Granitpilgern 2/3

Veröffentlicht am 6. Juni 2019 um 21:00

Von Haslach an der Mühl nach St. Johann am Wimberg
30 Kilometer - 1080 Höhenmeter auf - 855 Höhenmeter ab

Nach einem guten Frühstück in meinem Quartier in Kleinzell, werde ich mit dem Shuttle wieder zurück nach Haslach an der Mühl gebracht, wo ich dann die zweite Etappe am Granitpilgernweg anfangen kann. Los geht es  diesmal beim alten Turm neben dem Kaufmannsmuseum. Hier gehe ich noch einmal zum Hauptplatz und vorbei an der Pfarrkirche St. Nikolaus, ehe ich mich dann südlich talwärts zum Nebenfluss der Großen Mühl begebe, nämlich der steinernen Mühl.

Von nun an folgt über mehrere Kilometer weit eines der schönsten Abschnitte aus meiner Sicht. Der Marsch an der steinernen Mühl ist wahrlich ein Erlebnis. Zuerst erreiche ich die Notarquelle. Nach einer kurzen Straßenübersetzung geht es dann wieder weiter entlang des Stromes durch den Wald und Hügelrücken. Später übersetze ich einige kleine Nebenläufe der steinernen Mühl und bewege mich stets südöstlich weiter. 

Weiter geht es stellenweise vorbei an schöne Felder von Höfen in der Gegend und dann doch wieder ab durch bewaldetes Gebiet. Mal verlässt man die steinerne Mühl und später trifft man sich wieder. Es geht auf und ab. Die Strecke jedoch habe ich wirklich sehr gerne. Etwas weiter kommt man auch an der Kastnermühle vorbei, welche nahe am gleichnamigen Ort Kasten liegt. Am ebenso benannten Güterweg geht es jetzt etwas weiter bergauf durch Wald und über Wiesen. 

Letztendlich treffe ich im Tal von Preßleiten wieder auf die steinerene Mühl und ich durchschreite dieses auch gleich. Bei der Auhäuser Siedlung am Ende des Tals hat man auch freundlicherweise eine Pilgerrast mit Tisch und Bänke erbaut. Nun verlasse ich das Auengebiet und marschiere über eine riesige Waldlichtung hinauf zur Rohrbacher Straße. Dieser folge ich nun weiter nordöstlich hinauf. Erneut trete ich ein etwas breites Tal, welches mich dann auch schon direkt in den, so ziemlich gut versteckten, Ort Helfenberg führt. Bei der Ortsmitte, direkt vor der Kirche, verlasse ich dann die Leonfelder Straße und steige nun aufwärts entlang der Schulstraße.

Weiter geht es aufwärts über den Haassteig worauf ich den Ort Helfenberg auch schon wieder verlasse. Hier treffe ich dann wieder auf die Leonfelderstraße, welcher ich nun direkt in den Norden folge. Nach einigen Schritten verlasse ich diese aber wieder und gelange so in das schöne, ruhige und verträumte Tal der Waldhäuser. Hier gefällt es mir ebenfalls recht gut. Von hier aus startet aber nun der bissige Aufstieg über einen um geackerten Forstweg empor zur Waldkreuzkapelle am sogenannten Kreuzweg. Einige alte Steinklötze und Säulen prägen diesen alten aber schönen Kreuzweg. Letztendlich komme ich mit etwas Mühe oben an. Die Kapelle liegt mitten im Wald und ihre Turmspitze ragt auch kaum aus den Baumkronen empor. Es ist dies der nördlichste Punkt am Grantipilgernweg!

Abwärts geht es nun südöstlich entlang eines noch nicht so alten, sichtlich moderneren Kreuzweg. Erneut und ein letztes Mal übersetzte ich die steinerne Mühl und marschiere nun kurz westlich weiter entlang der Bundesstraße nach Helfenberg. Dort hin gehe ich freilich nicht mehr. Der Weg führt mich schließlich südlich weiter und hinauf auf den Zölsenberg. Auch hier heißt es wieder ordentlich schwitzen. Nun also etwas weiter oberhalb erreiche ich die Siedlung Thumerschlag, welche zwar recht klein, aber dafür sehr lang ausgedehnt an der gleichnamigen Straße verläuft. An einer markanten Kreuzung jedoch biege ich nun links ab und steige hinauf zur Burg Piberstein. Auch hier ist ein wunderschönes Fleckchen Erde vorzufinden. 

Von nun an geht es aber abwärts. Zunächst an den Parkplätzen und der Busstation vorbei hinab durch einen längeren Waldsteig. Doch schon beim Abstieg erkennt man am Nachbarhügel vor einem, wohin der Weg wieder bergauf führen würde. Ich übersetze die Bundesstraße und fange sogleich mit dem prophezeiten Aufstieg, vorbei an den Ahornhöfen, an. Auf dem Weg nach oben überquere ich auch einige kleine Bäche und Flüsse und gelange auf den Güterweg Gassedt. Doch schon bei der nächsten Kreuzung gehe ich weiter entlang des Güterwegs Raid. Wieder geht es kontinuierlich abwärts. Aber am Fuße des Petersbergs angelangt, geht es wieder sofort Berghoch.

Es ist dies für mich der anspruchsvollste Teil. Weniger durch die Schwierigkeit des Weges, sondern durch die ständigen Wechsel der Höhenmeter, die man gehend bewältigen muss. Ich überquere den Hummelmühlbach und steige nun letztendlich wieder hinab bis zum Güterweg Petersberg und weiter abwärts bis zum Güterweg Reisinger. Ab hier folge ich dann wieder der Schnellstraße, welche mich direkt zum Ziel meiner zweiten Etappe führt, nämlich Sankt Johann am Wimberg. Geschafft!

Mein Fazit:

Diese zweite Etappe war für mich persönlich die Anspruchsvollste. Sie hat zwar nicht das schwierigste Wegwegstück, dieses sollte noch auf der 3. Etappe folgen, allerdings in Summe gesehen war das Wechselspiel zwischen bergauf und bergab doch sehr mühevoll. Das Mühlviertel zeigt hier eindeutig seine Zähne. 

Die steinerne Mühl von Haslach nach Helfenberg gehört wirklich zu den schönsten Wegabschnitten entlang dieser gesamten Rundtour. Obwohl es sich teilweise anfühlt wie in Auengebieten, gliedert es sich schön in Wald- und Hügelabschnitte auf. Das macht Spaß und bringt dem Wanderer auch einen Abschnitt voller Ruhe und Entspannung. Die gebaute Pilgerrast bei der Auhäuser Siedlung wird von einer Familie privat betreut. Ich hatte die Gelegenheit mit der Betreiberin ein paar Worte zu wechseln. Die Idee, hier eine Verpflegungsstation zu kreieren, ist insofern gut, als man zwischen Haslach und Helfenberg keine Einkehrgelegenheit hat.

Helfenberg selbst liegt sehr versteckt in einem Tal und wirkt auf den ersten Blick relativ unspektakulär. Erst etwas weiter im Norden wird es spannender. Der Aufstieg zur Waldkreuzkapelle darf nicht unterschätzt werden. Der Weg war ziemlich verwildert, doch das kann auch daran liegen, dass sich dieser gerade in einer Umbau- oder Renovierungsphase befand. Das kann also jetzt gerade schon anders aussehen. Die Höhenmeter werden aber gleich bleiben. Und ja, die sammelt man dort hinauf auf jeden Fall. 

In Helfenberg sollte man seinen Proviant noch einmal checken. Denn es gibt dann keine Möglichkeit mehr. Dazu kommt, dass bis Sankt Johann am Wimberg dann ein anspruchsvolleres Gebiet auf einen wartet, auf dem man häufig zwischen Hoch- und Abwärtsbewegung wechseln muss. Das kostet mitunter schon einmal die eine oder andere Schweißperle. Die Belohnung sollte aber im idealen Fall dann eine Einkehr im besagten Sankt Johann sein, welches von den Einheimischen auch liebevoll "Sankt Hans" genannt wird.

Letztendlich war dies eine schöne Tour, die erneut mit sehr viel Abwechslung überzeugte. Wald und Wiesenwege haben hier überwogen. Fernblicke gab es vereinzelnd, aber nicht so stark ausgeprägt wie bei der ersten Etappe.

 

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