St. Pölten Rundwanderweg 455 4/4

Veröffentlicht am 6. Juni 2020 um 21:50

AUF DEN SPUREN VON FRANZ CZERMAK

Der heute leider ehemalige St. Pöltner Rundwanderweg mit der Nummer 455 wurde schon Ende der 70er Jahre vom Obmann des St. Pöltner Heimatvereins Franz Czermak in Zusammenarbeit mit dem IVV und dem österreichischen Alpenverein ins Leben gerufen und wurde in den 80er Jahren auch mehrmals adaptiert. 

Ziel war es damals, dem motivierten Wanderer die Heimat von Franz Czermak, also St. Pölten, näherzubringen. Heute ist der schöne ca. 125 Kilometer lange Rundwanderweg nicht mehr offiziell gelistet. Nur noch alte Tafeln und verwaschene Markierungen erzählen von seiner einstigen Geschichte. 

Sehr schade, denn in 4 Etappen aufgeteilt, bietet jede Etappe tatsächlich eine eigene Charakteristik. Vom hügeligen Alpenvorland bis zu den weiten Feldern im Norden, der Wanderer erlebt eine Achterbahn der Wanderlust.

Abschnitt Karlstetten - Schaubing (ca. 10 km - 170 hm hoch - 170 hm ab)

Vor dem Start in Karlstetten müssen wir uns bereits mit der Frage beschäftigen, wie wir die kommenden Kilometer gestalten möchten. Bei meiner Erwanderung ist mir aufgefallen, dass die Forststraße zum Christbaum Erlebniswald eingezäunt und somit versperrt ist. Als ich vorbeigekommen bin, war das Zauntor der Straße halb geöffnet bzw. angelehnt. Ich gehe davon aus, dass dieser Bereich eigentlich nicht mehr betreten werden soll, da entlang des Forstweges auch bereits Jungbäume gepflanzt wurden.

Darum habe ich hier nun zwei Varianten erstellt, wie Ihr den Weg trotzdem fortsetzen könnt:

Dunkelgrün

Dunkelgrün stellt den Originalweg lt. Wanderführer aus den 80ern dar.  Vom Hauptplatz in Karlstetten folgen wir zuerst der Wiespontstraße östlich bis zum Straßenende. Dort biegen wir links ab und bei der nächsten Gelegenheit gleich wieder rechts in die Merkingerstraße. Zwei Häuser weiter ist bereits auch hier die Straße wieder zu Ende und wir befinden uns am Ortsrand. Links führt nun ein Karrenweg die Felder hinauf bis zum Waldrand des Wachtbergs. Am Waldrand angekommen, folgen wir dem Weg nun rechts und wir gelangen zu einem kleinen Rastplatz mit Holzbänken mit schöner Aussicht auf das südliche Alpenvorland. Wir bleiben zunächst am Waldrand und kommen dann zu einem breiteren Weg, welcher uns am Vogelsangwald vorbei in den Ort Obermerking führt. Bevor wir den Ortskern erreichen, biegen wir nach rechts ab und folgen der Straße um den Ort herum, bis wir einen Forstweg erreichen. Der Weg ist eingezäunt und links und rechts sind Jungtannen gesetzt. Wir marschieren bei der nächsten Abzweigung rechts weiter und gelangen so zu einer weiteren Rechtskurve. Doch bevor wir diese nehmen, finden wir vor uns ein eingezäuntes Gattertor vor. Als ich vorbeikam, stand das Tor einen Spalt offen, doch lag etwas weiter oberhalb eine Kette rund um das Tor und Verankerung, woraus ich schließe, dass es sich jetzt um einen Privatgrund handelt. 
Folgt man dem Forstweg nach dem Tor weiter, so führt er uns weiter durch ein kleines Waldstück bis zum Christbaum Erlebniswald und der Weihnachtslounge, welche unter dem Jahr stillgelegt ist. Gleich danach findet man die Heimkehrerkapelle. Von hier aus kann man den Weg nun wieder normal fortsetzen. 

Dunkelblau

Man kann den Christbaum Erlebniswald umwandern, indem man von Obermerking aus die Straße über Mittermerking nach Untermerkging marschiert. Danach biegen wir nach rechts ab und folgen wir der Straße rechts in den Süden und biegen wenig später rechts in einen Karrenweg ab, welcher uns ebenfalls zur Heimkehrerkapelle führt. 

Hellblau

Folgt vom Karlstettner Hauptplatz der St. Pöltner- und dann links der Schaubingerstraße. Diese führt Euch bis zur Heimkehrerkapelle. Vorsicht! Bundesstraße! 


Abschnitt Schaubing - Unterradlberg (ca. 5,4 km - 50 hm hoch - 125 hm ab)

Der weitere Wegverlauf ist dann relativ einfach. Wir marschieren durch Schaubing hindurch und kommen bei der besagten Kirche vorbei. Nun verlassen wir den Ort und wandern entlang einer 1,5 km langen Feldstraße durch das nördliche St. Pöltner Umland. In der Ferne können wir bereits den nächsten Ort erkennen, den wir erreichen werden, nämlich Großhain. Im Süden können wir schon das Industriegebiet von St. Pölten erkennen. Im Norden blicken wir wieder Richtung Stift Göttweig zwischen dem Mühlberg und dem Kirschberg.

Am Ende des Feldweges erreichen wir eine Bundesstraße und folgen dieser rechts am Ortsschild vorbei nach Großhain. Wir gelangen an eine Wegesinsel mit zwei Abzweigungen. Wir folgen der Hainerstraße und übersetzen dabei den kleinen Fladnitzbach. Wir bleiben auf der Hainerstraße, bis wir deren Ende erreichen. Wir befinden uns jetzt am östlichen Rand von Großhain, welcher auch Kleinhain genannt wird. Wir biegen nun links ab und folgen der Kremser Straße. Gleich danach kommen wir an der Kirche des Ortes vorbei. Wir bleiben auf der Kremser Straße und verlassen nun Klainhain. Ca. 200 Meter nach der Kirche, führt ein Feldweg rechts den Hügel hinauf. Dieser folgen wir nun.

 

Es geht nun ca. 1 Kilometer leicht bergauf. Am Kopf des Hügels befindet sich eine Kiesgrube, von der man aber durch das Gestrüpp nicht viel sieht. Allerdings finden wir an einer Wegkreuzung eine Holzbank vor. Wir überqueren die Feldstraßenkreuzung und marschieren geradeaus weiter und kommen nun an einigen großen Windenergierädern vorbei. Nach einem weiteren Kilometer über Felder treffen wir schließlich auf den Wiedenholzer Wald. Am Waldrand finden wir dann einen schönen Rastplatz vor, mit Holzbank, Kreuz und einem Bankerlbuch zum Eintragen. Dies dürfte die höchste Erhebung des langen Hainberges sein. Wir betreten nun den Wald und marschieren entlang eines ziemlich verwachsenen Forstwegs.

Vorsicht: 

Nach ca. 250 Metern nach dem Waldrand führt ein kleiner schmaler und verwachsener Waldpfad hinab. Diesen kann man fast nicht einsehen und ich konnte ihn nur anhand meines Navigationsgerätes finden. Solltet Ihr Euch unsicher sein, könnt Ihr der Waldstraße auch weiter ins Tal folgen. 

Ansonsten gelangt ihr nach dem schmalen Pfad hinab auf eine weitere Feldstraße, welche Euch links hinab in den Ort Unterradlberg führt.


Abschnitt Unterradlberg - Traisen (ca. 4 km - 128 hm hoch - 123 hm ab)

Der nächste Abschnitt ist ein richtig schöner, da er sich wieder von der sontigen Charakteristik absetzt. Wir gehen entlang des Feuerbergweges bis zur Radlberger Hauptstraße. Dieser folgen wir in den Süden hinab bis zur Ecke Doktor Hübscher Straße. Wir biegen jedoch beim Gasthaus Unsers rechts ab und gelangen so zu einem steinernen Stiegenaufgang. Es folgt ein Serpentinenweg nach oben mit mehreren Holzbänken zum Rasten. Der Weg ist kurz aber etwas steiler. Wir marschieren den Serpentinenweg jedoch nicht zu Ende, sondern biegen in der letzten Kurve nach links in einen Waldweg ab.  (Siehe 1. Foto) 

Nun heißt es aufpassen, denn die folgenden Wege sind nicht markiert. Ohne Plan findet man sich nicht wirklich zurecht. Es gibt einige kleinen Rundwanderwege aus Unterradlberg, doch diese erklären Euch nicht den Weg am ehemaligen St. Pöltner Rundwanderweg. 

Links findet Ihr eine kleine Hilfe, wie der originale Weg verläuft. Am besten Ihr gleicht das vorher mit einer Karte ab und orientiert Euch dann an den kleinen Wanderwegen mit ihren unterschiedlichen Markierungen. Der Weg ansich ist nämlich markiert, aber eben nicht mit jenen Zeichen, die auf den St. Pöltner Rundwanderweg schließen. 

Letztendlich kann man dieses Wegstück aber voll und ganz genießen. Bei wärmeren Temperaturen spendet der Wald auf jeden Fall viel Schatten. 

In Oberradlberg angekommen wartet bereits die nächste Herausforderung auf uns. Kaum aus dem Wald herausgetreten, folgen wir zunächst links der Detterstraße bis zur Radlberger Hauptstraße. 

Da im nächsten Abschnitt der Weg durch einen Gleiskörper, ohne Alternative wie Brücke oder Unterführung, abgeschnitten ist, zeige ich Euch eine Alternative zum wilden Gleisübersetzen. 

Dunkelgrün

Wir folgen der Baumberger- und der Kraftstraße bis zum Gleiskörper, übersetzen diesen mit höchster Vorsicht (!) und marschieren auf der anderen Seite über einen Treppelweg in die Traisenau hinein. Nach 400 Metern durch die Au erreichen wir schließlich auch schon den schönen Traisenstrom sowie den Rad- und Fußweg. 

Dunkelblau

Dort wo die Baumbergerstraße in die Kraftstraße übergeht, folgend wir dieser links statt rechts und marschieren hinauf bis zur Schiedlbauergasse. Schließlich biegen wir rechts in die Stummergasse ein und folgen dieser bis zum Bahnhof Oberradlberg. Dort können wir die Gleise übersetzen und marschieren dann die Gorbachstraße kurz links hinauf, ehe wir rechts in eine weitere Straße abbiegen, welche uns genau zur Traisen führt. Dieser folgen wir rechts, bis uns diese Alternative wieder zum originalen Weg zurück bringt. Nun, da wir die Traisen erreicht haben, können wir nun entspannt in die sprichwörtliche Zielgerade einschwenken. Der Traisen entlang bieten sich noch einige Holzbänke zum Rasten an.


Abschnitt Traisen - St.Pölten Hbf "über Oberwagram" (ca. 8 km - 36 hm hoch - 16 hm ab)

Wir folgen der Traisen nun stromaufwärts in Richtung St. Pölten. Nach ca. 2,5 km erreichen wir dann die hölzerne Seenbrücke, welche vom kleinen und großen Viehofner See, sowie dem Ratzendorfer See umringt ist. Ein sehr schönes und tolles Erholungsgebiet, welches auch einige wunderbare Möglichkeiten zum Spazieren bietet. (siehe meine Tour "Traisen & 3 Seen") Einfach nur Empfehlenswert!

Wir übersetzen die Seenbrücke und finden uns vor dem Ratzendorfer See wieder. Rechts vor uns befindet sich nun die NV Arena samt Parkplatzareal. Hier trägt der SKN St. Pölten seine Heimspiele aus. Obwohl das Stadion nicht zu den größten Arenen Österreichs gehört, ist es doch eines der Modernsten aufgrund seines öko freundlichen Umgangs. 

Nach dem Kreisverkehr übersetzen wir den Mühlbach und folgen der Liese-Prokop-Allee bis zum großen Kreisverkehr der B1 Wienerstraße. Hier biegen wir nun rechts ab und folgen der Wienerstraße nun stadteinwärts. Wir befinden uns nun im St. Pöltner Stadtteil Oberwagram. Wir halten uns 4,5 km lang an der Bundesstraße, ehe wir links in die Obriongasse einbiegen. Dieser folgen wir nun ca. 800 Meter weiter und untersetzen dabei die Weststrecke der ÖBB. Kurz danach finden wir uns am Michaelplatz wieder. Wir folgen dem Straßenverlauf und befinden uns nun auf der Küdlichstraße. Nach wenigen Metern biegen wir nun rechts in die Unterwagramer Straße ein. Hier kommen wir an der Schule und dem Kirchenplatz vorbei. 

Dies ist nun die Gegend wo der Gründer des ehemaligen St. Pöltner Rundwanderwegs 455 Franz Czermak zuhause ist. Von hier aus startete der Weg auch ursprünglich und nicht erst am St. Pöltner Hauptbahnhof. 

Am Ende der Unterwagramer Straße treffen wir auf die Purkersdorferstraße, welcher wir rechts folgen. Wenig später verschmilzt diese mit der Wienerstraße. Wir übersetzen nun die Traisen und befinden uns sogleich in der St. Pöltner Altstadt. Davor marschieren wir noch am Traisenplatz und dem Passauer Wolf vorbei. Hier beende ich nun meinen Bericht, denn jetzt habt Ihr noch die Möglichkeit Euch in der St. Pöltner Altstadt umzusehen. Und da gibt es viel zu erleben wie den Dom, den Rathausplatz und die Pestsäule. Auch kann man hier gut Speisen, was ich selbst schon erprobt habe. Vom Rathausplatz aus haltet Ihr euch einfach nördlich an der Franziskanerkirche und gelangt so in wenigen Schritten zum St. Pöltner Hauptbahnhof, dort wo diese wundervolle Reise gestartet hatte. 

Kommentar hinzufügen

Kommentare

Es gibt noch keine Kommentare.