Johannesweg 3/3

Veröffentlicht am 21. April 2019 um 22:10

Von St. Leonhard bei Freistadt nach Kaltenberg
26 Kilometer - 815 Höhenmeter auf - 815 Höhenmeter

Der letzte Tag bzw. die letzte Etappe stehen auf dem Programm. Das große Finale. Und es sollte vieles noch parat halten.

Bereits um kurz vor 8 Uhr morgens stehe ich schon wieder, vom Shuttleservice wohlbehütet hergebracht, vor der Kirche in St. Leonhard bei Freistadt. Alles schläft noch. Auch Jasmin und Pauli sind wohl noch eher am Frühstücken. Leider muss ich heute einen ganz bestimmten Bus in Kaltenberg erwischen, was bedeutet, dass ich mich heute ein klein wenig ran halten muss. Nicht tragisch, aber ich sollte doch vorankommen. Und so starte ich in diese letzte Etappe.

Vom Marktbrunnen aus marschiere ich zunächst östlich hinauf auf den Predigtberg. Der Weg führt jedoch nicht nach oben, sondern seicht nördlich daran vorbei. Und schon wartet das erste kleine Highlight, nämlich die Bründl-Kapelle. Von hier aus sieht mehr wunderschön auf den Haiderberg, dorthin wo mich der Weg noch führen sollte. Zunächst geht es aber noch hinab zur Bundesstraße und dem Einsiedlerbach. Beim Pfeffer-Hof geht es dann am Pechölstein vorbei hinauf durch den Wald. Hier meldet sich dann Jasmin zu Wort. Sie und Pauli sind gerade losmarschiert.

Bevor es dann endgültig zur Haiderberg Schleife geht, warte ich auf die beiden und gemeinsam setzen wir dann unsere Tour fort. Die Schleife um den Haiderberg verläuft nur durch den Wald und bringt eine sehr schöne Fernsicht mit sich. Letztendlich kostet dies auch nur einen Kilometer mehr zum Marschieren und zahlt sich aus. Am Seitenrücken des Hirschensteins geht es nun weiter durch den Wald hinab, bis wir eine Straße und wenig später den kleinen Ort Langfierling erreichen. Der Ort ist eher eine kleine Siedlung, liegt aber wunderschön auf einem Wiesenrücken mit fantastischer Aussicht.

Weniger spektakulär ist nun der weitere Weg. Wir wandern entlang der Straße hinab. Erst vor dem Waldfeld-hof biegen wir nun rechts ab und wandern weiter am Strassreither Güterweg. Wenig später erreichen wir den tollen Naturwald am Kasbach. Hier gibt es einige kleine Wanderwege rund um den Galgen von Weitersfelden. Es handelt sich tatsächlich um einen Galgen, der auch eine dementsprechende gruselige Geschichte hinter sich hat. Am Ende des Denkmalweges folgen wir nun der Straße hinab bis zur Kreuzung am Rabenberg. Von hier aus folgt nun der kleine Anstieg hinauf nach Weitersfelden.

Doch nicht über die Bundesstraße, sondern über einen netten, extra angelegten Waldpfad vorbei an dem Waldaistbach. Oben angekommen, sind wir nun endlich in Weitersfelden. Etwas weiter im Ort gibt es auch einen Lebensmittelladen. Also versorgen wir uns einmal ordentlich und rasten auch einige Minuten. Im Anschluss geht es dann östlich durch den Ort, ehe wir ihn verlassen und über eine große Wiese stetig bergauf wandern. Dabei kommen wir auch am Naturkino (ein Holzbilderahmen mit Blick auf Weitersfelden) vorbei. Nach einiger Zeit kommen wir bei der kleinen Siedlung Nadelbach an, wo auch eine gut aussehende kleine Kapelle steht. Über einen Güterweg geht es dann wieder durch ein schönes Waldgebiet.

So wandern wir eine Weile dahin, ehe wir nach einiger Zeit beim Biohof Thauerböck stehen. Dort befindet sich auch die Schnappsrast. Für eine freie Spende können hier diverse Schnapssorten verköstigt werden. Es gibt auch einen Bioladen direkt vor Ort. Nach einer kurzen Rast geht es auch schon wieder weiter und wir können aus der Ferne das nächste Highlight vor uns erkennen. Nämlich die höchste Stelle am Johannesweg, dem Kammererkreuz auf 980 Meter. Doch bevor wir die Aussicht hier genießen können, folgt noch ein stetiger Aufstieg. Doch es lohnt sich sehr. Oben steht ebenfalls eine schöne kleine Kapelle, welche man auch besuchen sollte, wenn man hier vorbeikommt.

Nach einer weiteren Pause steigen wir also wieder vom Kammererkreuz hinab und erreichen die Bauernsiedlung am Silberberg. Hier lebt ein Johannesweg bekannter Hund, der Erzählungen nach Runden mit Wanderern mitgegangen sein soll. Mit uns will er aber nur 100 Meter mitgehen, ehe er uns bellend verjagt. 
Beim Absteigen vom Silberhof treffen wir auf eine wandernde Familie, die ebenfalls mit Hund unterwegs sind. Mir sind diese nicht fremd, denn sie waren im selben Shuttle mach St. Leonhard gefahren, wie ich. Und so marschieren wir jetzt als größere Wandergruppe gemeinsam weiter, dem bzw. meinem Ziel entgegen.

Nun geht es nur noch südlich hinab durch den Wald und weitere offene Wiesen. Beim Höllenbach kommen wir auch an der Kneipp-Anlage vorbei. Danach erreichen wir die Straße von Weidenau, welcher wir nun eine Weile folgen müssen. Hier wandern wir durch ein kleines Tal hindurch, ehe wir einen weiteren Hof erreichen und uns der Weg nun abseits der Straße, weiter hinauf führt. Am Ende erreichen wir den Norden von Kaltenberg, wo uns die Ortsstraße direkt hinauf zum Gasthaus Neubauer. Somit habe ich den Johannesweg gefinisht. Hier muss ich mich auch von Jasmin und Pauli verabschieden, welche noch nach Unterweißenbach weiter wandern müssen. 

Mein Fazit:

Auch diese Etappe weis zu überzeugen. Gleich der Start hinauf auf den Haiderberg ist bei schönem Wetter ein optimaler Einstieg. Die Haiderbergschleife lohnt sich. Am Haiderberg hat man die Gelegenheit bis ins Alpenvorland und auch zum Dachstein zu blicken. Für einen Kilometer Fußmarsch ist das sicher vertretbar. Auch der Weg nach Langfirling gefällt mir recht gut, auch wenn der Abschnitt dann hinab zum Waldhof entlang der Straße weniger gemütlich ist. Durch den Naturwald entlang des Denkmalweges zum Galgen von Weitersfelden hingegen wird man wieder durch alle schönen Eindrücke des Waldes belohnt. Auch der Aufstieg bei der Waldaist hinauf nach Weitersfelden ist schön angelegt.

In Weitersfelden empfiehlt sich eine Rast, eine Einkehr oder ein Besuch beim Lebensmittelladen. Im Anschluss folgt nämlich ein längerer Marsch bis zum Biohof Thauerböck. Ein Weg, der allerdings wirklich schön in die hügelige Wald- und Wiesenlandschaft hineinpasst. Die Schnapsrast ist eine wirklich gute Idee. Ich würde aber empfehlen, es bei 1-2 kleinen Schnapsproben zu belassen, da sonst der weitere Wegverlauf etwas schwieriger zu gestalten wäre. *gg*

Der Höhepunkt ist bestimmt das Kammererkreuz, der höchste Punkt des Johanneswegs auf fast 1000 Meter. Eine Tafel mit der Erklärung sämtlicher Berge im Süden des Landes gibt einen tollen Einblick, wie weitreichend die Sicht hier ist. Auch ein Besuch in der Kapelle lohnt sich. Im Übrigen ist dies der nördlichste Punkt des Johannesweges. Auch jener Punkt der am weitesten von Pierbach, dem südlichsten Punkt, entfernt ist. 

Der anschließende Weg zurück nach Kaltenberg ist dann schon ein etwas angenehmerer Part. Ganz mutige Wanderer können ihre Füße gerne in der Kneip-Anlage des Höllenbaches abkühlen. Der kurze Aufstieg nach Kaltenberg ist etwas knackig, aber auf jeden Fall zu meistern. Der Ort Kaltenberg liegt so schön auf einer Anhöhe, dass man eine tolle Sicht auf den Osten und Süden des Landes hat. Somit kann man von hier auch die Hälfte des Johanneswegs überblicken. 

 

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