Steirischer Mariazellerweg 4/10

Veröffentlicht am 16. Juli 2016 um 19:58

05. Juli 2016
Steirischer Mariazellerweg 06 - Etappe 4 von 10
von GRAZ EGGENBERG aufs STUBENBERGHAUS AM SCHÖCKL

In der Nacht hat es geregnet, doch das große Unwetter ist ausgeblieben. Es  war tatsächlich in die Südsteiermark abgewandert. Das Wetterleuchten konnten wir in der Nacht vom Balkon aus sehen. Der Tag beginnt mit leichter Bewölkung. Die Sonne tut sich zunächst sehr schwer und es ist windig. Wir rechnen mit Sprühregen. Schade, denn heute marschieren wir auf den Schöckl, den Grazer Hausberg. Ich bin etwas enttäuscht, denn ich hätte mir gewünscht den Schöckl bei Schönwetter hochzusteigen. Nun müssen wir uns sogar sorgen, ob wir den Aufstieg bei Regen und Nässe überhaupt machen können. Ich sollte mich irren.

Wir verabschieden uns nach dem Frühstück von der Pension Steinbichler und marschieren los. Zunächst geht es durch die Stadt Graz. Am Hauptbahnhof machen wir ein Selfie an jener Stelle, wo wir schon bei unserer Anreise bzw. beim Umsteigen in die S-Bahn am Weg nach Eibiswald ein Foto gemacht haben. Es geht weiter und die Sonne kommt zum Vorschein. Oh, etwa Sonne? Sehr fein.

Wir erreichen den Hilmteich am westlichen Ende des Leechwaldes und verlassen endlich die Stadt. Wir marschieren durch das Erholungsgebiet und passieren den Ortsrand von Rettenbach und Teichhof. Hier gibt es auch einige Lauf- und Radrouten. Die Wolken weichen. Es wird immer schöner. Der Wind macht die Temperaturen erträglich bis angenehm. Und so dauert es nicht mehr lange bis wir ein weiteres Highlight dieser Tour erreichen, nämlich die Wallfahrtskirche Maria Trost.

Hier legen wir eine kurze Rast ein. Schade, dass noch kein Souvenirladen geöffnet hat. Hier hätte ich mir gerne schon eine Anstecknadel mitgenommen. Einige Schulklassen sind vor den Stufen anzutreffen. Sie alle haben anscheinend eine laufende Exkursion zur Basilika. Wir unterhalten uns nett mit einigen Lehrern und marschieren schließlich weiter.

Es folgen teils Wald- und Wiesenwege sowie Betonstraßen durch Fölling und Haidegg. Es wird mir zu warm und ich zippe meine Beinlinge von der Hose. Der Schöckl kommt immer näher und wir können trotz der Ferne schon unser Tagesziel klar und deutlich sehen - das Stubenberghaus neben der Sendestation an der höchsten Erhebung. Man merkt deutlich, dass wir uns dem Grazer Hausberg nähern, denn es geht immer stetig bergauf.
Nach der Ortschaft Niederschöckl gelangen wir nach Rinegg. Jetzt knallt die Sonne unerbittlich auf unser Haupt. Wie war das mit dem Regen?

Der Schöckl vor uns wird immer mächtiger. Vor allem im Mühlgraben in dem wir noch hinabsteigen müssen. Bei der Willkommensquelle machen wir noch einmal Rast ehe wir den erneuten Anstieg nach St. Radegund in Angriff nehmen. Am Hauptplatz angelangt kehren wir in einem Gasthaus ein. Dort treffen wir auf viele Wanderer und wir haben einen recht netten Plausch. Hier werden wir für unseren bisherigen Weg von Eibiswald bis hier her schon gelobt. Doch das schwerste Stück sollte noch folgen.

Wir verlassen St. Radegund und erreichen die Schöcklbahn Talstation. Doch wir denken nicht daran diese zu benutzen. Wir beabsichtigen selbst hochzusteigen. Wir folgen dem Wald-, Wiesen-, Fels-, Stein und Wurzelpfad der teilweise richtig anspruchsvoll bergauf verläuft. Dieser verläuft quer durch die Forststraße nach oben. In der Senke zu Schöneben macht der Weg dann eine Kehre und führt so direkt hoch fast bis zur Bergstation des Liftes. Der Aufstieg kostet uns kraftraubende 2 Stunden, doch wir haben es geschafft. Wir erreichen unser Tagesziel - das Stubenberghaus - und sind überwältigt von der Aussicht. Kurz nach Eibiswald haben wir den Schöckl schon erspäht. Jetzt stehen wir oben. Wahnsinn.

Noch besser ist unser Zimmer im ersten Stock. Direkt neben meinem Bett führt das Fenster ins Freie. Wenn ich im Bett entspanne, kann ich direkt über das Fensterbrett hinab auf Graz schauen. Es ist überwältigend. Das Wetter hatte gehalten. Wir wurden vom Regen verschont. Westlich erkennen wir Graz, östlich Weiz. Dazwischen können wir bis an Österreichs Landesgrenzen hinab sehen. Das sind diese Momente, die einem wohl lange begleiten.

Das Essen beim Stubenberghaus ist fantastisch und das Personal sehr freundlich. Wir fühlen uns sehr wohl, würden am liebsten noch länger bleiben als eine Nacht. Während die Abenddämmerung über das Land zieht, marschieren wir noch zum Gipfelkreuz. Dieses liegt 10 Minuten entfernt vom Stubenberghaus. Erstmals, auf unserer Weitwandertour, erkennen wir die Berge und Täler, die noch vor uns liegen. Doch es ist relativ kühl und wir marschieren zurück, um zu ruhen. Wir beschließen am nächsten Morgen noch einmal zum Gipfelkreuz zu gehen, um dort in den Tag zu starten.

Unser Zimmerfenster ist der beste Fernseher überhaupt. Ich kann mich gar nicht sattsehen an der Aussicht und ich kann später auch kaum schlafen beim Anblick der vielen tausend Lichter der Stadt und Ortschaften sowie dem Sternenzelt über uns.

Tourdaten:

Distanz: ca. 25 Kilometer
Höhenmeter: ca. 1300
Abstieg: ca. 230
Zeit: ca. 9 Std. (netto)

 

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