Wandern - Weitwandern - Bergwandern - Outdoor Sport

ich, am Weg

24
Ju
WW07 - Retz - Mailberg
24.06.2018 07:31

Ostösterreichischer Grenzlandweg 07
12. Etappe: von Retz nach Mailberg (27 Kilometer)
Datum: 
21. Juni 2018

 

(Österreichischer Weitwanderweg 07, 710 km). Der ostösterreichische Grenzlandweg 07 wurde 1979 eröffnet. Er führt durch die Bundesländer Niederösterreich, Burgenland und Steiermark und reicht vom Nebelstein im nördlichen Waldviertel nach Bad Radkersburg in der Südoststeiermark. Der Ostösterreichische Grenzlandweg ist vom Nebelstein bis Wolfsthal auch Teilstück des europäischen Fernwanderweges E8 und von Wien bis Hochstraß Teilstück des europäischen Fernwanderweges E4.
Erklärung und mehr Informationen findet Ihr im Rahmen der Alpenvereinssektion Weitwanderer! Grüße gehen raus :-)

Video:

Meine Geschichte zur 12. Etappe

Mit Retz startet der Abschnitt durch das Weinviertel. Dies ist zugleich eine Gegend, mit der ich auch schon vorher etwas anfangen konnte. Meine Mutter stammt aus diesem Teil Österreichs und ich habe auch entfernte Verwandte kurz vor der Grenze zu Tschechien. Mit den Hollabrunner Wanderwegen habe ich ohnehin auch schon ein Projekt abgeschlossen, welches ja auch nicht so fern ab dieses Abschnitts liegt. Da meine Eltern nun auch noch in der Nähe von Hollabrunn zu Hause sind und Mailberg nur wenige Kilometer davon entfernt ist, lag es irgendwann auf der Hand, mir diese Etappen vorzunehmen. Damit meine ich konkret die Etappen von Retz bis hinein nach Langenzersdorf, vor den Toren Wiens. 

An diesem Tag sollte ich zum ersten Mal alleine eine Etappe entlang des Ostösterreichischen Grenzlandwegs 07 machen. Meine bisherige Gefolgschaft, bzw. Freunde haben teilweise bereits auf eigene Faust den Weitwanderweg weiter erkunden, was aber auch absolut ok ist. Für mich fiel die Wahl nun eben auf Retz bis Mailberg.

Ich brach daher sehr früh auf, stieg schon zeitig morgens in den Zug, und fuhr bis nach Retz. Von Wien aus ist man eigentlich sehr schnell in Retz. Zunächst war keine Wolke am Himmel zu sehen. Der Wetterbericht sagte bis über 30 Grad voraus, warum man mir auch abriet gerade diese Etappe über Weite Felder, ohne Sonnenschutz zu gehen. Klar, ich hatte mich eingeschmiert, aber dennoch war diese Warnung berechtigt. Es sollte sich später auch herausstellen, das sie richtig waren. 

So startete dieser Tag auch mit einer kleinen Premiere. Erstmals filmte ich meine Tour mit meinem neuen Gimbal, ein Gerät wo ich meine Kamera einspannen kann, und damit Zucken und Ruckeln vermindern werden sollen. Auch der Einsatz eines Ansteckmikrofons kam erstmals zum Einsatz. Doch das gestaltete sich gleich einmal als schwierig. Zwar hängt das Mikrofon per 3 Meter Kabel an der Kamera, wenn diese aber keinen festen Stand hat, dann rutscht diese hin und her, sobald man sich leicht bewegt. Darum habe ich erst am Ende des Videos mit dem Mikrofon herumexperimentiert.

Das Wetter schien zunächst ja richtig toll zu sein, aber später merkte ich schon das es enorm drückte unter den hohen Temperaturen. Ich machte zwar eine längere Pause in Haugsdorf, wo ich mich auch gut abkühlen und stärken konnte, merkte aber da schon, dass es mich wohl ziemlich erwischt hat. Erst am Ende der Tour, so nach 20 Kilometer kam dann der Wald. Doch dort herrschten dann andere Umstände. Teilweise war der Weg verwachsen, überall Insekten und eine saunartige Luftfeuchtigkeit machten den Weg nicht gerade leichter. Am Ende gelangte ich nach Mailberg, wo ich von meinen Eltern abgeholt wurde. 

Am Abend merkte ich dann aber schon die Auswüchse dieser Tour. Ich wollte schon am nächsten Tag mit der nächsten Etappe starten, hatte aber dann mit einem Sonnenstich zu kämpfen, worauf ich ein Weitergehen vorerst verschieben musste. 
Jetzt könnte man meinen, diese Tour war schrecklich? Nein, war sie natürlich nicht. Sie war wunderschön. Ich, als Fernsichtliebhaber, kam wieder voll auf meine Kosten. Sie ließen auch Blicke bis nach Znojmo bei unseren Nachbarn zu. Aber eventuell ist dieser Abschnitt im Frühjahr oder im Herbst besser zu erwandern. Da kann man sie eventuell besser genießen. 

 


der Rathausplatz in Retz

kleines Brückerl am Hubertusweg

erste schöne Kellergassen auf dem Weg nach Unternalb

die kleine Hubertuskapelle südlich von Unternalb


Wegbeschreibung:

 

 

Per öffentlicher Anreise startet die Tour am Retzer Bahnhof. Hier steht es einem natürlich frei, ob sie oder er noch in das Zentrum blicken möchte oder sich gleich direkt auf den Weg machen will. Es empfiehlt sich aber natürlich ein Gang zum Rathausplatz. Zunächst geht man entlang der Bahnhofstraße zu einem Kreisverkehr. Danach schlendert man durch den Park rechts um das Schloss Gatterburg herum, ehe man kurz links in die Lehengasse und gleich wieder rechts beim Schlossplatz in die Wienerstraße einbiegt und dieser bis zum Rathausplatz folgt.

 
Nun gibt es die Möglichkeit wieder zurück um das Schloss und Südlich entlang des Raymangartens weiter in den Süden nach Unternalb zu gelangen oder entlang der B30 Unternalbstraße. Dabei wird die Nordwestbahn überquert. Am südöstlichen Ende von Unternalb gelangt man dann in die Hubertusstraße. Hier treffen dann beide Varianten wieder zusammen. Am Ende der Hubertusstraße endet dann der asphaltierte Weg und wird zu einer Feldstraße. Man verlässt schließlich den Ort.
 
Wir folgen nun dem schmalen Seebach in den Osten, bis wir eine kleine Holzbrücke erreichen. Hier überqueren wir den Bach und gelangen gleich zur deutlich erkennbaren Hubertuskapelle neben einem Windschutz aus Bäumen. Ein Wiesenweg führt uns nun entlang des Waldstreifens, bis der Weg dann leicht in den Südosten abfällt. Hier kommt man am kleinen Hügel namens der Gupferte vorbei. Am Ende des kleinen Waldstücks gelangt man an einen etwas markanteren Feldweg, bzw. Feldstraße. Dieser folgt man nun in den Osten. Hier erlebt man bereits die ersten hervorragenden Fernblicke. 
 

Blick zurück auf Retz

Der Glockenturm von Ragelsdorf

Weiter über weite Felder nach Ragelsdorf

Autobahnbrücke richtung Znojmo

Blick in den Südwesten



Dieser Feldstraße in den Osten folgen wir nun geradewegs über die Schafbergen bis nach Ragelsdorf. Dort angekommen, folgen wir der Straße rechts und kommen dort am Glockenturm von Ragelsdorf vorbei. Dieser Ort eignet sich auch gut für eine kleine Rast. 

Danach folgen wir der Straße weiter in den Osten bis zum Ortsende. Dort steht dann auch die Grufkapelle Magdalena von Ehrenfels. Wenige Meter später verläuft der Weg nun links von der Straße weg. Hier treffen sich der Seebach und der Retzbach. Wir folgen den Markierungen weiter. Die Straße führt nun über einen kleinen Hügel durch den Wald schließlich weiter in den Osten. Man gelangt in ein kleines Tal, wo man auch schon die Autobahn Richtung Znojmo erkennt. Nachdem wir unter der Autobahnbrücke hindurch sind, geht es wieder seicht bergauf. Hier gibt es noch einen weiteren schönen Rastplatz. 

Der Weg führt weiter in den Südosten hinauf, bis man bei einer markanten Straßenkurve auf einer kleinen Anhöhe ankommt. Hier ist nun Vorsicht geboten, denn es geht nun in den Norden weiter entlang der, doch recht stark befahrenen Straße. Nach 400 Meter führt eine Feldstraße östlich weg vom Straßenverkehr und wir gelangen so auf den Hutberg, wo wir auch mehrere Weinstöcke vorfinden. Weiter östlich stoßen wir auch zu einem kleinen Haus aus Stein. Dies war einst ein Wetterschutzhäuschen. Auch hier genießt man einen herrlichen Ausblick über das gesamte Umfeld bis über die Grenzen Österreichs nach Znojmo.

 


Das Weinviertel in voller Pracht

Wetterschutzhaus am Hutberg

Am Hutberg mit Blick auf Staatz und Mistelbach

Haugsdorf Kellergasse



Wenige Meter nach dem Wetterschutzhaus folgt eine Abzweigung in den Süden nach dieser es gleich bergab geht. Zunächst noch durch einen verwachsenen Pfad, der dann aber später auf eine Straße trifft die uns unmittelbar zur Großen Kellertrift, bzw. dem nördlichen Ende der Haugsdorfer Kellergasse führt. Diese schreiten wir nun herab. Unten angelangt erreichen wir den Ort Haugsdorf. Hier überqueren wir einen Bahnübergang und marschieren weiter über die Kellerstraße bis wir den Hauptplatz erreichen.

Wir folgen der Laaer Straße weiter in den Süden und kommen so an der Pfarrkirche vorbei. Danach mach die Straße einen Schwenk in den Südosten. Nicht lange und wir erreichen auch schon wieder das Ortsende. Erneut heißt es nun vorsichtig zu sein, denn der weitere Verlauf der Tour führt über die Bundesstraße in den Osten bis zum südlichen Ende des Ortes Alberndorf im Pulkautal. Noch vor dem Bahnübergang biegen wir nun bei der Europasiedlung scharf rechts ein und folgen der Straße bis zum südlichen Ortsende wo auch der Friedhof liegt. Hier wird aus der Straße wieder eine Feldstraße. Dieser folgen wir bis zum Veithkreuz, bleiben aber dann links vom Hofgraben bzw. dem Hofgrabenbach.

Erst bei der nächsten Gelegenheit überqueren wir nun den Bach und folgen der Feldstraße nun bergauf entlang der Weinstöcke. Hier kommen wir noch einmal bei einer Raststätte mit Kreuz vorbei und folgen dem Weg beim Hochstand dann rechts. Wir erreichen nun den nördlichen Eingang in den Lacatelliwald.

 


Pfarrkirche in Haugsdorf

Empor auf den Steinberg

Hinauf auf den Steinberg

Blick vom Steinberg in den Süden auf Wullersdorf

Blick in den Süden



Je nach Jahreszeit kann die Witterung entlang des Weges anders sein. Der Waldweg führt nun etwas kurvenreich nach oben bis zu einer weiteren Kreuzung. Hier folgen wir dem Weg links. An dieser Stelle steht eine kleine Jagdhütte mitten im Wald. Letztendlich führt der Weg dann in den Süden bis wir den Waldrand erreichen und erstmals die Aussicht bis nach Wullersdorf und Hollabrunn genießen können. Auch den Göttelhof, der mitten im Feld steht, erkennt man problemlos.

Nun geht es weiter in den Osten entlang eines Feldwegs, bis wir das Griegkreuz an einer Straße erreiche. Diese überqueren wir nun und steigen durch den Melker Wald langsam aufwärts zum Buchberg. Auch hier ist der Weg je nach Jahreszeit anders zu erwarten. Es wartet zunächst noch eine Holzleiter, die uns an den abgesperrten Rand eines Wildschweingeheges führt. Später erreichen wir nach einem Schwenk in den Norden auch schon das Gipfelkreuz des Buchbergs.

Danach folgt eine Art Wegschanze, die nordöstlich hinab führt. Nach einiger Zeit erreichen wir erneut eine Holzleiter, die uns wieder aus dem Gehege hinaus führt. Nicht weit davon entfernt befindet sich dann auch schon der östliche Waldrand, von wo man schon eine schöne Aussicht auf das Etappenziel Mailberg hat. Über die Kellergasse, bei den Blickenbergen geht es dann direkt hinein in den Ort Mailberg. Ein Besuch beim Schloss bietet sich dabei natürlich an.

 


verwachsener Weg zum Buchberg

Buchberg Gipfelkreuz

Schloss Mailberg

Das Wildschweingehege am Buchberg

Blick auf das Etappenziel Mailberg

Kirche bei Mailberg


 

Infobox:

Retz
Haugsdorf
Mailberg
Ostösterreichischer Grenzlandweg 07

Ostösterreichischer Grenzlandweg 07 (Ich, am Weg)

 

27 Kilometer

Sonntagberg Pilgerweg
Großglockner Berglauf 2018

Kommentare


Datenschutzerklärung