bleiben wir auf der Rametzstraße und steigen somit vom Altenburgerberg nach Wilhelmsburg hinab. Im Wald an der Ramnetzsiedlung, direkt an der Straße, gelangen wir noch zu einer modernen Kapelle. Wenig später stehen wir dann auch schon beim Bahnhof Kreisbach bei Wilhelmsburg. 

Achtung:
Nur wenige Schritte nach dem Bahnhof gelangt man über die Kreisbachstraße, über die Traisen hinweg, zu einer Shoppingmeile. Sofern möglich, bietet sich hier noch einmal die Gelegenheit für Proviant. Abgesehen von der Ochsenburgerhütte (wird gleich erwähnt), gibt es im weiteren Verlauf bis zum Hegerberg keine Einkehrmöglichkeiten mehr! 

 

Traisen / Blick auf den Muckenkogel

Hof an der Steinwandleiten

Kreuz an der Rametzbergerstraße

Marterl bei Kreisbach

Blick auf den Hügel bei Altenburg

Blick auf den Hügel von Altenburg

Blick auf Wilhelmsburg und Köpelberg

Traisen in Wilhelmsburg


Abschnitt Wilhelmsburg bis Wald (ca. 8,5 km - 300 hm hoch - 290 hm ab)

Beim Bahnhof Kreisbach angelangt, überqueren wir die Kreisbacherstraße und folgen dem Weg weiter, direkt am Bahnhof vorbei, an der Pestalozzigasse, welche aber gleich in die Dingelbergstraße übergeht.  Wir folgen nun dem 404 Wienerwald Rundwanderweg und dem 04 Voralpenweg. Wir folgen der Dingelbergstraße leicht ansteigend, bis diese eine Rechtskurve einlegt. Hier marschieren wir aber geradeaus weiter über einen Karrenweg, der an einer großen Wiese entlang einer Baumzeile weiterführt. Von nun an geht es steiler bergauf. Kurz bevor wir in einen Wald eintreten, erreichen wir noch ein kleines Häuschen. Der Weg wird nun schmäler. Etwas weiter später kommen wir an einem Holzkreuz samt Holzbänken vorbei, auf welchen man sicherlich auch gut rasten kann.

Hier kreuzen nun einige kleine Pfade, doch die Markierungen der Weitwanderwege sind relativ gut ersichtlich. Diesen folgen wir weiter. Nach ca. 2,5 km und 220 Höhenmetern erreichen wir einen kleinen Bergrücken. Dort steht ein steinernes Kreuz und ein kleines hölzernes Haus. Hier hat man eine tolle Aussicht auf den Südwesten und auch der Ötscher lässt sich heir blicken. Auch kann man noch einmal zurück auf den Altenburgerberg schauen. Wir folgen dem Höhenrücken, der auch Kreisbachtal genannt wird, weiter hinauf und erreichen wenig später schon die schöne Ochsenburgerhütte auf der Rudolfshöhe. Spätestens hier sollte man, wenn möglich, noch einmal seine Energiereserven auffüllen, ehe man weiter in den Osten marschiert. 

Es folgt nun einer der schönsten Wegstrecken entlang des gesamten St. Pöltner Rundwanderwegs. Wir marschieren weiter entlang des Höhenrückens, welcher in den Norden hin zumeist bewaldet ist, jedoch im Süden in einem Wiesenhang abfällt. Somit hat man stets einen schönen Blick in das Tal des Kreisbachs. Etwas später kommen wir an einer weiteren Holzbank an einem großen Baum vorbei, wo man ebenfalls noch einmal rasten kann. Nach einigen schönen hügeligen Wiesen erreichen wir schließlich den Draxelhof. Hier muss man dann gut aufpassen. Wenige hundert Meter nach dem Draxelhof verlassen wir die asphaltierte Straße und marschieren zunächst nur einige Meter links davon auf einem Waldweg mit. Dieser fällt dann aber links ab und wir gelangen zu einer Lichtung, wo die Wiese ebenfalls abfällt.

Achtung:
Der Weg ist hier nicht so gut ersichtlich. Wir folgen dem Waldrand an der Wiese hinab und erblicken dann am Ende ein kleines Holzkreuz an der rechten Seite. Obwohl es hier keine Markierung gibt, muss man zu diesem Holzkreuz hin marschieren. Erst dort daneben führt ein winziger Weg in den Wald hinein, der aber danach gleich wieder breiter wird. Trotzdem ist der Einstieg nicht immer gleich sofort zu finden. 

Weiter Vorsicht! Der Weg durch den Wald, und danach durch ein geschlägertes Feld, geht es ziemlich ruppig und steil bergab. Unten angekommen, führt ein ziemlich ungemütlicher Karrenweg mit tiefen Furchen weiter durch den Wald. (Vor allem nach Regentagen sehr schwer begehbar - so erlebt am 04 Voralpenweg in die entgegen gesetzte Richtung) 

Am ungemütlichen Weg müsst ihr dann bei der nächsten Kreuzung rechts abbiegen und gelangt dann wenig später auf eine schon etwas bequemere Forststraße. Diese führt Euch dann in einer kleinen Serpentine hinab in den kleinen versteckten Ort Wald, welcher Perschlingtal Bundesstraße und dem Perschlingbach liegt. 

 

Rastplatz und Holzkreuz am Köpelberg

Rastplatz an der Wiese vom Kopelberg

Weg am Kreisbachtal

Abstieg durch den Probstwald

Blick zurück auf den Ötscher

Ochsenburgerhütte

Blick zurück auf das Kreisbachtal

Schloss Wald


Abschnitt Wald nach Fahrafeld (ca. 6 km - 110 hm hoch - 160 hm ab)

So erreichen wir also den kleinen Ort Wald und befinden uns nun auf der alten Poststraße. Diese marschieren wir nun bis zur besagten Perschlingtalstraße. Diese überqueren wir und sehen auf der linken Seite eine Holzbank im Stein neben einem Kriegerdenkmal. Hier kann man rasten und die energetischen Batterien aufladen für den nächsten Aufstieg. Wir halten uns weiter am 404 Wienerwald Rundwanderweg und am 04 Voralpenweg und marschieren die Straße weiter. Wenige Schritte später stehen wir im Schlosshof. Links von uns erkennen wir gleich das schöne Schloss von Wald. Vor uns steht die Pfarrkirche des Ortes. Um diese gehen wir herum und können uns noch an den alten Bauten des Schlosshofes erfreuen.

Achtung:
Nach dem Schlosshof gabelt sich die Forststraße in zwei Richtungen. Es gibt dort leider keine Markierung. Steigt nicht die seicht aufsteigende Forststraße hinauf, sondern haltet Euch zunächst links und folgt der leicht nach rechts geschwungenen Waldstraße. Wenig später seht Ihr auch schon wieder eine Markierung. Beide Forstwege werden nämlich später durch einen Graben getrennt. 

Wir folgen also der richtigen Forststraße, welche uns später ebenfalls leicht aufsteigend direkt in den Kyrnberger Wald hinein führt. Rechts von uns befindet sich zunächst der besagte Graben des Heidriegels. Unser Forstweg macht auf dem Weg nach oben eine S-Kurve und wir befinden uns dann schnell am höchsten Punkt dieses bewaldeten Bergrückens. Wir haben wieder 100 Höhenmeter zurückgelegt.  Nun folgt ein entspannter gerader Weg entlang des nun begrünten Forstweges. Wir folgen diesem Weg später nach links, stärker abfallend, bis zu einer Kreuzung, wo wir dem Weg dann nach rechts weiter hinab ins Tal folgen. Der Weg bleibt entspannt und wir marschieren immer weiter sanft hinab bis wir zu einem kleinen, fast schon versteckten, Bildstock gelangen. Dieser befindet sich schon in der Steinbachsiedlung, welche wir sogleich erreichen. Wir verlassen den Wald und gelangen so auf eine asphaltierte Straße. 

Gerade vor uns tut sich bereits der bewaldete Westhügel des Hegerbergs auf. Die Antenne der Sendeanlage ist gut zu erkennen. Dennoch folgen wir der Straße immer weiter in das Tal hinab, bis wir schließlich in der länglichen Ortschaft Fahrafeld ankommen. Wir erreichen nun die Haupt- und Bundesstraße und stehen vor dem Perschlinghof.

Blick zurück auf den Probstwald

Bildstock bei Steinbach

Blick auf die Westseite des Hegerbergs

Wegweiser in Fahrafeld

Marsch durch den Kyrnberger Wald

Baumgartensiedlung

Fahrafeld

Blick zurück auf Fahrafeld


Abschnitt Fahrafeld nach Kasten in Böheimkirchen (ca. 6,5 km - 380 hm hoch - 390 hm ab)

An der Bundesstraße angekommen, wenden wir uns kurz nach rechts und gleich wieder nach links und übersetzen eine kleine Holzbrücke übe den Michelbach. Auch hier finden wir wieder genug Wegmarkierungen, an denen wir uns orientieren können. So auch die Wege 404 und 04, denen wir auf den Hegerberg hinauf folgen. 

Zunächst marschieren wir links an einer Weidewiese am hügeligen Waldrand entlang, ehe wir nach links einschwenken und wir den Einstieg in einen Waldsteig erkennen. Diesen gilt es nun zu bewältigen. Zunächst ist es ein normaler Waldsteig, der später etwas wilder erscheint. Dennoch ist er ausreichend markiert und man findet sich zurecht. Am Ende des Waldpfades, nach ca. 230 Höhenmetern, steigt man hinaus auf die wunderschöne Blumenwiese des Kronbergs. Ein Wiesenpfad führt uns direkt zu einem großen Baum mit einer schönen Holzbank zum Rasten. Hier bietet sich eine wunderschöne Aussicht auf das Wald- und Weinviertel. An schönen Tagen kann man sehr weit ins Landesinnere blicken. Eine Pause hier bietet sich regelrecht an. 

Weiter geht es am Kopf der Blumenwiese und wir treten wieder in den Wald ein und folgen dem Pfad. Es geht wieder stetig bergauf. Nach 1,5 Kilometern und weiteren 140 Höhenmetern erreichen wir aber das Gipfelkreuz des Hegerbergs sowie die Johann Enzinger Hütte, welche gleich daneben steht. Wer am Kronberg noch nicht gerastet hat, kann sich hier nun mit einer tollen Einkehr samt wunderbarer Fernsicht belohnen. Die Aussicht erstreckt sich vom Südosten, wo man den Schöpfl erkennt, über den Nordosten hinaus bis ins Tullnerfeld und weiter. Wir verlassen nun die Weitwanderwege 404 und 04.

Weiter geht es nun in den Norden. Mann entweder noch vor dem Johann Enzinger Haus nach links abbiegen oder einmal um das Haus herum, wo die Wege wieder zusammen finden. Hier wandern wir entlang der Wiese bzw. Skipiste hinab und kommen auch gleich am Skilift vorbei. Ein kleiner Waldsteig führt uns weiter hinab, bis wir eine Forststraße erreichen. Dieser folgen wir dann nach links und treten hinaus auf einer weitere große Wiesenfläche. Am Ende der Wiese, vor einem Waldstück, gibt es noch einmal eine Rastmöglichkeit. Weiter geht es entlang des Wegs hinunter und wir kommen an einem Bauernhof vorbei. Wenig später zweigt ein Weg nach links ab, welcher ebenfalls nach Böheimkirchen führt. Wir bleiben aber auf der asphaltierten Straße und steigen weiter hinab, bis wir schließlich den Stössingbach erreichen. Nach ca. 380 Höhenmetern hinab sind nun in Kasten bei Böheimkirchen angelangt. 

Aufstieg auf den Kronberg

Blick in Richtung Waldviertel vom Kronberg

Gipfelkreuz am Hegerberg

Rastplatz im Wald vom Eibenhof

Blumenwiese am Kronberg

Aufstieg auf den Hegerberg

Blick vom Johann Enzinger Haus

Blick auf Kasten bei Böheimkirchen


Abschnitt Kasten bei Böheimkirchen nach Böheimkirchen (ca. 7 km - 35 hm hoch - 60 hm ab)

Nachdem wir also den Güterweg Lielach ins Tal nach Kasten gefolgt sind, stehen wir nun vor einer Wegkreuzung. Rechts führt eine Brücke über den Stössingbach direkt in den Ort Kasten hinein. Es gibt nun zwei Möglichkeiten, den Weg weiter zu folgen. Entweder man übersetzt die Brücke und hält sich gleich darauf links entlang des Radwegs. Man marschiert hier unmittelbar neben dem Bach. Man gelant dabei zur Bachschenke, wo man sich noch einmal richtig Stärken kann. Oder man hält sich an der Wegkreuzung links am Güterweg Hummelberg, bis man einen Bildstock erreicht, und dann rechts entlang einer Wiese. Beide Wege führen entlang des Bachs und führen später nach einer Brücke wieder zusammen. 

Wir folgen weiter dem Stössingbach bis wir später den Zulauf des Michelbachs vorfinden, welcher nach Fahrafeld führt. Schließlich erreichen wir den Ort Furth und das Gasthaus zu den Linden. Dort treffen wir auf die Dreikreuzstraße, welcher wir nun links über den Michelbach folgen. Gleich drauf marschieren wir rechts weiter entlang des Radwegs. 2 Kilometer lang folgen wir dem Michelbach nun zwischen Eichberg und den Feldern von Siebenhirten und gelangen so in das kleine Plosdorf. Dort fällt uns gleich die Unterführung der Westautobahn auf. Wir bleiben am Radweg neben dem Michelbach, untersetzen die Autobahn, und gelangen wenig später zur Eisenbahnunterführung. Auch diese untersetzen wir und marschieren weiter bis wir den Stadtpark von Böheimkirchen erreichen.

Wir haben Böheimkirchen nun erreicht. Man kann nun entweder den Park entlang marschieren bis zur untern Hauptstraße, danach links halten bis zum Bahnhof. Oder man biegt im Park nach links ab, steigt einen etwas steileren aber kurzen Weg hinauf bis zur Pfarrkirche Böheimkirchen und marschiert dann über die untere Hauptstraße bis zum Bahnhof.

Die Etappe ist jedenfalls geschafft! 

Kasten bei Böheimkirchen

Stössingbach kurz vor Furth

Michelbach nach Furth

Kirche in Böheimkirchen

Brücke über den Stössingbach

Furth

Autobahnunterführung bei Plosdorf

Bahnhof in Böheimkirchen


An- und Abreise:

Rotheau: Buslinie 690 und 694 (Rotheau/Traisen Ortsmitte)

Böheimkirchen: Wien Westbahnhof / regelmäßiger Zugverkehr


Zeitzeugen des ehemaligen Rundwanderwegs:


Karte:


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